K-Word #656: Neues aus der Lesbenwelt
Megan Rapinoe und Sue Bird: Liebes-Aus nach zehn Jahren, Cara Delevingne: jetzt auch Sängerin, Starttermin für „Heartstopper“-Film, Katy Perry vs. Ruby Rose, Pamela Anderson, Kehlani, Renee Rapp - und mehr!
Von Karin Schupp
24.4.2026 - Megan Rapinoe und Sue Bird haben sich nach fast zehn Jahren getrennt, wie die zwei US-Sportlegenden am letzten Samstag öffentlich machten. „Es war keine leichte Entscheidung, aber wir haben sie gemeinsam getroffen – voller Liebe, Respekt und Fürsorge füreinander“, schrieben sie auf Instagram, und in ihrem Podcast A Touch More sagte Rapinoe (als würde sie mit ihren traurigen Kinder sprechen): „Wir werden weiterhin für euch alle und füreinander da sein. Es wird nur ein bisschen anders aussehen und sich anders anfühlen.“ Bird ergänzte: „Wir entwickeln uns wirklich zu etwas Neuem – füreinander, für uns selbst und für euch alle.“ A Touch More soll nach sechs solo aufgezeichneten Folgen enden; was aus ihrer gemeinsamen Produktionsfirma wird, ist nicht bekannt. Die wurde jedenfalls gerade von Prime Video mit der Entwicklung einer Fußballerinnen-Serie beauftragt, die auf dem lesbischem Liebesroman Cleat Cute basiert. Die Doppel-Fußballweltmeisterin und die fünffache Olympiasiegerin, eine der besten Basketballerinnen aller Zeiten, lernten sich bei den Olympischen Spielen 2016 kennen. 2017 machte Bird ihre Beziehung, verbunden mit ihrem lesbischen Coming-out, publik (K-Word #209). 2020 hatte sich das Paar verlobt (K-Word #377).
A Touch More/Raven B. Varona Beziehungs-Aus nach fast zehn Jahren: Megan Rapinoe (l.) und Sue BirdSue Bird war übrigens gerade in Berlin: Sie wurde am Dienstag neben Dirk Nowitzki und anderen Basketball-Ikonen feierlich in die „FIBA Hall of Fame“ aufgenommen. Daneben fand die Auslosung zur Frauen-WM 2026 statt, die in der deutschen Hauptstadt ausgetragen wird. Da werden wir Bird wiedersehen: Sie ist „globale Botschafterin“ des Turniers.
FIBA BasketballVerdient in der Hall of Fame: Basketball-Ikone Sue Bird, fünffache Olympiasiegerin und vierfache WeltmeisterinTopmodel und Schauspielerin Cara Delevingne ist jetzt auch Musikerin. Für diese Ankündigung räumte sie gestern ihren Instagram-Account leer, postete dort Fotos und Clips zu zwei Songs und schrieb: „Musik. Sie war schon immer meine größte Angst und meine größte Liebe. ‚I Forgot‘ und ‚Out of my Head‘ sind ein erster Einblick in meinen Gedankenfluss der letzten Jahre. Ich kann es kaum glauben, dass wir endlich so weit sind.“ In einem der Teaser ist sie mit neuer Frisur zu sehen, dazwischen sind Google-Suchanfragen wie „Ist Cara Delevingne in einer Beziehung?“ bis hin zu „Kann Cara Delevingne singen?“ In der Kommentarspalte bekam die queere Britin Beifall von zwei hochkarätigen Kolleginnen - Rita Ora und Katy Perry – und natürlich auch von ihrer Lebensgefährtin, der Londoner Musikerin Minke (K-Word #567).
À propos Katy Perry: Die Popsängerin hat sich bisher nicht selbst zu Ruby Roses Vorwurf geäußert, sie 2010 in einem Nachtclub in Melbourne sexuell belästigt zu haben (K-Word #655): Sie beließ es bei dem scharfen Dementi ihres Presseteams („gefährliche, rücksichtslose Lügen“). Rose erklärte ihrerseits auf Threads, dass sie sich seit ihrer Anzeige nicht mehr dazu äußern dürfe. Zuvor hatte die lesbische Australierin (Batwoman) dort geschrieben, dass der - zu dieser Zeit frisch gebackene - Superstar ihr „ihre ekelhafte Vagina ins Gesicht gerieben“ habe. Die australische Staatsanwaltschaft bestätigte inzwischen auf Nachfrage der Klatschwebseite TMZ, dass der Fall - sollte eine nachweisbare Straftat vorliegen – nicht verjährt sei.
