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K-Word #534: Neues aus der Lesbenwelt

Ex-Wolfsburg-Star Shanice van de Sanden ist Mutter, Ashlyn Harris: „Ich war in meiner Ehe mit Ali Krieger nicht untreu“, lesbische „Drag Race Germany“-Gewinnerin, Jil Sander, Jodie Foster, Manuela Wisbeck in „Promi Big Brother“, Inka Grings – und mehr!

Von Karin Schupp

24.11.2023 - Die niederländische Nationalspielerin Shanice van de Sanden (Liverpool FC) ist Mutter geworden: Ihre Lebensgefährtin Tattjana Jempormiasse brachte am Dienstag ihre gemeinsame Tochter zu Welt. Die gute Nachricht verbreitete nicht etwa die Ex-Wolfsburgerin (2020-2022), sondern ihr aktueller Trainer Matt Beard: „Wir sind froh, dass alle die Geburt gut überstanden haben. Wir haben ein gesundes Baby, und wir haben zwei neue Mütter“, sagte er am Mittwoch nach einem (verlorenen) Pokalspiel, bei dem Shanice wegen der Geburt gefehlt hatte.  

Van de Sanden/ InstagramShanice van de Sanden (hinten) und Tattjana Jempormiasse im September

Von ihrem lesbischen Coming-out und ihrer ersten Begegnung mit einer Butch erzählte Schauspielerin Manuela Wisbeck (Notruf Hafenkante) bei Promi Big Brother (zum Teil nur im Livestream auf Joyn): „Ich war 16 und habe mich damals in einen Mann verliebt – also ich dachte, es wäre ein Mann. Aber es war eine Frau. Sie war so maskulin und sehr burschikos, dass ich gedacht habe, das wäre ein Mann.“ Die Beziehung habe nicht lange gedauert, und sie habe noch eine Weile gebraucht – „Ich bin im Dorf aufgewachsen. Da gibt es nur Mann und Frau.“ -, sich dann aber „tatsächlich immer nur in Frauen verliebt.“ Ihre Lebensgefährtin Karen (K-Word #533), mit der seit acht Jahren zusammen ist, lernte sie übrigens „ganz klassisch über das Internet“ kennen, genauer gesagt: beim Lesbendatingportal Lesarion. Die queere Community im Container besteht neben der 40-Jährigen aus Reality-Profi Matthias Mangiapane und dem 19-jährigen Influencer Marco Strecker, der die Sat.1-Sendung nutzte, um sich als schwul zu outen.

Sat.1/ Nadine Rupp Manuela Wisbeck vor dem Einzug in den TV-Container

Dragqueen Pandora Nox gewann Drag Race Germany und ist damit weltweit die erste cis-weibliche und erste lesbische Siegerin der Show, die erstmals auch in Deutschland ausgetragen wurde (bei Paramount+). Die Tänzerin und Choreografin aus Österreich, die auch mal im Dragking-Look auftrat (siehe Video), ist erst die dritte cis Frau im RuPaul’s Drag Race-Franchise, das inzwischen in 15 weitere Länder exportiert wurde. Die Staffel wurde übrigens bereits im Sommer in Kolumbien (zusammen mit der mexikanischen und der brasilianischen Ausgabe) gedreht.

Am 27. November gratulieren wir Jil Sander zum 80. Geburtstag. Deutschlands bekannteste Modedesignerin, die in den 80ern die Frauenmode mit schlichter Androgynität revolutionierte, zog sich vor zehn Jahren aus ihrem Unternehmen zurück, entwirft aber noch Kollektionen für Uniqlo. Über ihren modischen Ansatz sagte sie in dieser Woche der Gala: „Es war wohl vor allem die ‚weibliche Kleidung‘, die mich irritiert hat, weil die Männer ganz andere, praktischere Sachen tragen durften. Auf die war ich neidisch.“ Sander gilt als sehr öffentlichkeitsscheu, „was nicht ganz falsch ist“, wie sie in dem Interview bestätigte. Aus ihrer Beziehung mit Angelica Mommsen († 2014, K-Word #48), mit der sie über dreißig Jahre zusammen war, machte sie jedoch nie ein Geheimnis.

The History of Jil Sander/ ScreenshotJil Sander 1996 in einem ihrer seltenen Interviews

Jodie Foster feierte am letzten Sonntag ihren 61. Geburtstag und bekam von ihrer Frau Alexandra Hedison (The L Word) einen Geburtstagsgruß auf Instagram. Foster (die selbst nicht in den sozialen Medien aktiv ist) spielt in ihrem aktuellen Neflix-Film Nyad eine lesbische Rolle (unsere Filmkritik), Hedison arbeitet schon lange als Künstlerin und Fotografin.  

