L-Mag

K-Word #5: Neues aus der Lesbenwelt

Heute mit Amber Heard, vielen Schwedinnen, Patricia Cornwell, Sex in GZSZ, einem Wiedersehen mit t.A.T.u und mehr!

Von Karin Schupp

l-mag.de, 16.8. - Lesbenpower beim VfL Wolfsburg: die schwedische Nationalspielerin Nilla Fischer wechselt schon nächste Woche zum Triple-Sieger der Saison 2012/13 (Deutsche Meisterschaft, Pokal, Champions League). Die Abwehrspezialistin, die ursprünglich erst ab Januar verpflichtet worden war, wurde von ihrem alten Verein Linköpings FC vorzeitig aus ihrem Vertrag entlassen und ist schon ab dem 19. August beim Trainingslager der Wölfe in Österreich dabei. Für mein schon fast traditionelles Hochzeitsfoto der Woche hat’s allerdings nicht gereicht: ihre Hochzeit mit Freundin Mariah-Micaela ist erst für Herbst geplant.

Foto: Anders Henrikson, CC-BY

Ganz entzückt sind die Klatschmedien darüber, dass die bisexuelle Schauspielerin Amber Heard (Rum Diary) die neue Freundin von Johnny Depp ist. Da hätte sie sich doch gar nicht erst als bi outen müssen, wundert man sich - oder wie ist sonst die Frage der Elle  (USA) zu verstehen, ob sie es bedauere, dass sie 2010 ihre Beziehung mit der Fotografin Tasya van Ree öffentlich machte? „Ich wollte nicht, dass es aussieht, als hätte ich etwas zu verstecken“, antwortete sie. „Ich schäme mich nicht dafür und habe es auch nie getan.“

Noch blöder geht immer: das US-Magazin Flare fragte die 27-Jährige, ob sie sich immer noch als bisexuell definiere. Ihre Antwort: „Ich finde es seltsam, dass das alle so interessiert. Vielleicht mag man jetzt Blondinen, steht aber in Zukunft auf Brünette. Ich verstehe einfach nicht, weshalb wir uns für eine Sache entscheiden sollten.“ Oder ganz einfach: Sie ist bi, wenn sie mit einer Frau zusammen ist, und sie ist bi, wenn sie mit einem Mann zusammen ist – das ist nämlich die Definition von Bisexualität!

Am 19. September läuft Heards neuer Kinofilm, der Thriller Paranoia, an.

Foto: gdcgraphics, CC-BY-SA

Zum nächsten Bild habe ich keine Geschichte, es gefällt mir nur: Amber Heards Ex Tasya van Ree (links) mit Leisha Hailey, von Leishas Freundin und Uh Huh Her-Bandkollegin Camila Grey auf Instagram gepostet. Da sieht man mal wieder: die Lesben kennen sich eben DOCH alle untereinander...

Wer glaubt, dass Lesbischsein inzwischen ganz normal geworden ist, sollte mal einen Blick in die Boulevardpresse werfen. Aktuelles Beispiel: kaum hatte die neue GZSZ-Lesbe Anni (Linda Marlen Runge) – wir berichteten - letzte Woche Sex mit ihrer Mitbewohnerin Pia (Isabell Horn), war das Bild & Co. eine Schlagzeile wert. „Es war meine erste Liebesszene und dann gleich mit einer Frau“, wird Runge zitiert. „Es ist schön eine Frau zu küssen. Bei meinem ersten Filmkuss mit einer Frau war ich weniger aufgeregt als bei einem Mann.“ Heute Abend (16.8.) geht die Story mit den beiden weiter.

"Örks, ein rosa BH?!?" - Foto: RTL

Es sieht ganz danach aus, als würde Hollywood endlich mit der Verfilmung der Kay Scarpetta-Krimis von Patricia Cornwell beginnen. Die lesbische Autorin verkaufte schon 1990 die Filmrechte und hoffte zunächst vergeblich, Jodie Foster für die Rolle der toughen Gerichtsmedizinerin zu gewinnen. Auch Demi Moore, Kristin Scott Thomas und Nicole Kidman waren damals im Gespräch, und seit 2009 gilt Angelina Jolie als gesetzt. Jetzt ist wieder Schwung in die Planungen gekommen, und die Premiere wird immerhin für 2015 anvisiert. Ob wohl auch Scarpettas lesbische Nichte Lucy mitspielen wird?

