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7 neue Serien mit L-Faktor, auf die wir uns schon freuen

Das Leben von Josephine Baker, ein „Grüne Tomaten“-Revival, „Orange is the New Black“-Star Uzo Aduba als lesbischer Sheriff, die Generation Q und sogar eine deutsche Produktion: Da kommen einige interessante Serien auf uns zu!

Warrick Page/ HBO Max Greta (l.) und Riley in „Generation“

Von Karin Schupp, 5.4.2021

1. Jann (Kanada)

Comedyserie: Ex-Popstar Jann, in den letzten Jahren aus dem Rampenlicht gerückt (und manchmal auch geschubst), versucht ihre Karriere neu zu beleben, wobei ihr langjähriger Manager Todd eher ein Klotz am Bein ist als seine junge, eisige Konkurrentin Cale, die in Jann „Comeback-Material“ sieht. Weitere Charaktere: Janns Ex-Freundin Cynthia (aber ist die Beziehung wirklich zu Ende?!?), ihre leicht demente Mutter und ihre dauergestresste Schwester Max, die mit ihrem vierten Kind schwanger ist.

Wer? Mit der bisexuellen Singer-Songwriterin Jann Arden in einer uneitlen und selbstironischen fiktionalisierten Version ihrer selbst (Jann steht in der Tradition von Serien wie Pastewka). Der queere Lost Girl-Star Zoie Palmer spielt ihre Schwester, und es gibt Gastauftritte von kanadischen Musikerinnen wie Feist, Kiezsa und Sarah McLachlan (als Janns Erzrivalin!).

Wann und wo? Bisher zwei Staffeln beim kanadischen Sender CTV, ein deutscher Starttermin ist noch nicht bekannt.

CTV Jann (Jann Arden, r.) und Cynthia (Sharon Taylor) in „Jann“

2. Generation (USA)

Jugendserie über die „Generation Q“: Chester, extravagant, provokant und sexuell aktiv, flirtet mit dem neuen queeren Sozialpädagogen der Schule. Nathan erforscht seine Bisexualität ausgerechnet mit dem Freund seiner Schwester Naomi. Greta, die bei ihrer trans Tante lebt, schwärmt für die coole Riley, aber die scheint sich bisher nur fürs Jungs zu interessieren. Und Ariana glaubt, sich homophobe Sprüche erlauben zu können, weil sie schwule Väter hat... Wird mit Euphoria verglichen, ähnelt aber eher der (allerdings weniger queeren) britischen Serie Skins (beide bei Netflix).

Wer? Die 19-jährige Zelda Barnz, selbst queer, hat die Serie mit ihren schwulen Vätern Daniel und Ben Barnz entwickelt, zum Producerteam gehört auch Lena Dunham (Girls). Der junge Cast besteht überwiegend aus Newcomern, am bekanntesten dürfte der schwule Schauspieler Justice Smith (Jurassic World: Das gefallene Königreich) sein.

Wann und wo? Seit März beim US-Streamingdienst HBO Max. Der deutsche Starttermin ist noch nicht bekannt.

3. Low Country (USA)

Krimiserie: Shirley Johnson, offen lesbischer Sheriff in South Carolina, kennt es, unterschätzt zu werden - bis sie es mit einem weißen, reichen und kriminellen Familienclan, der die Gegend in Angst und Schrecken versetzt, aufnimmt.

Wer? Die Hauptrolle spielt Uzo Aduba, die für ihre Rolle als „Suzanne/ Crazy Eyes“ in Orange is the New Black zwei Emmys gewann. Hinter dem Serienprojekt steckt das erfolgreiche Ehepaar Robert und Michelle King (Good Wife und The Good Fight).

Wann und wo?  Low Country wird von den CBS Studios produziert, einen Sender und Sendetermin gibt’s noch nicht.

HBO Uzo Aduba hier in einer anderen neuen Rolle als Psychotherapeutin in „In Treatment“ (US-Start: Mai 2020)

4. Loving Her (D)

Beziehungsserie: Hanna, die während der Coronapandemie aus finanziellen Gründen zurück zu ihren Eltern ziehen muss, läuft kurz vor ihrem Wegzug aus Berlin ihrer Jugendliebe Franzi und deren neuer Loverin über den Weg. Diese Begegnung veranlasst sie dazu, all ihre Ex-Freundinnen und -Affären Revue passieren zu lassen. Adaption der niederländischen Serie Anne+.

