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K-Word #668: Neues aus der Lesbenwelt

Cynthia Nixon traut in Florida 100 Frauenpaare, Sarah Connor und weitere prominente CSD-Gäste, Kerstin Ott: Jens Spahn mitverantwortlich für Politikverdruss, Nessi zieht mit Freundin zusammen, Kristen Stewart im Regiedebüt ihrer Frau - und mehr!

Von Karin Schupp

24.7.2026 - Cynthia Nixon wird in Florida mindestens 100 Frauenpaare verheiraten – so viele sind nötig, um beim „Bride Pride“ im Februar 2027 den Guinness-Weltrekord zu brechen, wie die Veranstalter:innen in dieser Woche bekannt gaben. Das Event findet in St. Petersburg/Florida statt, die Trauungen werden rechtsgültig sind. Die politisch aktivie Schauspielerin (K-Word #633), die als „Miranda“ in Sex and the City und And Just Like That (dort mit queerem Coming-out) weltberühmt wurde, könnte ihr eigenes Ehegelübde höchstens erneuern: Sie feierte im Mai ihren 14. Hochzeitstag mit ihrer Frau Christine Marinoni. Aktuell ist Nixon in der historischen Serie The Gilded Age (HBO Max, WOW) zu sehen, Staffel 4 startet im Herbst.

Instagram/cynthianixonCynthia Nixon (l.) und Christine Marinoni Ende Juni beim „NYC Dyke March“

Sarah Connor tritt am 25. Juli beim Berliner CSD auf – ohne Gage. „Die queere Community hat mich immer unterstützt“, wird sie in der Pressemitteilung des CSD e.V. zitiert. „Nachdem es in den letzten Jahren nie mit meinem Tourplan vereinbar war, freue ich mich riesig, dass es nun klappt, denn es ist ein ganz besonderer Moment für meinen Vincent und mich, endlich mit euch am Brandenburger Tor feiern zu können!“ Mit „Vincent“ meint sie ihren gleichnamigen Song von 2019, der die Geschichte eines schwulen Jugendlichen erzählt. Zu den weiteren musikalischen Acts gehören Ikkimel, Lea und die queeren Musikerinnen Luna, Mariybu und Ebow. Und vergesst nicht die nächsten Dyke* Marches: am 24. Juli in Berlin, am 25. Juli in Nürnberg und am 31. Juli in Hamburg. 

Nina Kuhn Sarah Connor: Surprise Support Act beim CSD Berlin

Beim Cologne Pride am letzten Wochenende stand unter anderem Miriana Conte auf der Bühne. Die queere Sängerin vertrat Malta beim ESC 2025 und machte dort mit ihrem Song „Serving Cunte“ Schlagzeilen (K-Word #608).

Beim Kölner CSD feierten auch Comedian Tahnee und ihre Frau, DSDS-Veteranin Juliette Schoppmann (K-Word #608).

Die Influencerin Vanessa „Nessi“ Borck (Princess Charming 2025) und ihre Freundin Lara ziehen zusammen. Auf Instagram posteten sie ein Video, das sie in einem Möbelhaus zeigt und verkündeten: „Wir freuen uns so auf diesen gemeinsamen Abschnitt.“ Die beiden, die seit März ein Paar sind (K-Word #660), ließen offen, ob sie künftig in Berlin oder Köln leben werden (oder ganz woanders) und wann der Umzug sein wird – es ist also mit weiteren Postings zu rechnen.

Instagram/nessiontourDer U-Haul ist bestellt: Nessi & Lara bei Ikea

„Du bist ein Grund, warum die Menschen hier in Deutschland nicht mehr an die Politik glauben“, rügte Kerstin Ott auf Instagram den CDU-Politiker Jens Spahn, der in den USA Vater per Leihmutter wurde, während er das Leihmutter-Verbot in Deutschland bislang unterstützte. Auch seinen Rücktritt bewertete die Schagersängerin kritisch, denn nicht alle könnten „entscheiden, ob sie einfach auf ihr privates Glück setzen und dann halt einen Rücktritt in Kauf nehmen.“ Ebenfalls im Juli kritisierte Ott im Tagesspiegel (Paywall) LGBTQ, die „ständig nur nach Schutzräumen suchen“. Denn dadurch schließe man andere Menschen aus, so dass „ebenfalls eine Ablehnung [entsteht] – nur von der anderen Seite“, war ihr recht schräges Argument. Sie wolle sich auch „nicht über Begriffe wie ‚queer‘ oder ‚lesbisch‘ definieren, weil das für mich keine Rolle spielt“, erklärte die lesbisch lebende Musikerin (die früher mit dem Begriff keine Probleme hatte, K-Word #331). Dafür sagt sie jetzt „klar: Ja, ich bin Feministin“ - zu der Erkenntnis, dass man das auch sein könne, wenn man sich gut mit Männern versteht, brachte sie ihre Teenie-Tochter.

Jule Mehrhoff Kerstin Ott hat Meinung

Die queeren Sängerinnen LUNA und NESS starteten im Juli einen Podcast: In SHITCHAT (auf Youtube und Spotify) erzählen sie von ihrem „echten Leben als Musikerinnen“ auf Tour und beim Songschreiben, sprechen aber auch über Mental Health, Monogamie und Princess Charming.

Instagram/lunaamusic, Foto: Jeanette FriedrichNeuer queerer Podcast von den Sängerinnen LUNA und NESS

Jetzt bei Streamingdiensten: Der Fantasyfilm 100 Nights of Hero basiert auf der gleichnamigen Graphic Novel von Isabel Greenberg und erzählt eine queere und feministische Variante der Märchen aus 1001 Nacht: Zwei verliebte Frauen, die Adelige Cherry (Maika Monroe) und ihre Magd Hero (Emma Corrin, K-Word #560), setzen sich gegen die perfide Wette zwischen Cherrys Mann Jerome und seinem Hausgast Manfred (Nicolas Galitzine) zur Wehr: Der soll Jeromes Hab und Gut bekommen, wenn er sie innerhalb von 100 Nächten verführt. Das weiß Hero jedoch zu verhindern, indem sie ihn Nacht für Nacht mit fesselnden Geschichten ablenkt. Der Trailer ignoriert allerdings – wie so oft - die queere Liebesgeschichte weitgehend:

The Wrong Girls, das Regiedebüt von Kristen Stewarts Frau Dylan Meyer hat in den USA im August Premiere. In der Kifferkomödie mit Stewart und Alia Shawkat (Duck Butter) finden zwei dauerbedröhnte Freundinnen eine experimentelle Droge, die ihnen telepathische Fähigkeiten verleiht. Bald jagen ihnen skrupellose Wissenschaftler:innen und Kriminelle hinterher, die die Substanz haben und die beiden als Versuchspersonen benutzen wollen. Für ihre Indie-Produktion, die sie mit kleinem Budget in einem Monat drehte, konnte Meyer weitere prominente Namen gewinnen, darunter Cate Blanchett, Geena Davis, Seth Rogen und Kate McKinnon (K-Word #334).

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