L-Mag

K-Word #669: Neues aus der Lesbenwelt

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD: die Community steht zusammen! Wird die Ex-Weltfußballerin Nadine Keßler Ministerin? Leisha Haileys Band Uh Huh Her ist wieder da, neue lesbische Buddy Cop-Serie im ZDF - und mehr!

Instagram/lunnaamusicLUNA auf der Bühne der CSD-Abschlusskundgebung in Berlin 2026

Von Karin Schupp

31.7.2026 - Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD, bei dem eine 65-jährige Frau aus Polen getötet und 31 Menschen verletzt wurden, trauert die LGBTQ-Community. Aber wir versuchen auch, uns gegenseitig Kraft und Mut zu geben, weiter gegen Hass und Ausgrenzung zu kämpfen. „Das war ein Angriff auf unsere queere Freiheit und wir dürfen trauern!“, schrieb die Sängerin Luna, die auf der Abschlusskundgebung auftrat, auf Instagram. „Queeres Leben muss geschützt werden und solange nicht jeder Mensch sicher sein kann, bleiben wir mutig.“

„Diese Sekunden, als ich über dieses Geländer gesprungen bin, zusammen mit meiner Freundin und den Leuten, die hinter uns her kamen, das ist das, was mir noch so im Kopf bleibt“, erinnerte sich die Podcasterin und Moderatorin Ricarda Hofmann (Busenfreundin), die durch das CSD-Abendprogramm führte, gegenüber der Brigitte und sagte: „Ich bin überzeugt, dass wir nicht leise sein dürfen“.

„Lassen wir uns nicht instrumentalisieren“, mahnte Wilhelmine und postete diese Momente von ihrem Auftritt auf der Abschlusskundgebung:

„Lasst uns jetzt bitte nicht leiser werden“, schrieb Influencerin und Princess Charming-Star Vanessa „Nessi“ Borck, die nur wegen einer Hochzeitseinladung nicht beim CSD war. „Ich weiß, viele haben jetzt Angst… Lasst uns füreinander da sein, zusammenhalten und weiter für eine Welt kämpfen, in der Liebe niemals Angst machen muss.“ Heute Journal-Moderatorin Dunja Hayali, die nach einem Vorbericht auf den CSD (siehe unten) – wie schon so oft (K-Word #637) - Hass aus der rechten Bubble bekam, thematisierte, „dass aus bestimmten Kreisen nur wenig bis kein Mitgefühl mit dem Opfer, den Verletzten oder der queeren Community zu hören ist, sondern vielmehr Hohn und Spott darüber, dass der mutmaßliche Täter ein mutmaßlicher Islamist ist… Das könnte daran liegen, dass Islamisten und Rechtsextreme viele Überschneidungen haben.“

Solidaritätsbotschaften kamen auch von Allys: „Liebe ist niemals der Fehler, Angst und Hass niemals eine Antwort“, sagte Ikkimel, die zuvor auf der CSD-Bühne gerappt hatte, in ihrer Instagram Story. „Ich hoffe, dass viele Menschen jetzt realisieren, wie wichtig es ist, dass wir streng zusammenhalten – jetzt noch mehr als sonst. Bitte, bitte, bleibt stark!“ Auch Jeanette Biedermann wünscht sich, „dass dieser Anschlag abermals aufrüttelt und uns noch fester zusammenstehen lässt.“ Die No Angels ließen uns wissen: „Wir stehen an eurer Seite.“ Und die Moderatorin Ruth Moschner schrieb: Liebe ist immer richtig! Unsere Tränen sind unsere Stärke. Sie spülen den Hass weg" und forderte:

Inmitten des Kabinettsumbaus von Bundeskanzler Merz tauchte ein überraschendes Gerücht auf: Laut einer Meldung des Handelsblatt soll Nadine Keßler als neue Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Gespräch sein. Die Ex-Fußballnationalspielerin wurde 2013 Europameisterin und war 2014 Europas Fußballerin des Jahres und FIFA-Weltfußballerin des Jahres. Leider musste sie ihre  sportliche Karriere 2016 wegen einer Knie-Verletzung beeenden, aktuell ist sie UEFA-Direktorin für Frauenfußball. Mit ihrer Frau Emily Shaw (K-Word #491), die ebenfalls bei der UEFA arbeitet, hat Keßler zwei Kinder. Was ihre politische Aktivitäten angeht, ist bisher nur bekannt, dass sie von der saarländischen SPD 2009 zur Wahl des Bundespräsidenten abgesandt wurde. Sie selbst hat sich bisher nicht dazu geäußert, ob sie überhaupt an dem Posten interessiert wäre. Wie ran.de berichtete, soll sie auch eine Führungsposition in der UEFA im Auge haben.

Instagram/_.nadinekessler._Bald Bundesministerin? Nadine Keßler (l.) mit ihrer Frau Emily Shaw

Wer gerne queere Buddy-Cop-Serien sieht, aber die australische Serie Deadloch zu überdreht fand, muss nur auf die Nachbarinsel schauen: Back Up – Auf Streife mit der Ex heißt eine deutsch-neuseeländische Koproduktion, die ab 2. August im ZDF läuft (So, 22:15 Uhr) und schon jetzt auf zdf.de steht. Die Polizistin Mihi (Roimata Fox) kehrt nach acht Jahren in ihr Heimatkaff zurück und trifft ihre frühere Kollegin Deb (Morgana O’Reilly) wieder. Die begegnet ihr feindselig - kein Wunder: Die beiden waren nämlich mal ein Paar, bis Mihi sich plötzlich aus dem Staub machte. Und während die offen lesbische Deb ihrer großen Liebe immer noch hinterher trauert, ist Mihi mittlerweile mit einem Mann verheiratet - aber ist sie wirklich über ihre damalige Beziehung hinweg?!?!? Die Krimifälle in einer Kleinstadt, in der sich alle kennen, bieten Humor à la Mord mit Aussicht – und im Laufe der sechs Folgen kommt eine schöne lesbische Lovestory hinzu, die auf eine zweite Staffel hoffen lässt! 

