L-Mag

15 Coming Outs 2017

In Teil 1 unseres L-MAG-Jahresrückblicks stellen wir Musikerinnen, Schauspielerinnen und Sportlerinnen vor, die sich in diesem Jahr als lesbisch, bisexuell oder queer outeten.

Im Uhrzeigersinn (ab links oben): Larissa Kerner, Alia Shawkat, Nathalie Bleicher-Woth, Isabel Kerschowski, Demi Lovato, Tabea Kemme (Fotos: Instagram, Daniel Benavides/ CC-BY, Instagram, Facebook, Frank Schwichenberg/ CC-BY-SA, Instagram)

Von Karin Schupp

l-mag.de, 25.12.2017 - In diesem Jahr trauten sich wieder viele Promis "aus dem Schrank", wenn auch das sehr gute Coming Out-Jahr 2016 nicht wiederholt wurde. Zwei Trends, die sich jedoch fortsetzten: Queere Frauen outen sich selbstbestimmter - also in eigenen Worten und meist auf ihren Social Media-Kanälen - und mit großer Selbstverständlichkeit, indem sie etwa in Interviews ganz nebenbei ihre Partnerin erwähnen oder schlicht ihre Hochzeit bekanntgeben.  

Instagram Larissa Kerner, Nathalie Bleicher-Woth, Sandra Lambeck (v.l.n.r.)

Der deutsche Nachwuchs

Die zweite Reihe macht's vor: Larissa Kerner, die mit ihrer Mutter Nena Anfang des Jahres Jurorin bei The Voice Kids war, outete sich im März als bi. Der Bild am Sonntag erzählte die zweifache Mutter (27), dass sie ein Jahr lang mit einer Frau zusammen war und sich auch vorstellen könne, eine Frau zu heiraten. Mit ihrer Band Adameva trat sie 2017 auf L-Beach und beim Berliner CSD auf.

Als echtes Lesbennest entpuppte sich die RTL2-Reality-Soap Berlin – Tag und Nacht: Nach Saskia Beecks („Alina“), die sich schon 2014 outete, begann  Nathalie Bleicher-Woth („Kim“) im Juli, ihre Instagram-Postings mit Lesbenzeichen, Regenbogen und Hashtags wie #lesbian, #girlslikegirls und #homo zu bepflastern; seit August postet sie verliebte Fotos mit ihrer Freundin Isi. Und Sandra Lambeck, die in BTN und Köln 50667 die Rolle „Michelle“ spielte, machte Ende Mai ihrer Freundin Nella Ngingo eine öffentliche Liebeserklärung auf Instagram und erzählte anschließend, dass sie als „schwarz und gay“ doppelt diskriminiert werde, aber dennoch froh über ihr Coming Out sei.

Pierre-Y. Beaudouin/ CC-BY-SA, Instagram, si.robi/ CC-BY-SA Isabel Kerschowski, Tabea Kemme, Johanna Larsson (v.l.n.r.)

Die Sportlerinnen:

Im Sport hat sich’s inzwischen rumgesprochen, dass ein Coming Out gar nicht wehtut – sogar in Deutschland: Fußballerin Isabel Kerschowski (VfL Wolfsburg), die 2016 mit dem Nationalteam Olympia-Gold holte, sprach im Juli in zwei Interviews ganz nebenbei über ihre Lebensgefährtin Jeanny (wir berichteten), mit der sie sich im September verpartnerte. Und auch Tabea Kemme (Turbine Potsdam), ebenfalls Olympiasiegerin in Rio, erzählte im November: „Ich habe eine Freundin. Damit gehe ich auch offen um.“

Im Tennis, wo’s schon lange keine offen lesbische Top100-Spielerin mehr gab, outete sich Anfang des Jahres Schwedens Nummer 1 Johanna Larsson (aktuell auf Weltranglistenplatz 82). Im September stellte sie im schwedischen Fernsehen ihre Lebensgefährtin Amanda Strang vor und sprach über ihr schwieriges Coming Out (K-Word #218).

Instagram/ Facebook Šárka Pančochová, Christinna Peddersen, Kamilla Rytter Juhl (v.l.n.r.)