Ab 4. Oktober gibt's bei uns den aktuellen Scarpetta-Roman Knochenbett. Der nächste – und 21. Band – der Krimi-Reihe erscheint in den USA im November. Hört hier, wie Cornwell über Knochenbett spricht (oder bewundert einfach ihre schicke Weste-und-Krawatte-Kombi!):

Bei der Leichtahtletik-WM in Moskau haben inzwischen einzelne Sport-lerInnen die homofeindliche Gesetzgebung Russlands kritisiert. Am Mittwoch widmete der 800-Meter-Läufer Nick Symmonds seine Silbermedaille seinen lesbischen und schwulen Freunden zu Hause in den USA, und gestern zeigte sich die schwedische Hochspringerin Emma Green Tregaro solidarisch: „Nägel in den Farben des Regenbogens #Pride #Moskau2013“ schrieb sie unter das Foto, das sie bei Instagram postete. „Im Sport geht es darum, sich zu respektieren und tolerieren, deshalb denke ich, dass das eine nette Geste ist“, sagte sie der schwedischen Nachrichtenagentur TT.

Foto: Emma Green Tregaro/ Instagram

Auch die schwedische Sprinterin Moa Hjelmer startete mit Rainbow-Fingernägeln im 200-Meter-Vorlauf und sagte dem schwedischen Radio: „Es ist ein stiller Protest gegen die homophoben Gesetze hier in Russland. Wir können nicht entscheiden, wo die Wettkämpfe stattfinden, aber es ist traurig, dass sie diese Einstellung haben. Es sollte selbstverständlich sein, dass alle die gleichen Rechte haben.“

Moa Hjelmer - Foto: Guillaume Baviere, CC-BY

Kritik kam prompt von der Stabhochsprung-Weltmeisterin Jelena Issinbajewa. „Es ist respektlos unserem Land und unserem Volk gegen-über“, sagte der russische Sportstar in einer Pressekonferenz. „Wir halten uns für normale Menschen, bei uns leben Männer mit Frauen zusammen...“

Tja, das ist es nicht ganz unverständlich, dass sich bisher keine lesbischen oder schwulen Leichtahleten geoutet haben - obwohl sie existieren, wie Ex-Stabhochspringer Balian Buschbaum dem Stern sagte: "Ich kenne persönlich mehrere Sportler, die an der WM teilnehmen und homosexuell sind. Auch im russischen Kader. Eigentlich müssten Russlands Behörden viele ihrer eigenen Athleten verhaften.“

"Seltsam", findet Lena Katina vom fake-lesbischen Duo t.A.T.u die Politik ihrer Regierung. "Eine Menge Leute in der Regierung sind homosexuell." Der Website Daily Beast sagte die rothaarige Russin, die nicht lesbisch ist oder je war: "In Russland ist die Lage der LGBT Community immer noch wirklich hart.“  Und fügte in aller Bescheidenheit hinzu: „Aber ich denke, wir haben das ein bisschen verändert.“

Da hören wir uns ihren Superhit „All The Things She Said“ doch gleich noch mal an (der legendäre Schulmädchen-küssen-sich-im-Regen-Videoclip ist leider in Deutschland gesperrt, aber geküsst haben sie sich ja bei jedem ihrem Auftritte…):

Am 22. August starten in SAT.1 neue Folgen der Krimiserie Criminal Minds, und es gibt ein Wiedersehen mit der Computerexpertin Penelope Garcia, deren Darstellerin Kirsten Vangsness die Lieblings-TV-Schauspielerin religiöser US-Amerikaner ist, wie eine Befragung in diesem Jahr ergab. Irgendwie verblüffend, wenn man bedenkt, dass sie seit 2007 offen lesbisch lebt, sich als „so queer wie ein pinkfarbenes Einhorn, das Madonna singt“ bezeichnet und letztes Jahr ein Theaterstück über Vaginas schrieb…

Foto: Sally Stardust, CC-BY-NC-ND

Und ihre Sommerferien verbrachte Vangsness in Schwarz-Weiß. Bis letzte Woche drehte sie mit ihren Criminal Minds-Kollegen Shemar Moore and Joe Mantegna die Film Noir-Komödie Kill Me Deadly, die sie auch selbst produziert.

Wenn es eine Lifestyle-Zeitschrift wie Living at Home nur für Lesben gäbe - was würde da wohl drinstehen? Die lesbische US-Bloggerin Dorothy Snarker hat da mal einen Entwurf gemacht - „Sie sind Veganerin, sie nicht – wie Sie das Abendessen nicht zum Zweiten Weltkrieg werden lassen“, „5 Wege, wie man Hundehaare von der Couch entfernt“, „Lasst uns über Fingernägel sprechen“ - und hat viele weitere Vorschläge für Lesbian Living bekommen: „Zehn Tennisschuhe, die man im Büro tragen kann“, „Zelte, die Sie nicht fett aussehen lassen“, „Wie viele Katzen sind zu viele?“ … Ob sie da etwa eine Marktlücke entdeckt hat?

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