Eva Rinaldi/CC-BY-SA In jüngeren Jahren: Ruby Rose (2012) und Katy Perry (2011)À propos Rose: Am 30. April startet der gleichnamige Film mit der Oscar-nominierten Schauspielerin Sandra Hüller in der Hauptrolle. Sie spielt eine Frau, die sich im 17. Jahrhundert als Mann ausgibt, in einem kleinen Dorf niederlässt und eine arrangierte Ehe mit der Bauerstochter Suzanna (Caro Braun) eingeht. Doch die argwöhnische Dorfgemeinschaft stellt Roses wahre Identität mehr und mehr in Frage…
„Ich bin Feministin und möchte in einer matriarchalen Welt leben“ sagt die irische Musikerin Wallis Bird im L-MAG-Interview. „Es gibt gerade so eine große Angst vor der Zukunft. Doch gemeinsam können wir neue Hoffnung finden, in dem wir die Schönheit des Lebens teilen und etwas Positives haben, wofür es sich zu leben lohnt.“ Die Wahlberlinerin, deren neues Album im Sommer erscheint, schmückt das Cover des neuen L-MAG – jetzt am Kiosk und hier als E-Paper - mit dem Titelthema „Queerer Widerstand“. Außerdem im Heft: die lesbische Truckerin Steffka aus der Dokuserie Trucker Babes, die lesbische Film-Expertin B. Ruby Rich, Lesbenfestivals 2026, was ist eigentlich „weibliche Ejakulation“ und wer ist ein „Baby Gay“, wie immer viele Film-, Serien-, Buch- und Musikempfehlungen und mehr!

Der Heartstopper-Spielfilm hat einen Starttermin: Am 17. Juli kommt das Finale Heartstopper Forever – nach drei erfolgreichen Serienstaffeln - zu Netflix. In der Graphic Novel-Adaption geht’s um LGBTQ-Jugendliche an einer englischen Highschool, darunter das Dream Couple Nick (Kit Connor) und Charlie (Joe Locke), das Paar Tara (Corinna Brown) und Darcy (Kizzy Edgell) und Imogen (Rhea Norwood), die zuletzt ihr queeres Coming-out hatte. Auch die Comicvorlage von Alice Oseman geht zu Ende: Ebenfalls im Juli erscheint der sechste und letzte Band.
In Köln läuft gerade das Internationale Frauen Film Festival (lest unsere 5 lesbischen und queeren Highlights im IFFF-Programm) und im Zürich startet am 28. April das Pink Apple Film Festival. Dort feiert Monika Treuts neuer Dokumentarfilm Cooking Up Democracy über queere und feministische Aktivist:innen in Taiwan Weltpremiere. Im Programm sind auch der belgische Coming-out-Film Skiff über eine 15-Jährige, die sich in die Freundin ihres älteren Bruders verliebt, und À Voix Basse über Lilia (Eya Bouteraa), die mit ihrer Lebensgefährtin Alice (Marion Barbeau) zur Beerdigung ihres Onkels nach Tunesien reist. Dass sie lesbisch ist, weiß ihre Familie nicht, und dass die Homosexualität des Verstorbenen krampfhaft unter der Decke gehalten werden soll, macht ihr das Coming-out nicht gerade einfacher. Der Film startet am 9. Juli auch in deutschen Kinos.
pinkapple.ch In Tunesien nur „Mitbewohnerinnen“: Lilia (Eya Bouteraa, l.) und Alice (Marion Barbeau) in „À Voix Basse“In Rosebush Pruning (Kinostart: 23. April) sehen wir Pamela Anderson als lesbische Mutter. Wie groß ihre Rolle ist, ist unklar – denn eigentlich ist die Mutter in der satirischen Komödie über eine steinreiche Familie, die sich auf einem spanischen Landgut verkrochen hat, gestorben. Offenbar gibt es aber eine überraschende Wendung, in die sie und ihre Freundin, verkörpert von der lesbischen Schauspielerin Elena Anaya, involviert ist.
Felix Dickinson Pamela Anderson als lesbische Mutter in „Rosebush Pruning“Die lesbische Sängerin und Schauspielerin Renee Rapp (K-Word #625) ist das Gesicht der neuen Kampagne für Stella McCartneys „Falabella“. Die gilt als erste vegane Luxus-Handtasche und kam schon 2009 erstmals auf den Markt.
stellamccartney.com Für eine „Falabella“, die Renee Rapp auf den stylish verschwommenen Bildern trägt, müsst ihr allerdings mindestens 620 Euro aus euren Billigbags kramenHeute, an ihrem 31. Geburtstag, veröffentlichte Kehlani (K-Word #401) ihr fünftes Album „Kehlani“. Für die Songs, die - laut einer Clash-Plattenkritik „die ganze Bandbreite weiblicher und nichtbinärer Sexualität thematisieren“, konnte sie unter anderem Gaststars wie Missy Elliott, Lil Wayne, Usher und Cardi B gewinnen. Die R&B-Sängerin, die sich als lesbisch und nichtbinär definiert (aber das Pronomen „sie“ vorzieht), ist mit der britischen Sängerin Kwn zusammen, wie letztere im vergangenen Oktober bestätigte.
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