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K-Word #79: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Ellen wehrt sich gegen homophobe Vorwürfe, Sleater-Kinney lassen ihre Freunde singen, ein Tegan and Sara-Song ist für den Oscar nominiert und andere Oscar- und Golden Globes-News, Ladyhawke heiratet, Carolin Emcke kriegt einen Preis - und mehr!

Von Karin Schupp

l-mag.de, 16.1.2015 - “Ich versuche nur die Menschen zu beeinflussen, freundlicher und mitfühlender miteinander umzugehen“, reagierte Ellen DeGeneres auf die Vorwürfe des homophoben Pfarrers und Buchautoren Larry Tomczak, dass sie in ihrer Show für Homosexualität werbe. Sie zelebriere ihr Lesbischsein und ihre Ehe (letzteres schrieb er natürlich in Anführungszeichen), schimpfte Tomczak in einem Artikel, während sie mit Gästen wie Taylor Swift gezielt junge Mädchen vor die Fernsehgeräte locke. „Ich will niemanden einer Gehirnwäsche unterziehen, aber hört auf den Klang meiner Stimme", witzelte Ellen, während sie eine hypnotische Spirale in der Hand hielt. "Achtung, Jugend der Welt: Ich will, dass ihr euer Leben genauso lebt, wie ihr seid. Das Wichtigste ist, euch treu zu bleiben!“

Dass Ellen ihre "gay agenda" in diesem Jahr nicht als Moderatorin der Oscar-Verleihung (22. Feb.) verbreiten darf, ist für den Homohasser sicher kein Trost, denn den Job übernimmt der schwule Schauspieler Neil Patrick Harris (How I Met Your Mother). Und ist Tegan and Saras „Everything Is Awesome“ aus The Lego Movie, der in der Kategorie "Bester Song" nominiert wurde, etwa keine Homo-Propaganda in einem *japs* Kinderfilm??? Die lesbischen Zwillinge haben den Song zwar nicht selbst geschrieben, werden ihn aber bestimmt auf der Academy Awards-Bühne performen.

Davon abgesehen kommen die Lesben in diesem Jahr allerdings ziemlich kurz. Die lesbische Regisseurin Laura Poitras (die in Berlin lebt) ist für Citizenfour, ihren Dokumentarfilm über Edward Snowden, nominiert und tritt in dieser Kategorie gegen Finding Vivian Maier  an. Darin geht John Maloof (gibt's schon auf DVD) dem Leben und Werk einer rätselhaften und irgendwie queeren Fotografin und Nanny nach.

Und wenn die Kamera nicht gerade auf die lesbische Super-Produzentin Megan Ellison (K-Word #27) schwenkt, deren Film Foxcatcher für fünf Oscars nominiert ist, müssen wir uns wohl auf die nominierten Schauspielerinnen konzentrieren: Patricia Arquette, Laura Dern, Keira Knightley, Emma Stone, Meryl Streep für die "Beste Nebenrolle", Julianne Moore, Felicity Jones, Rosamund Pike, Reese Witherspoon und Marion Cotillard für die "Beste Hauptrolle".

Noch mehr Preise: Am Sonntag gewann die Amazon-Serie Transparent, die mehrere trans*, lesbische und bisexuelle Charaktere zeigt, einen Golden Globe und warf damit die ebenfalls nominierte Knastserie Orange Is The New Black aus dem Rennen. Auch die nominierten OITNB-Stars Taylor Schilling (Piper) und Uzo Aduba ("Crazy Eyes") gingen leer aus, ebenso die lesbische Regisseurin Lisa Cholodenko (The Kids Are All Right) für ihren TV-Film Olive Kitteridge.

A propos Orange Is The New Black und Uzo Aduba: Ruby Rose, die in der kommenden dritten Staffel ein "Lustobjekt für Piper und Alex" spielt (K-Word #78), postete gestern auf Facebook dieses schöne Selfie mit ihrem Co-Star:

Alle lieben "Crazy Eyes": OITNB-Neuling Ruby Rose (r.) und Uzo Aduba - Foto: Facebook/ Ruby Rose

Anlässlich des heutigen Erscheinens ihres neuen Albums „No Cities To Love“ bat das Frauentrio Sleater-Kinney ein paar Freunde und Freundinnen, den Titelsong zum besten zu geben, darunter auch Ellen Page, Natasha Lyonne (Orange Is The New Black), Brie Larson (Taras Welten) und Comedian Sarah Silverman (und seien wir ehrlich: die meisten klingen wie Julia Roberts in der Badewanne in Pretty Woman...). Die Bandmitglieder Carrie Brownstein (Transparent), Corin Tucker und Janet Weiss singen natürlich auch mit! "No Cities To Love" ist das erste Album der legendären Riot Grrrl-Band seit 2006. 

Am Sonntag läuft Ulrike Folkerts' neuer Lena Odenthal-Tatort: In „Die Sonne stirbt wie ein Tier“ geht’s um einen toten Tierpfleger und die Frage, ob sein Mord in Zusammenhang mit einer aktuellen Pferdeschänder-Serie steht (18. Jan., 20:15 Uhr, ARD).

Die holländische Ausgabe von Bauer sucht Frau präsentiert in seiner aktuellen Staffel erstmals eine lesbische Kandidatin. Bertie (40), Mutter von zwei Töchtern, sucht in Boer zoekt Vrouw eine „intelligente, feminine Partnerin, die manchmal aus der Reihe tanzt“. In Deutschland ging der Kuppelshow 2014 seine zweite lesbische Kandidatin abhanden, weil die sich inzwischen jenseits der RTL-Kameras verliebt hatte (K-Word #62).

Kandidatin Bertie (l.) mit Moderatorin Yvon Jaspers - Foto: KRO/ boerzoektvrouw.kro.nl

Die lesbische Journalistin Carolin Emcke bekommt am Samstag den Lessing-Preis des Freistaats Sachsen 2015. Der mit 13.000 Euro dotierte Preis zeichnet „herausragende Leistungen im Geiste Lessings“ aus. Emcke schrieb viele Reportagen aus Kriegs- und Krisengebieten, veröffentlichte das autobiografische Buch Wie wir begehren (2012) und begleitete Anfang 2014 Thomas Hitzlspergers Coming Out in der ZEIT. Im letzten Frühjahr produzierte sie mit der Regisseurin Angelina Maccarone (Fremde Haut) das Videoprojekt „Tolerant? Sind wir selber“ (K-Word#41). Die Verleihung findet in Lessings Geburtsstadt Kamenz statt.

Carolin Emcke - Foto: Amrei-Marie, CC-BY-SA

Die Musikerin Ladyhawke, in ihrer neuseeländischen Heimat ein Star und auch hierzulande keine Unbekannte („Paris Is Burning“), hat ihre Freundin Madeleine Sami geheiratet. Von der Hochzeit am letzten Samstag in ihrer Heimatstadt Masterton gibt es keine Fotos, aber die Presse äußerte die wenig riskante Spekulation, dass Ladyhawke wohl kein Kleid trug: sie ist nämlich bekannt dafür, nie "Frauenkleidung" zu tragen. Die 35-Jährige outete sich vor fünf Jahren öffentlich, sprach bisher aber nicht über ihre Beziehung mit Sami, die Schauspielerin und Comedian ist und mit ihren Schwestern in der Band The Sami Sisters spielt. Die beiden leben in Los Angeles.

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