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K-Word #74: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Lily Tomlin bekommt einen Preis von Präsident Obama, Karl Lagerfeld outet Model-Affäre, zweifelhafte L-Gerüchte um Taylor Swift, neuer Song mit Beth Ditto, neuer Rekord von Saskia Beecks, lesbische Golden Globes-Nominierungen und Frauen in Anzügen

Von Karin Schupp

l-mag.de, 12.12.2014 - Als erste offene Lesbe bekam Lily Tomlin am Sonntag den Kennedy-Preis, einen der renommiertesten Künstler-Preise der USA - und kein Geringerer als Präsident Barack Obama hielt die Laudatio auf sie (und die weiteren Preisträger Tom Hanks, Sting, Al Green und Patricia McBride). Die Oscar-nominierte Schauspielerin (Nashville) und Comedienne, die Silvester 2013 ihre langjährige Lebensgefährtin Jane Wagner heiratete und am 1. September 75 wurde, ist im nächsten Jahr in der Netflix-Sitcom Grace & Frankie an der Seite von Jane Fonda zu sehen.

Barack Obama ehrt Lily Tomlin - die Regenbogenfarben um ihren Hals sind kein lesbisches Statement, sondern die Farben des Kennedy Centers - Foto: Screenshot YouTube

Hat Karl Lagerfeld die Models Cara Delevingne und Kendall Jenner als Paar geoutet? Im österreichischen Kurier erklärte er jedenfalls, wieso er Kim Kardashians Halbschwester für seine Chanel-Show letzte Woche in Salzburg engagierte: "Sie hat die viel bessere Figur als ihre Schwester. Außerdem ist sie mit Cara zusammen." Dass Cara mindestens bi ist (K-Word #66), ist kein Geheimnis, ihre Freundschaft mit Jenner auch nicht - die L-Gerüchte brodeln allerdings erst seit Anfang Dezember. Cara könne „die heterosexuellste Frau der Welt für eine Nacht umdrehen“, sagte eine der unvermeidlichen „Quellen“ der Website Radar Online. Und „Kendall würde alles dafür tun, um als Supermodel zu gelten." Dazu gehört also heutzutage eine lesbische Affäre?!

Für viele schon Beweis genug: Cara Delevingne (rechts) und Kendall Jenner auf dem aktuellen Cover der Zeitschrift "Love"...

Lagerfeld hat ja was für Lesben übrig: Beth Ditto und Topmodel Freja Beha Erichsen (s. K-Word #6) gehör(t)en zu seinen Musen. Delevingne, die in Lagerfelds neuem Chanel-Kurzfilm Reincarnation die Kaiserin Sisi gibt, startet jetzt auch als Schauspielerin durch: 2015 ist die Britin in fünf Kinofilmen zu sehen.

Zwei weitere BFFs von Cara Delevingne bekamen ihr eigenes Lesbengerücht: der angebliche Videobeweis ist allerdings mehr als dürftig: nach Knutschen sieht das nicht aus, was Popstar Taylor Swift und Supermodel Karlie Kloss bei einem Konzert von The 1975 da machen - wenn man überhaupt etwas darauf erkennt. Swifts Reaktion auf Twitter: zu ihrem Geburtstag am Samstag wünscht sie sich Folgendes:

Frauen in Anzügen müssen nicht homosexuell sein, um einen Platz in K-Word zu finden (s. K-Word #68)... Über Julia Roberts‘ Look für die Frühjahr/ Sommerkampagne von Givenchy sagte Creative Director Ricardo Tisco bei style.com: „Eine starke Frau mit Sex-Appeal, aber gleichzeitig maskulin – das ist mein Stil.“ Tja, was für solche Modefuzzis alles schon ‚maskulin‘ ist… Daneben seht ihr Olivia Wilde (die in Dr. House die bisexuelle Ärztin Thirteen spielte) in der neuen Kampagne für die H&M-Biokollektion Conscious Exclusive.

Julia Roberts, Olivia Wilde, Jennifer Beals (v.l.n.r.) - Fotos: Givenchy, H&M, Showtime

Und rechts steht die wahre Lesbenikone im Anzug, Jennifer "Bette Porter" Beals (The L Word), die auch einen Geburtstagswunsch hat: bis zu ihrem Geburtstag am 19. Dez. sammelt sie Spenden für ein Forschungsinstitut für Kinderkrankheiten in New York. Ihr Ziel von 19.000 $ hat sie bereits überschritten - wer Gutes tun und ein persönliches Dankeschön von ihr auf Twitter kriegen will, klicke hier.

Jetzt auf DVD: der französische Film Violette über die bisexuelle Autorin Violette Leduc (Emmanuelle Devos) und ihre Mentorin Simone de Beauvoir (Sandrine Kiberlain), in die sie hoffnungslos verliebt war. Leduc (1907-1972) schrieb unter anderem die lesbische Internatsgeschichte Thérèse und Isabelle, die 1968 verfilmt wurde.

Gestern wurden die Golden Globes-Nominierungen bekannt gegeben, und wir gratulieren den queeren Serien Orange is the New Black (Netflix) und Transparent (Amazon), die als „Beste TV-Serie: Musical oder Comedy“ nominiert sind, und den OITNB-Darstellerinnen Taylor Schilling (Piper) und Uzo Aduba ("Crazy Eyes“), die wie im Vorjahr auf der Liste stehen. Der lesbisch-schwule Film Pride geht als „Bester Kinofilm: Musical oder Komödie“ ins Rennen. Nominiert wurde auch die Romanverfilmung Olive Kitteridge (leider hetero) von der lesbischen Regisseurin Lisa Cholodenko (The Kids Are All Right), und ihre The Kids Are All Right-Hauptdarstellerin Julianne Moore (die 2015 in Freeheld wieder eine Lesbe spielt) könnte gleich zwei Mal gewinnen: sie ist für Still Alice und Map To The Stars nominiert. Die Preisverleihung, moderiert von dem wunderbaren Duo Tina Fey und Amy Poehler, findet am 11. Januar statt - und wer weiß, was diesmal passiert: 2013 hielt Jodie Foster hier ja ihre berühmte Nicht-Coming Out-Rede!

"Wiegst du 30 Kilo zu viel, bist du die fette Lesbe", zitiert die Welt die Ex-Berlin Tag & Nacht-Darstellerin Saskia Beecks. Die hat einen Crowdfunding-Rekord für Bücher aufgestellte: für ihr Werk "So habe ich es geschafft" sammelte sie im Internet 38.000 Euro, verkauft hat sie bisher 7000 Exemplare.

Saskia Beecks (r.) und Freundin Juliane - Foto: Facebook Juliane McLachlan

Mit ihrer Band Gossip scheint Beth Ditto gerade zu pausieren - singen tut sie aber dennoch: mit der französischen Electro-Band The Shoes nahm sie den Disco-Hit „Supernature“ (1977) von Cerrone neu auf. Der Cover-Song erscheint im Januar auf der "Best Of"-Compilation des Franzosen, der einer der größten Disco-Produzenten der 70er- und 80-Jahre war.


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