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K-Word #642: Neues aus der Lesbenwelt

Tennis-Star Daria Kasatkina (Foto, l.), Donald Trumps lesbische Nichte hat geheiratet, schicken wir eine queere Sängerin zum ESC 2026? Jodie Foster über Kristen Stewart, Lesbisches von den Golden Globes – und mehr!

Instagram/kasatkinaDaria Kasatkina (l.) mit ihrer Lebensgefährtin Natalia Zabiiako beim Barcelona Pride 2025

Von Karin Schupp

15.1.2026 - Am Sonntag beginnen in Melbourne die Australian Open mit Daria Kasatkina (K-Word #465) als einziger offen lesbischen Einzel-Spielerin im Turnier. Die Ex-Top 10-Spielerin aus Russland, die seit letztem Jahr für Australien antritt, kam 2025 ins Achtelfinale, steht aber nach einer Pause wegen Erschöpfung derzeit nur auf Weltranglistenplatz 48. Adidas setzt dennoch auf sie als Werbefigur: In einem Online-Werbespot – siehe unten - packt sie ihre Sachen in einen Karton und küsst ein Foto, das sie und ihre Verlobte Natalia Zabiiako zeigt. In einem weiteren Clip spielt sie ein Match auf einem Court, der an einen Heißluftballon hängt – hinter dem spektakulären Flug über Melbourne steht aber ganz offensichtlich CGI. Auch im Doppel-Turnier ist nur eine Lesbe am Start: Die Niederländerin Demi Schuurs ist mit ihrer neuen Doppelpartnerin Ellen Perez auf Platz 8 gesetzt.

Donald Trumps lesbische Nichte Mary Trump (K-Word #599) hat geheiratet, wie die 60-Jährige am Montag öffentlich machte. Auf ihrer Webseite marytrump.org  verrät sie, dass die Hochzeit mit ihrer Frau (nicht nametlich genannten) bereits im vergangenen Herbst in kleinem Kreise stattfand. „Ich bin nicht nur mit der Liebe meines Lebens, sondern auch mit meiner besten Freundin verheiratet“, schreibt sie. „Ich bin glücklicher, als ich es je zu hoffen wagte.“ Es ist die zweite Ehe für die Psychologin, die eine scharfe Kritikerin des US-Präsidenten ist und durch ihr Buch „Zu viel und nie genug: Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf“ (2020) bekannt wurde. Über Trumps Einstellung zu Homosexualität sagte sie damals, dass „Schwule ihn unbehaglich machen. Und trans Menschen machen ihn unbehaglich, weil er sich mit allen unwohl fühlt, die anders sind.“

Instagram/mary_l_trumpDonald Trump kommentierte Mary Trumps Hochzeit nicht (was auf jeden Fall besser so ist)

Ab nächste Woche vertreibt uns eine lesbische Weltraumprinzessin die trübe Januar-Laune: Am 22. Januar startet der knallbunte Animationsfilm Lesbian Space Princess, in dem die schüchterne Saira vom Planeten Clitoris ihre Ängste überwindet und eine intergaylaktische Reise antritt, um ihre Ex aus den Fängen der fiesen „Straight White Maliens“ zu befreien. Der witzige und ultralesbische Teddy-Gewinnerfilm 2025 des australischen Paars Emma Hough Hobbs und Leela Varghese bekommt einen deutschlandweiten Kinostart und wird auch in einer Synchronfassung zu sehen sein. Lest nächste Woche hier auf l-mag.de unsere Filmkritik.

Schicken wir in diesem Jahr eine queere Sängerin zum Eurovision Song Contest? Malou Lovis, The Voice of Germany-Gewinnerin 2023 (K-Word #537), bewirbt sich beim ESC-Vorentscheid (28. Feb., ARD) mit der Ballade „When I’m with you“, die eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen erzählt. Der Song erscheint am 30. Januar. Der diesjährige ESC ist wegen der Teilnahme Israels umstritten, fünf Länder - Irland, Island, Niederlande, Slowenien und Spanien - haben deswegen bereits ihren Boykott angekündigt.

