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K-Word #643 Neues aus der Lesbenwelt

Lucy Diakovska & Yasi Hofer – ein Zeichen für Vielfalt und Liebe, lesbische Lovestory in „Bridgerton“, Lesben in „Star Trek: Starfleet Academy“, tanzt Nessi in „Let's Dance“ mit einer Frau? Oscar-Nominierung für „Come See Me in the Good Light“ - und mehr!

Screenshot YoutubeLucy Diakovska und Yasi Hofer: Lesbische Sichtbarkeit in der ARD-Show „Schlagerchampions“

Von Karin Schupp

23.1.2026 - Queere Sichtbarkeit in der Schlagerwelt: Lucy Diakovska und ihre neue Liebe, die Gitarristin Yasi Hofer, performten am letzten Wochenende in der ARD-Show Schlagerchampions mit Marianne Rosenberg deren Hit „Ich bin wie du“. „Was für ein Moment“, schrieb Yasi danach auf Instagram. „Es war ein Zeichen. Für Vielfalt. Für Liebe in jeder Form. Für Mut, Haltung und Zusammenhalt.“ Die beiden, die ihre Beziehung im Oktober öffentlich machten (K-Word #632), glauben übrigens nicht an die Ehe. „Ich glaube nicht, dass so eine Bindung Paare zusammenhalten kann. Wir haben uns ja schon und brauchen dazu keinen Ring am Finger“, sagte die No Angels-Sängerin im Bild-Interview und ihre Freundin erzählte, dass sie regelmäßig „Flittertage“ feiern: „Ich habe gesagt, wir machen 20 kleine Hochzeiten und laden immer nur zehn Menschen dazu ein.“ Yasi Hofer tourt übrigens ab Februar durch Deutschland (Orte/ Termine).

Und noch ein lesbisches Duett: Brandi Carlile holte während des „Girls Just Wanna Weekend“-Festivals in Mexiko The L Word-Star und Musikerin Leisha Hailey auf die Bühne. Das von Carlile ins Leben gerufene Event, zu dem die 11-fache Grammy-Gewinnerin weibliche und nichtbinäre Acts einlädt, findet seit 2019 statt. Hailey und ihr The L Word-Ko-Star Kate Moennig waren in diesem Jahr zu Gast, um ihre gemeinsame Autobiografie „So Gay For You“ (L-MAG-Rezension) vorzustellen.

Eine verdiente Oscar-Nominierung bekam gestern der Dokumentarfilm Come See Me in the Good Light (bei Apple TV), der das Dichter:innen-Paar Andrea Gibson, damals schwer krebserkrankt, und Megan Falley begleitet (Gibson starb im Juli 2025). Produziert wurde der Film unter anderem von den lesbischen Promis Tig Notaro (siehe unten), Brandi Carlile und ihrer Frau Catherine Carlile, Ex-Fußballstar Abby Wambach und ihrer Frau Glennon DoyleDie Oscars werden am 15. März verliehen.

Apple TVMegan Falley (l.) und Andrea Gibson in „Come See Me in the Good Light“

Das Star Trek-Franchise stand schon immer für Diversität, aber das ist an den anti-woken Trollen sichtlich vorbeigegangen: Nach Start der neuen Serie Star Trek: Starfleet Academy (Paramount+) voteten sie die Publikumsbewertungen auf Kino-Webseiten gezielt runter. Grund: Ihnen missfallen unter anderem die vielen weiblichen Charaktere im Cast, die zudem nicht alle dem klassischen Schönheitsideal – jung, weiß, schlank, langhaarig – entsprechen. Selbst Trumps Vizestabschef Stephen Miller ließ es sich nicht nehmen, auf X einen Clip mit „tragisch“ zu kommentieren. Die Szene zeigt Holly Hunter als Captain – Ende 60 (bzw. in der Serie über 400 Jahre alt!) und mit Brille - und zwei Crewmitglieder, gespielt von Gina Yashere und Tricia Black, beide lesbisch. Millers Forderung, stattdessen William Shatner (Captain Kirk, 1966-1994) die „vollständige, kreative Kontrolle“ zu geben, ging nach hinten los. Der 94-Jährige antwortete spöttisch: „Da bin ich ganz Ihrer Meinung! Dass sie im 32. Jahrhundert noch kein Heilmittel für Weitsichtigkeit gefunden haben, ist ein eklatantes Versäumnis der Autoren!“ Übrigens ist mit Tig Notaro als Jett Reto (bekannt aus Star Trek: Discovery) eine weitere Lesbe in der Serie.

HBO Max/Screenshot Für rechte Trolle zu „woke“: Weibliche Vielfalt in der neuen Serie „Star Trek: Starfleet Academy“

À propos Lesben im Weltall: Am 22. Januar startete bundesweit im Kino das Weltraumabenteuer Lesbian Space Princess, in dem eine Prinzessin vom Planeten Clitopolis ihre Ex aus den Fängen der „Straight White Maliens“ befreien muss - knallbunt, witzig, empowernd und voller lesbischer Insider-Gags! In der deutschen Synchronfassung sind einige Schauspielerinnen zu hören, die wir aus lesbischen Rollen kennen: Lena Urzendowsky (Kokon), Jasmin Tabatabai (Fremde Haut), Katy Karrenbauer (Hinter Gittern – der Frauenknast) und Lana Cooper (Looping). Lest hier die L-MAG-Filmkritik.

