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K-Word #470: Neues aus der Lesbenwelt

Lesben in „House of the Dragon“? Jena Malone outet sich als pansexuell, Chris von Christine and the Queen ist trans, Cate Blanchett in lesbischer Rolle, „Princess Charming“-Couple Wiki & Laura, LUNA – und mehr!

HBO Geht da noch was oder ist das nur Stoff für Fanfiction? Rhaenyra (Milly Alcock) und Alicent (Emily Carey) in „House of the Dragon“

Von Karin Schupp

26.8.2022 - Jena Malone (Die Tribute von Panem) hat sich als pansexuell geoutet und wählte dafür die Form des Ausdruckstanzes. Glücklicherweise fasste 37-Jährige das Getanzte aber auch in Worte: Sie habe sich immer „als heterosexueller Mann in einem Frauenkörper“ gefühlte, schrieb sie, bis sie die Worte Pansexualität, Sapiosexualität und Polyamorie fand, „die sich besser eignen“. Ihr Coming-out sei „so schön“ gewesen, sagte sie danach dem Hollywood Reporter. Sie habe „eine ganze Weile darüber nachgedacht“ und „das Gefühl, dass ich ein bisschen zu spät dran bin. Ich liebe den Prozess, mehr über mich selbst und andere durch verschiedene Begriffe zu erfahren, die Fenster öffnen, diese Fenster werden dann zu Türen und dann komme ich an einen Ort, an dem ich all diese coolen Dinge da draußen finde.“ Malone, die einen Sohn (6) hat, ist bei zwei Müttern aufgewachsen („Meine Mom wurde sozusagen wieder hetero, hauptsächlich aus einem christlichen Verständnis heraus.“) und hat eine queere Schwester. In The Neon Demon (mit Elle Fanning) und Lovesong (mit Riley Keough) spielte sie queere Rollen, ihr neuer Film Adopting Audrey hat noch keinen deutschen Starttermin.

Bisher glaubten wir, dass hinter der Persona Christine and the Queens eine pansexuelle Französin steht, aber letzte Woche erklärte Chris (wie er sich seit 2018 nennt) bzw. Redcar (neuer Bühnenname), auf TikTok: „Ich bin seit einem Jahr ein Mann – offiziell ein bisschen länger bei meiner Familie und meiner Beziehung. Es ist ein langer Prozess.“ Am 23. September erscheint das neue Album „Redcar les adorables étoiles“ von Christine and The Queens presents Redcar.

BecauseMusic „Redcar ist, wie meine gesamte Poesie und Philosophie, eine Poesie und Philosophie, die mir hilft, erfolgreich zu sein“, sagt Chris über seinen neuen Bühnennamen

Lesben in House of the Dragon? In Folge 1 der Game of Thrones-Prequelserie (seit 22. Aug. auf Sky und WOW) wirken die Gefühle zwischen Prinzessin Rhaenyra und ihrer Jugendfreundin Lady Alicent nicht rein freundschaftlich – das bleibt allerdings nur Subtext. Immerhin bestätigten die Schauspielerinnen, dass dahinter Absicht steckt: „Sie bewegen sich auf der Grenze zwischen platonisch und romantisch“, sagte Emily Carey, die die junge Alicent spielt. „Das war mir sofort bewusst, als ich das Drehbuch las, weil ich selbst eine queere Frau bin.“ Eher allgemein äußerten sich die Darsteller:innen der zwei Charaktere als Erwachsene: Emma D’Arcy (Rhaenyra), privat queer und nichtbinär, sagte: „Ich glaube, dass die meisten intensiven Teenager-Beziehungen erotische Energie enthalten, weil man in dieser Zeit versucht, herauszufinden, wer man ist und was man will.“ Und Olivia Cooke (Alicent) ergänzte, dass man „der anderen Person all diese Gefühle entgegen[wirft] und schaut, welche davon haften bleiben. Und das ist unglaublich komplex, aber sehr leidenschaftlich.“ Ob's bei Fanfiction bleibt, wird sich zeigen - die ersten Fanvideos gibt's jedenfalls schon:

Cate Blanchett (Carol) erfreut uns in einer weiteren lesbischen Rolle: In Tár von Todd Field spielt sie die erste Chefdirigentin eines deutschen Symphonieorchesters und hat viel Mühe, sich in einer Männderdomäne zu behaupten und ihr Berufs- und Privatleben voneinander zu trennen, wie sich an einer Affäre mit einer Cellistin zeigt - und nur ihre 6-jährige Adoptivtochter erweist sich als Fels in der Brandung. Wer Lydia Társ Loverin spielt, ist noch nicht bekannt, aber es wird wohl entweder Noémie Merlant (Porträt einer jungen Frau in Flammen), Nina Hoss oder die Cellistin Sophie Kauer sein, die alle ebenfalls im Cast sind. Weltpremiere ist am 1. September beim Filmfestival Venedig, bei uns soll Tár am 23. Februar 2023 starten.

Universal Pictures Cate Blanchett in „Tár“

Man sollte meinen, dass es in einem reinen Frauenschwimmbad queerer zugeht, aber immerhin gibt’s in Doris Dörries neuem Film Freibad (ab 1. Sept. im Kino) die Studentin Paula (Julia Jendroßek), die gerne ihrer Kommilitonin Yasemin (Nilam Farooq) näher kommen würde, und die trans Kioskbetreiberin Kim (Nico Stank, der allerdings selbst nicht trans ist, soweit bekannt). Hauptsächlich geht’s in der Komödie (mit Andrea Sawatzki und Maria Happel in den Hauptrollen) aber um Rassismus und die kulturelle Akzeptanz von Musliminnen - eine Diskussion, in der alle mal intolerant sind und mal nicht, alle mal im Recht sind und mal nicht.