Update zur Scheidung der Ex-Fußballstars Ashlyn Harris und Ali Krieger: „Um es klar zu sagen: Ich war in meiner Ehe immer treu, wenn auch nicht immer ganz glücklich.“ Mit diesen Worten meldete sich Harris am Wochenende auf Instagram zu Wort. Die frühere Nationaltorfrau war nach der Trennung von Krieger wochenlang als „Ehebrecherin“ beschimpft worden, die ihre Frau mit der Schauspielerin Sophia Bush (One Tree Hill) betrogen haben soll (K-Word #529). In ihrem Statement auf Instagram wandte sich Harris nun gegen den „brutalen Online-Hass“, der ihr entgegenschlug, und erklärte, dass die Trennung schon Monate zurückliege, sie sie aber erst nach Alis letztem Spiel als Profi (K-Word #533) bekanntgeben wollten – ein Leak kam ihnen aber zuvor. Der US-Klatsch-Podcast Deux U hatte hingegen Anfang November verbreitet, dass der Flirt zwischen Harris und Bush vor fast einem Jahr begonnen und Krieger ihre Frau sofort rausgeworfen haben soll, als sie davon erfuhr.

A. Harris/ Instagram„Zwei glückliche Familien sind besser als eine unglückliche“, schreibt Ashlyn Harris (hier mit Ocean und Sloane, ihren gemeinsamen Kindern mit Ali Krieger) auf Instagram. „Meine Priorität ist, meinen Kindern zusammen mit Ali eine gute Ko-Mutter zu sein.“

In der Highschool-Komödie Bottoms gründen die lesbischen Underdogs PJ (Rachel Sennott) und Josie (Ayo Edibiri, The Bear) einen Mädchen-„Fight Club“ an ihrer Schule, um die Herzen der Cheerleaderinnen Brittany (Kaia Gerber) und Isabel (Havana Rose Liu) zu erobern. Währenddessen jedoch schießen einige ihrer Schützlinge beim Thema Female Empowerment deutlich übers Ziel hinaus… Der hochtourige und gnadenlos überzeichnete Spaß mit queerem Cast steht jetzt bei Amazon Prime (Flatrate), am Wochenende findet ihr hier auf l-mag.de unsere Filmkritik.

Orion Pictures/ Patty Perret „Er ist lesbisch, er ist blutig, er ist horny, er ist albern", sagte die lesbische Regisseurin Emma Seligman (Mitte) - mit ihren Hauptdarstellerinnen Ayo Edebiri (.) und Rachel Sennott (r.) - über „Bottoms“

Kinotipp Dead Girls Dancing: Drei Freundinnen reisen nach ihrem Abi durch Italien, gabeln eine Anhalterin auf und stranden in einem verlassenen Bergdorf, wo sie ihre neue Freiheit genießen - und es zwischen Ira (Luna Jordan) und Zoe (Sara Giannelli) gehörig knistert. Doch dann eskaliert die Lage... Das atmosphärisch gedrehte Regie-Debüt der Münchnerin Anna Roller läuft seit 23. Nov. im Kino – hier steht unsere Filmkritik.

kalekone films Ira (Luna Jordan, r.) und Zoe (Sara Giannelli) in „Dead Girls Dancing“

Inka Grings ist nicht mehr die Fußball-Nationaltrainerin der Schweiz. Sie habe sich „schweren Herzens zu diesem Schritt entschieden“, schrieb die 45-Jährige, die den Posten erst im Januar übernahm, in einer Stellungsnahme. Neben mangelndem Erfolg – nur ein Sieg in 14 Spielen – und verlorenem Rückhalt im Team soll ihr Abgang auch mit ihrer Verwicklung in den Wirtschaftsskandal um Hermann Tecklenburg, dem Mann ihrer Ex Martina Voss-Tecklenburg (K-Word #507), zusammenhängen, die sie dem Schweizerischen Fußballballverband nicht mitgeteilt hatte. Der Unternehmer und Vorsitzende des SV Straelen ist wegen Sozialversicherungsbetrugs angeklagt. Auch an Grings, die 2019/ 2020 den Männer-Regionalligisten trainierte, soll er Teile ihres Gehalts schwarz ausgezahlt haben. Das Verfahren gegen die frühere Nationalspielerin wurde eingestellt, nachdem sie die Schadenssumme von 13.350 Euro beglichen hatte.

SRF Sport/ Screenshot Inka Grings vor der WM 2023 in Neuseeland

Mehr Kuscheleinheiten wünscht sich LiLA, queere Elektropopmusikerin aus Berlin. In ihrem neuen Song „Bisschen mehr Hugs“ geht’s darum, dass eine reine Sex-Affäre manchmal zu wenig sein kann.

K-Word: Jeden Freitag neu auf l-mag.de!

Weiterlesen: K-Word #533: Neues aus der Lesbenwelt

 

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