L-Mag

1:0 für Nilla Fischer

Gestern war Premiere: Als erste Kapitänin eines Bundesligateams spielt Nilla Fischer vom VfL Wolfsburg künftig mit dem Regenbogen am Arm. Für ihre Aktion gegen Homophobie hat die schwedische Nationalspielerin die volle Unterstützung ihres Vereins.

Uta Zorn Nilla Fischer mit Regenbogen-Kapitänsbinde - dazu verlas der Stadionsprecher diesen Text des DFB: „Gegenseitiger Respekt, Teamgeist und Solidarität stehen [beim Fußball] an erster Stelle - unabhängig von Glaube, Herkunft, Hautfarbe oder sexueller Identität.“

Von Uta Zorn

l-mag.de, 20.3.2017 - Zum gestrigen Topspiel der Frauenbundesliga, VfL Wolfsburg gegen Bayern München, führte Nilla Fischer, wie so oft, ihr Team auf den Rasen. Doch heute war es etwas ganz Besonderes, denn Nilla trug den Regenbogen am Arm. Als erste Kapitänin eines Bundesligateams spielt sie künftig mit einer Kapitäninnenbinde in den Farben des Regenborgens.

Die Schwedin (32) kickt seit ihrer Kindheit, wurde mit 16 Nationalspielerin, dann Meisterin in Malmö und zog 2013 zusammen mit ihrer Frau Mariah-Michaela nach Wolfburg, um dort Titel zu gewinnen. Für den Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Bremen-Niedersachsen ist sie das „Gesicht 2017“ und für uns schon lange eine der wenigen Spitzensportlerinnen, die offen über ihr Lesbischsein spricht.

Der VfL Wolfsburg unterstützt Nillas Idee, den Regenbogen zu tragen

Jetzt ist Nilla mit dem Wunsch, den Regenbogen zu tragen, an ihren Verein herangetreten und hat große Unterstützung erfahren. Passend zu den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die vom 13. bis 26. März stattfinden, hat der Verein die Aktion erlaubt. VfL-Geschäftsführer Thomas Röttgermann in einer Pressemitteilung dazu: „Als VfL Wolfsburg stehen wir ausdrücklich für Vielfalt und eine bunte Gesellschaft und stellen uns gegen jede Form von Ausgrenzung und Diskriminierung. Nilla Fischer repräsentiert damit also genau jene Werte, für die wir stehen. Großer Respekt für diese Aktion.“

Was in anderen Sportarten (z.B. Handball) oder anderen Ländern durchaus üblich ist - zum Beispiel die regenbogenfarbenen Eckfahnen und Trikotaufdrucke des schwedischen Clubs FC Rosengård oder die Regenbogen-Schnürsenkel im englischen Fußball -, ist in Deutschland nur mit der Lupe zu finden. Im Männerfußball flaggt der FC St. Pauli dauerhaft den Regenbogen über dem Stadion und trug ihn auch am Ärmel eines Trikots – aber im Frauenfußball herrschte bisher Fehlanzeige.

"Der Regenbogen symbolisiert Stolz, Vielfalt und Respekt"

Nilla Fischer sagte über ihre Aktion: „Die Möglichkeit, mit der Regenbogen-Kapitänsbinde aufzulaufen, bedeutet mir sehr viel. Der Regenbogen symbolisiert Stolz, Vielfalt und Respekt füreinander. Im Fußball machen wir uns oft gegen Rassismus stark, was großartig ist. Aber mir ist es wichtig, das große Ganze zu betrachten, und da müssen wir auch Homophobie und Sexismus ins Blickfeld nehmen.“

Ach ja, Fußball gespielt wurde auch. Wolfsburg gewann mit 2:0 gegen die Titelverteidigerinnen aus München und festigte damit den zweiten Tabellenplatz hinter den in dieser Saison stark spielenden Turbinen aus Potsdam. Der Abstand zu Bayern München auf Platz 3 beträgt nun vier Punkte. Kommenden Donnerstag müssen München und Wolfsburg im Champions League-Viertelfinale gegen die französischen Teams aus Paris und Lyon ran. Allerdings bleibt da der Regenbogen im Schrank, denn der europäische Verband (UEFA) hat spezielle Vorgaben für das Aussehen der Binde. Aber zumindest „Respekt“ steht drauf.

Nilla Fischer bedankte sich nach dem Spiel bei ihrem Verein:

Alles rund um die Bundesliga, die Champions League und den Frauenfußball überhaupt findet ihr auf Uta Zorns Website Cornerkick.

Anzeige

Über die neue Serie auf SOONER

„Wenn "The L Word" im Jahr 2014 geschrieben, durch die satirische Linse von "Girls" gefiltert (inklusive Tanz zu "I Love It" von Icona Pop in einem Club) und in Québec ...
Mehr >>

Aktuelles Heft

Titelthema "Familie"

Sexismus ins Klo
Gender Trouble mit Maria Popov im Videoformat „Auf Klo“
mehr zum Inhalt




L-MAG.de zahl‘ ich freiwillig!

Online Journalismus kostet! Denn gut recherchierte Inhalte brauchen Zeit und engagierte Mitarbeiter*innen, die Texte schreiben, Informationen prüfen und Interviews führen. Unser Team setzt sich seit fast 20 Jahren für lesbische Sichtbarkeit im Netz ein.

Jeden Freitag erwartet dich hier KWord – der einzigartige Klatsch aus der Lesbenwelt. Außerdem bieten wir dir regelmäßig lesbisch-queere News aus aller Welt.

Wir wollen auch in Zukunft unsere Themen nicht hinter einer Bezahlschranke verstecken, denn wir glauben: Lesbische Anliegen gehören in die Öffentlichkeit – und zwar für alle sichtbar und lesbar.

Deshalb unterstütze uns (monatlich oder auch einmalig) und wir sorgen weiterhin für lesbischen Journalismus im Internet.

Wir sagen: Danke und Happy Pride! Dein L-MAG-Team

L-MAG.de finde ich gut!

Diese Website verwendet Cookies, Google Analytics und den Adserver Google DFP. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, stimmen Sie dem zu.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK

L-MAG.de zahl‘ ich freiwillig!

Online Journalismus kostet! Denn gut recherchierte Inhalte brauchen Zeit und engagierte Mitarbeiter*innen, die Texte schreiben, Informationen prüfen und Interviews führen. Unser Team setzt sich seit fast 20 Jahren für lesbische Sichtbarkeit im Netz ein.

Jeden Freitag erwartet dich hier KWord – der einzigartige Klatsch aus der Lesbenwelt. Außerdem bieten wir dir regelmäßig lesbisch-queere News aus aller Welt.

Wir wollen auch in Zukunft unsere Themen nicht hinter einer Bezahlschranke verstecken, denn wir glauben: Lesbische Anliegen gehören in die Öffentlichkeit – und zwar für alle sichtbar und lesbar.

Deshalb unterstütze uns (monatlich oder auch einmalig) und wir sorgen weiterhin für lesbischen Journalismus im Internet.

Wir sagen: Danke und Happy Pride! Dein L-MAG-Team

Nein Danke, möchte ich nicht | Hab schon!

L-MAG.de finde ich gut!
x