Constantin Film Hält nichts von Mindestabstand: Paula (Julia Jendroßek, r.) mit Yasemin (Nilam Farooq)

Ab 29. August beim Vox-Ableger VOXup: Die Dramedy Why Women Kill von Marc Cherry (Desperate Housewives) erzählt von drei Frauen, die in unterschiedlichen Jahrzehnten im selben Haus leben (und wohl alle jemanden töten?!). Im Zeitstrang 2019 ist das die feministische, bisexuelle Anwältin Taylor (Kirby Howell-Baptiste), die die Regeln ihrer offenen Ehe bricht, als sie ihre Loverin Jade (Alexandra Daddario) bei sich und ihrem Mann Eli (Reid Scott) einziehen lässt. In den beiden anderen Zeitsträngen spielen Ginnifer Goodwin (1963) und Lucy Liu (1984) die Hauptrollen.

CBS Taylor, Eli und Jade (v.l.n.r.) in „Why Women Kill“

Clexacon ist zurück: Nach coronabedingter Pause fndet die Fan-Convention für - vor allem weibliche - queere Charaktere in Film und Fernsehen an diesem Wochenende wieder als Live-Event statt, diesmal im kalifornischen Anaheim. Auf der Gästeliste stehen die TV-Paare Jess Macallan & Caity Lotz (Legends of Tomorrow), Javicia Leslie & Meagan Tandy (Batwoman), Sarah Catherine Hook & Imani Lewis (First Kill) und viele mehr. Die großen Q&A-Panels mit den Stars stehen anschließend bei Youtube.

The CW „Legends of Tomorrow“ wurde leider nach Staffel 7 eingestellt, endete aber für Ava (Jess Macallan, l.) und Sara (Caity Lotz) glücklicherweise mit einem echten Happy End

„Ich wünsche mir, dass die ganze Kritik, die der Sender jetzt bekommen hat oder auch teilweise wir, die Teilnehmerinnen, am Ende in etwas Positives verwandelt wird“, sagte Princess Charming-Kandidatin Tyshea im L-MAG-Interview - hier nachzulesen - über die viel kritisierte zweite Staffel und verriet außerdem so einiges, was in der Sendung nicht gezeigt wurde, etwa, weshalb Hanna nach ihrem Kuss in Folge 5 in eine Mülltüte spucken musste: „Und ich so: ‚Hanna, ernsthaft!? War es jetzt so schlimm, mich zu küssen?‘ Sie lachte und antwortete: ‚Nein, aber ich habe schon wieder überall Glitzer im Mund und der muss raus!‘“

RTL+/ Screenshot Glitteralarm: Tysheas und Hannas Kuss in Folge 5

Das Princess Charming-Crossover-Paar Wiki aka Wikiriot (Staffel 1) und Laura (Staffel 2-Finalistin) beantwortete auf Instagram Fragen zu ihrer (nicht monogamen) Beziehung (K-Word #468), die sie aber nicht als solche bezeichnen) – siehe Clip. Wikiriot, die auf Instagram auch wichtige Aufklärung betreibt, kündigte außerdem zusammen mit Kiri (@kindakiri) den neuen Podcast Große Fresse, kleine Titten  an, in dem sie Fragen zu lesbischem Sex und queerer Liebe beantworten wollen. Der Starttermin ist noch nicht bekannt.

A propos Sex: In der neuen L-MAG, ab heute am Bahnhofskiosk, geht’s um Fetisch, BDSM, Kink und Konsens. Außerdem in der neuen Ausgabe: Queere Filmfestivals, ein Interview mit der australisch-philippinischen Sänger:in Mo’Ju, Lesben in den Philippinen und Simbabwe, eine lesbische Köchin und wie immer vielen Film-, Serien-, Musik- und Buchtipps. Die L-MAG könnt ihr hier im Abo (auch E-Paper-Abo) bestellen oder Einzelhefte als E-Paper.

Am Sonntag geht’s los: FC Viktoria Berlin spielt zum Auftakt der Regionalliga-Saison gegen Union Berlin. Am letzten Wochenende zog die Elf mit einem 7:0-Sieg gegen FC Stahl Brandenburg bereits in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Das Frauenteam, das seit diesem Sommer von einer Investorinnengruppe um Weltmeisterin Ariane Hingst und Felicia Mutterer (seinerzeit Gründerin der Lesbenzeitschrift Straight) geführt wird, soll – so lautet der Plan - innerhalb von fünf Jahren in der ersten Bundesliga spielen (unser Artikel).

Kennt man: Die Ex verbreitet nach der Trennung eine ganz andere Story, als man sie selbst erzählen würde. „Dann bin ich halt das Arschloch, wenn dir das hilft/ Wenn du jetzt deinen Freunden von mir erzählst/ Ich kann mir schon denken, was du denen sagst/ Doch wir wissen beide, wie es wirklich war“, singt die lesbische Sängerin LUNA (K-Word #413) in ihrem neuen Song „arschloch“, der heute parallel zu ihrer ersten EP „verlierer“ erschien.

 

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