Salzgeber Witzig und ultralesbisch: „Lesbian Space Princess“, jetzt im Kino

Dieses Reality-TV-Paar habe ich doch glatt verpasst – und es ist ja auch schon wieder vorbei. Im Forsthaus Rampensau, das letzte Woche bei Joyn endete, verliebten sich Gina und Henna ineinander und „heirateten“ (angestachelt von der Produktion) sogar. Danach gab’s in typischer Trash-TV-Manier direkt Ärger, weil Gina aus Spaß mit dem schwulen Kandidaten Leon Content knutschte, und nach der Show war denn auch bald Schluss. Sie hätten sich „noch ein bisschen kennen gelernt“, erzählte Gina in der Reunion-Folge, dann aber sei „der Kontakt ein bisschen ausgelaufen.“ Das lag wohl an Henna: Sie sei sehr freiheitsliebend und habe wohl Bindungsängste, sagte sie und: „Das war mir zu schnell zu ernst und dann hat es nicht geklappt.“

Joyn Trash-TV-Hochzeit: Henna und Gina in „Forsthaus Rampensau“

Die deutschen Meisterinnen von Bayern München trafen beim Trainingslager in Andalusien in einem Testspiel auf die US-Champions Gotham FC – und dabei kam es zu einem Wiedersehen zwischen Linda Dallmann und ihrer guten Freundin, der DFB- und Gotham-Torfrau Ann-Katrin Berger, und deren Verlobten Jess Carter (K-Word #561). Wie das Spiel ausging, wurde nicht bekannt gemacht. 

I Love LA von und mit Rachel Sennott (bekannt aus queeren Rollen in Shiva Baby und Bottoms), steht jetzt bei Sky/ WOW und dem neuen Streamingdienst HBO Max. In der neuen Gen-Z-Serie über eine Freundesgruppe in Los Angeles spielt Sennott eine Künstleragentin, deren erste Kundin ihre College-BFF Tallulah (Odessa A’zion) wird. Die erfolgreiche Influencerin flirtet in Folge 3 mit der angesagten lesbischen Köchin Tessa (Moses Ingram) und ist in der restlichen Staffel mit ihr zusammen - allerdings keine Beziehung mit unbedingter Happy End-Garantie...

HBO Max Tallulah (Odessa A'zion, r.) und Tessa (Moses Ingram) in „I Love LA“

… anders als bei Bridgerton: In der historischen Netflix-Serie erwartet uns eine lesbische Liebesgeschichte, vielleicht schon in Staffel 4, die am 29. Januar startet. Die Hoffnung kam bereits im Finale der dritten Staffel auf, als sich Francesca Bridgerton (Hannah Dodd) und (Masali Baduza), die Cousine ihres Verlobten John Stirling, zum ersten Mal begegneten. In der Romanvorlage von Julia Quinn handelt es sich nämlich noch um einen Cousin, Michael, den Francesca Jahre später nach Johns Tod heiratet. Die lesbische Showrunnerin Jess Brownell (seit Staffel 3 dabei) bestätigte damals in Glamour die geplante Lovestory und erklärte, dass sie Francesca von Anfang an als queer gepitcht habe. Deren Gefühl, „anders“ zu sein, sei „für viele von uns in der queeren Community Teil unserer Geschichte“, erklärte sie und versprach: „Für mich war es wichtig, dass wir ihnen in einer queeren Hauptgeschichte ein Happy End geben konnten, so wie wir es auch bei allen anderen Paaren getan haben.“ Und wenn's diesmal noch nichts werden sollte: Staffel 5 und 6 sind bereits beauftragt.

Netflix/Liam Daniel Francesca (Hannah Dodd, l.) und Michaela (Masali Baduza): Queeres Happy End-Versprechen in „Bridgerton“

In der neuen Let’s Dance-Staffel (ab 27. Feb.) wird das Team LGBTQ aus der Influencerin Vanessa Borck aka @nessiontour aka die fünfte Princess Charming (K-Word #641) und dem schwulen Sänger Ross Antony bestehen. Inzwischen berichtete Promiflash von „Gemunkele“ hinter den Kulissen, dass beide mit einem Profi des gleichen Geschlechts antreten könnten. Bestätigt hat das bisher aber weder Nessi (im Clip bei ersten Tanzversuchen mit ihrer Influencer-Kollegin Yvonne Di Lauro) noch Ross. Wieso denkt man eigentlich immer nur bei queeren Promis an gleichgeschlechtliche Paare? Man muss doch nicht lesbisch sein, um vielleicht lieber mit einer anderen Frau zu tanzen!

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