L-Mag

30 Jahre Kick La Luna: „Wir wollen Position beziehen und aufrütteln“

Die Frankfurter Frauenband Kick La Luna feiert ihr 30-jähriges Jubiläum und krönt es mit ihrem zehnten Album „Nicht ohne uns“. Wir haben mit Bandgründerin Anne Breick über lesbische Sichtbarkeit im Musikbusiness und ihre Bandgeschichte gesprochen.

Pressefoto Kick La Luna (v.l.n.r.): Anne Breick, Christiane Sattler, Elke Voltz, Uli Pfeifer und Angela Frontera

Von Sabine Mahler, 9.10.2022

L-MAG: Anne, du bist die Gründerin von Kick La Luna. Mit welchen Hindernissen musstest du als lesbische Frau damals kämpfen, als ihr eine Frauenband gegründet habt? Und was hat sich seitdem verändert?

Anne Breick: In den Anfängen der bewegten 90er war es schon sehr hart, sich vor allem dann auch noch als geoutete Lesbe auf der Bühne in dem hetero-männerdominierten Business zu behaupten. Das hat Kraft und Selbstbestimmung gefordert, es hat mich und meine Band aber auch gestärkt, unsere Musik zu machen und mit Musik und Standing zu überzeugen. Verändert hat sich, dass es mittlerweile auch viele Frauen und auch Lesben unter den Techniker:innen, Veranstalter:innen gibt, die einfach einen tollen Job machen. Auch habe mich viele lesbische Kolleginnen gestärkt und ermutigt: Indigo Girls, Les Reines Prochaines, Annette Kayser, Ulrike Haage ...

Welche Rolle spielen deine Erfahrungen als lesbische Frau in eurer Musik?

Ich denke, ich hatte eine „doppelte Klippe“ zu überwinden: Ich war – gewollt - offensichtlich lesbisch und dann auch noch eine Frau an einem „Männerinstrument“ mit Percussion: Cajon, Conga, Timbales und so weiter. Ich hatte ja noch eine 25-köpfige Frauen/ Lesben-Samba-Band („female samba connection“) und ich war eine der Leiterinnen. Da habe ich echt alle Register gezogen, um mit vielen Vorurteilen abzuschließen und das habe ich getan: provokant, laut, wild, mit Entertainment. Ich habe Salsa und Hip-Hop getanzt und sogar gesteppt. Das war eine tolle Zeit , da haben wir auf vielen CSDs gespielt. Und natürlich mit Kick La Luna auch auf vielen „Lesbenpfingsttreffen“ (heute: Lesbenfrühlingstreffen) und unzähligen Frauen-Partys und Events. Jetzt werden wir zu vielen Jubiläen eingeladen, da wir ja die einzige Frauenband sind, die eigene Songs schreibt, so lange besteht und zehn CDs veröffentlicht hat. Yeah, darauf sind wir auch wirklich stolz!!!

Was hat euch zu dem Song „Nicht ohne uns“ inspiriert?

Das ist der Titelsong unserer zehnten CD und ist mit uns Dreien - Elke, Uli und mir - entstanden. Wir wollten Position beziehen, aufrütteln, für die Selbstbestimmung von Frauen spielen. Dazu haben wir auch letzte Woche einen Videoclip veröffentlicht, der uns so viele Komplimente und super Kommentare eingebracht hat… und es soll noch einige weitere Clips geben!

Wie möchtet ihr euer 30-jähriges Jubiläum feiern?

So wie wir es Anfang Juli auf der Premiere getan haben: ein geniales Open-Air-Konzert vor mehr als 1000 Besucher:innen mitten in Frankfurt. Das war das Beste, was wir bislang gespielt haben. Gefolgt von Konzerten in unseren Lieblingsclubs und an besonderen Spielorten, zum Beispiel im Colos-Saal in Aschaffenburg, im Sudhaus in Tübingen oder in der Brotfabrik in Frankfurt. Auch waren wir bei der zweiten Preisverleihung „Lesbische Sichtbarkeit in Hessen“ als Musik-Act vertreten. Für das kommende Jahr wollen wir einige große Festivals besuchen. Einige haben schon zugesagt, was uns sehr freut.

„Nicht ohne uns“ und weitere CDs von Kick La Luna könnt ihr im Band-Shop bestellen.

Mehr von und über Kick la Luna findet ihr auf ihrer Webseite, Facebook und  ihrem YouTube-Kanal.

 

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