Das dänische Badminton-Doppel Christinna Pedersen und Kamilla Rytter Juhl, Silbermedaillengewinnerinnen von Rio 2016 und Weltranglisten-Zweite, erklärte im Oktober, auch privat ein Paar zu sein - „einer der Gründe, weshalb wir so gut spielen“, sagte Pedersen in der Zeitung Ekstra Bladet.

Die tschechische Snowboarderin Šárka Pančochová wählte die LGBT-Webseite Outsports für ihr Coming Out. „Ich fühle mich im Moment stärker von Frauen angezogen. Ich stehe dazu, und ich liebe es!”, sagte sie dort im März in einem Videointerview. Ob die Vizeweltmeisterin, die mit ihrer besten Freundin, der ebenfalls lesbischen Snowboarderin Cheryl Maas einen gemeinsamen Instagram-Account betreibt, bei den Olympischen Winterspielen im Februar antritt, ist noch nicht bekannt.

Instagram (2), Frank Schwichenberg/ CC-BY-SADiana Taurasi, Sue Bird, Demi Lovato (v.l.n.r.)

Im US-Basketball outete sich im Mai Diana Taurasi (Phoenix Mercury), 4-fache Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin, indem sie ihre Hochzeit mit ihrer australischen Ex-Teamkollegin Penny Taylor öffentlich machte. Und im Juli legte ein weiterer Basketball-Star nach: Sue Bird (vier Mal Oympiagold, drei WM-Titel), die bei Seattle Storm spielt, sagte im Sportmagazin ESPN, dass sie 2016 vom Coming Out ihrer Nationalteamkollegin Elena Delle Donne (wir berichteten) sehr beeindruckt war, aber noch ein Jahr brauchte, um es ihr nachzutun, und verriet, dass sie mit Fußballstar Megan Rapinoe zusmmen ist. Damit ist das halbe US-Basketballteam - Seimone Augustus, Angel McCoughtry und Brittney Griner outeten sich bereits vor einigen Jahren - offiziell lesbisch.

Queer in Hollywood:

Bleiben wir in den USA: In der Doku Demi Lovato: Simply Complicated (seit Oktober auf Youtube 12,3 Mio. mal angeklickt) verrät die Popsängerin, auch für Frauen offen zu sein: „Ob das mit einem Mann oder einer Frau ist, ist mir egal.“ Ein Coming Out mit Ansage: Zuvor war Lovato Händchen haltend mit der lesbischen DJ/ Musikproduzentin Lauren Abedini gesichtet worden (K-Word #217). Das war aber wohl nichts Festes: Lovato, die lange mit Wilmer Valderrama (Navy CIS) zusammen war, ist zurzeit Single.

Instagram (2), Daniel Benavides/ CC-BY (Shawkat) Shannon Purser, Alia Shawkat, Natalie Morales (v.l.n.r.)

Shannon Purser, als „Barb“ der Publikumsliebling im Netflix-Hit Stranger Things, outete sich im April als bisexuell. Auf Twitter schrieb die 20-Jährige: „Ich hatte erst kürzlich vor meiner Familie und Freunden mein bisexuelles Coming Out. Ich verarbeite das noch, versuche, es zu verstehen und spreche nicht sehr gerne darüber.“

„Ich bezeichne mich als bisexuell“, sagte auch die Schauspielerin Alia Shawkat im Mai dem LGBT-Magazin Out. Die 28-Jährige, die eine gute Freundin von Ellen Page ist, wurde als Portia de Rossis Tochter in der Comedyserie Arrested Development bekannt und spielte in dem Film May und die Liebe und den Serien Broad City und Transparent queere Rollen.

Als queer outete sich im Juni Natalie Morales. „Queer bedeutet für mich einfach, dass ich nicht hetero bin. Das ist alles“, schrieb sie auf der Webseite Smart Girls ihres Parks and Recreation-Ko-Stars Amy Poehler. Zuletzt war sie als (lesbische) Tennisspielerin Rosie Casals in dem Billie Jean King-Film Battle of the Sexes zu sehen.

Hier weiterlesen: "25 Promi-Coming Outs 2016".

 

 

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