Bei der Golden Globes-Verleihung am letzten Sonntag in L.A. wurde Erin Doherty für ihre Rolle in Adolescence (Netflix) ausgezeichnet. „Ich habe meiner Mutter versprochen, nicht zu fluchen, aber: What the Fuck?“, begann die Britin ihre Rede, in der sie sich – anders als bei ihrem Emmy-Gewinn (K-Word #626) – nicht bei ihrer Freundin Sinéad Donnelly bedankte. Die beiden leben seit einem Jahr zusammen, wie Doherty Anfang Januar im Podcast Happy Place verriet. „Das ist so ein typisches Lesbenklischee, gleich zusammenzuziehen, deshalb haben wir es so lange wie möglich rausgezögert“, sagte sie. „Ich hab versucht, es möglichst unklischeehaft zu machen, aber ich liebe sie halt.“ Die Schauspielerin äußerte sich in dem Interview auch offen für eine lesbische Rolle. „Ich bin total begeistert von queeren Geschichten“, sagte sie. Allerdings habe sie noch kein Drehbuch bekommen, bei dem sie „sofort voll dabei gewesen wäre.“

Einen Golden Globe erhielt auch Rhea Seehorn für ihre lesbische Hauptrolle in der Apple-TV-Serie Pluribus - hier ein Clip (siehe auch: 8 Serien mit L-Faktor aus den letzten zwölf Monaten).

Wanda Sykes sorgte bei den Golden Globes für einen weiteren queeren Moment: Sie vergab den Award für den besten Stand up-Comedian und freute sich über ihren Auftritt, weil: „Ihr wisst schon: einige Leute sind angepisst, dass eine queere Schwarze Frau hier steht und den Job von zwei mittelmäßigen weißen Männern macht.“ Dem nicht anwesenden Nominierten Ricky Gervais ließ sie wissen, dass sie im Falle seines Sieges die Trophäe entgegennehmen und in seinem Namen neben Gott auch „der trans Community“ danken würde - ein Seitenhieb auf Gervais‘ transfeindlichen Witze -, was sie dann auch tatsächlich tat. Dabei trug Sykes gut sichtbar einen „Be Good“-Anstecker und erinnerte damit an die lesbische Mutter Renee Good, die in Minneapolis von einem Agenten der US-Einwanderungsbehörde ICE erschossen wurde.

Screenshot Golden GlobesWanda Sykes: eine „queere Schwarze Frau, die hier den Job von zwei mittelmäßigen weißen Männern“ macht

Jodie Foster sprach in einem Video-Interview mit Variety über ihre Filme, darunter den Thriller Panic Room von 2022, den sie mit der 11-jährigen Kristen Stewart drehte (ab Min. 2:30). Über ihr erstes Aufeinandertreffen sagt sie: „Ich dachte: Oh, sie ist mein Mini-Me. Ich fand sie einfach total toll. Und wir waren uns so ähnlich. Wir hatten denselben Haarschnitt!“ Dass Kristen später Schauspielerin wurde, „schockiert“ sie noch heute, wie die zweifache Oscar-Preisträgerin sagt, weil „sie nicht die Persönlichkeit dafür hat“, womit sie meint: „Sie will nicht für ihre Oma singen und im Mittelpunkt stehen.“ Neben dem damaligen Haarschnitt haben die beiden natürlich auch gemeinsam, dass sie sich als queer outeten, als sie bereits Stars waren: Jodie 2013 in einer Dankesrede bei den Golden Globes, Kristen 2016 in der britischen Elle (K-Word #158).

Maren Kroymann wirbt dafür, an einer Umfrage zum Thema Diskriminierung im Alltag teilzunehmen. „Ich bin eine alte, feministische, vegetarische Lesbe und noch viel mehr. Das alles offen zu leben, darum geht es“, sagt sie in dem Clip. „Diskriminierung ist manchmal überhaupt nicht laut. Die ist manchmal überhaupt nicht greifbar. Zum Beispiel, wenn jemand sagt: ‚Sie sehen ja gar nicht aus wie eine Lesbe.‘ Und das soll ein Kompliment sein.“ Die Befragung wird von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes durchgeführt. Hier geht es zum (natürlich anonymen) Fragebogen.

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Weiterlesen: K-Word #641: Neues aus der Lesbenwelt

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