ZDF/Julie Zhu Geht da noch was? Die Polizistinnen Mihi und Deb in der neuen ZDF-Serie „Back Up - Auf Streife mit der Ex“

Noch mal Down Under: In der Arte-Mediathek stehen jetzt die Staffeln 3 und 4 der Serie Please Like Me. In der australischen Dramedy von und mit Josh Thomas geht’s um den jungen unsicheren Schwulen Josh und seine Freund:innen, darunter die lesbische Hannah (Hannah Gadsby, K-Word #402) und Joshs Ex Claire, gespielt von der queeren Schauspielerin Caitlin Stasey. Auch mentale Gesundheit und Depressionen spielen eine Rolle. Die ersten beiden Staffeln sind aktuell leider nicht in Deutschland verfügbar.

ABC2 Hannah Gadsby (l.) und Debra Lawrance in „Please Like Me“

Am 3. August (20:15 Uhr) startet in SAT.1 und auf Joyn Staffel 2 von Villa der Versuchung. Und das erwähne ich nur deshalb hier, weil Chika Ojiudo-Ambrose zu den Kandidat:innen gehört. Die Influencerin und Sängerin war zuvor mit ihrer Frau Carina Nagel schon in den Realityshows Forsthaus Rampensau (K-Word #582) und in diesem Jahr in #CoupleChallenge (K-Word #652) zu sehen. Im Villa der Versuchung-Cast ist auch der erste Prince Charming-Prinz Nicolas Puschmann.

Instagram/chikaojioSolo in „Villa der Versuchung“: Chika Ojiudo-Ambrose (r.), hier mit ihrer Frau Carina Nagel

Uh Huh Her sind wieder da: Das queere Electropop-Duo mit The L Word-Star Leisha Hailey und Camila Grey re-releast am 7. August sein Album „Nocturnes“ aus dem Jahr 2011 und zwei neue Songs. Einer davon ist „Kool Things“, ein Cover des 1990 erschienenen Titels von Sonic Youth. „Das ist unser Liebesbrief an dieses großartige feministische Punk-Manifest“, erklärt Hailey im Pressetext. Den Part, in dem im Original Männerstimmen zu hören sind, ließen Uh Huh Her „ganz bewusst“ weg: „Die haben wir lange genug gehört“, so Hailey. Inspiriert wurde Gordon zu ihrem Song durch ein frustrierendes Interview mit LL Cool J, das sie 1989 für Spin führte. Uh Huh Her, 2010 Headliner des ersten L-Beach-Festivals, hatten sich 2016 aufgelöst, nachdem sie sich auch als Paar getrennt hatten.

Man sollte nicht glauben, dass Rebecca Ferguson (Dune) hetero ist (zumindest soweit bekannt!): Auf der Comic Con am letzten Wochenende benötigte die Schauspielerin (aktuell in der Apple TV-Serie Silo zu sehen) nur einen kurzen Satz, um die Content Creatorin und Youtuberin Snitchery ein wenig aus der Fassung zu bringen: Auf deren Frage, welchen Luxusgegenstand sie in einen Silo mitnehmen würde, antwortete Ferguson mit der simplen Gegenfrage: „Hast du Zeit?“

Am nächsten Freitag macht K-Word Urlaub und ist am 14. August wieder da!

Weiterlesen: K-Word #668: Neues aus der Lesbenwelt

Folge uns auf Instagram, Facebook und Bluesky

 

Die aktuelle Ausgabe der L-MAG  erhältlich am (Bahnhofs-)Kiosk, im Abo, als e-Paper und bei Readly. Mit dem Kauf bekommst du nicht nur spannenden Lesestoff, sondern unterstützt auch unabhängige queere Medien!

Aktuelles Heft

Queer-feministische Medizin

Wie finden lesbische und queere Frauen gute medizinische Hilfe? Wer schliesst die Lücken? Ausserdem im Heft: Pride-Special
Hier abonnieren!



Finde deinen Weg zum Heft…

Bleibt out und proud!

 

Nur mit euch, unseren Leser:innen und online-Nutzer:innen, bekommen wir das hin! Helft uns, damit wir diese Zeiten durchstehen, die in politischer wie finanzieller Hinsicht nicht einfach sind. Journalismus, der nicht nur in Social Media Bubbles stattfindet, unabhängig ist und dialogbereit bleibt, hat es zunehmend schwer.

Unterstützt unsere Arbeit!

Vielen Dank!
Euer L-MAG-Team

 

 


L-MAG.de finde ich gut!

Bleibt out und proud!

 

Nur mit euch, unseren Leser:innen und online-Nutzer:innen, bekommen wir das hin! Helft uns, damit wir diese Zeiten durchstehen, die in politischer wie finanzieller Hinsicht nicht einfach sind. Journalismus, der nicht nur in Social Media Bubbles stattfindet, unabhängig ist und dialogbereit bleibt, hat es zunehmend schwer.

Unterstützt unsere Arbeit!

Vielen Dank!
Euer L-MAG-Team

 

 


L-MAG.de finde ich gut!
x