Wer? Banafshe Hourmazdi (Futur Drei, Der Wedding kommt) spielt Hanna, Lena Klenke (How To Sell Drugs Online Fast) Franzi. Im Cast sind auch Tatort-Kommissarin Karin Hanczewski und Eva Meckbach (Rampensau), die sich im Rahmen der #actout-Kampagne für mehr LGBTQ-Sichtbarkeit in Film, Fernsehen und Theater outeten (K-Word #390). 

Wann und wo? Wurde im März in Berlin gedreht und soll im Sommer bei ZDFneo und in der ZDF Mediathek laufen. Da Loving Her zu den „Instant-Serien“ des Senders gehört, werden die Folgen voraussichtlich nur 10 bis 20 Minuten lang sein (in Staffel 1 von Anne+ dauerten sie 12 Minuten, in Staffel 2 doppelt so lange).

Marcus Glahn/ ZDF Hanna (Banafshe Hourmazdi, r.) und Franzi (Lena Klenke) in „Loving Her“

5. Conversations with Friends (USA/ GB)

Dramaserie: Die Studentinnen Frances und Bobbi, beste Freundinnen und früher auch Loverinnen, befreunden sich mit einem gut zehn Jahre älteren Ehepaar, der Fotografin Melissa und dem depressiven Schauspieler Nick. Und schon bald schwärmt Frances für Nick und Bobbi für Melissa. Im Buch steht Frances' Affäre mit Nick im Vordergrund, in der 12-teiligen Miniserie sollte wohl auch für die lesbische Bobbi genügend Raum sein!

Wer? Die irische Autorin Sally Rooney wurde schon für Normal People - ebenfalls Buch und Miniserie (bei Starzplay und Rakuten TV) - bejubelt. Mit ihrem Debütroman (dt. Titel „Gespräche mit Freunden“) soll der Erfolg wiederholt werden. Als Bobbi wurde die lesbische Schauspielerin Sasha Lane gecastet, als Frances die Newcomerin Alison Oliver und als Melissa Girls-Star Jemima Kirke.

Wann und wo? Die britisch-amerikanische Koproduktion von BBC Three und Hulu läuft 2022.

6. Josephine (USA)

Biopic-Serie über die legendäre Sängerin und Burlesque-Tänzerin Josephine Baker (1906-1975), die in den 1920er Jahren in Paris berühmt wurde, im Zweiten Weltkrieg die französische Résistance unterstützte und in den USA eine Führungsfigur im Kampf gegen Rassismus war. Und: Sie war offen bisexuell und hatte unter anderem Affären mit der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo und der französischen Schriftstellerin Colette.

Wer? Im Vorfeld war auch einmal Rihanna für die Hauptrolle im Gespräch, letztlich ging sie aber an die Oscar- und Golden Globe-nominierte Schauspielerin Ruth Negga (Loving, Agents of S.H.I.E.L.D.).

Wann und wo? Die Produktionsfirma ABC Signature hat noch keinen Starttermin für die Miniserie bekannt gegeben.

Public Domain/ Georges Biard, CC-BY-SA Josephine Baker und Ruth Negga

7. Fried Green Tomatoes (USA)

Fortsetzung des Kinoklassikers: In Grüne Tomaten (1991) durften die Hauptfiguren Idgie und Ruth - anders als in der Buchvorlage - keine Liebesbeziehung haben, die Serie macht’s hoffentlich besser. Sie ist in der Gegenwart angesiedelt und erzählt die Geschichte einer Nachfahrin von Idgie, die nach Jahren ins Whistle Stop Café zurückkehrt und mit einer veränderten Stadt, einer entfremdeten Tochter und – klassisches Serienversprechen! – „einem großen Geheimnis“ zu tun hat. Ob sie queer ist oder ihr Coming Out erlebt, ist noch nicht bekannt.

Wer? Inder von Norman Lear (One Day at a Time) und Fannie Flagg (der lesbischen Autorin des Romans) produzierten Serie wurde Country-Star Reba McEntire für die Hauptrolle gecastet.

Wann und wo? Befindet sich noch im Entwickungsstadium beim US-Sender NBC.

Universal/ Gage Skidmore, CC-BY-SA Ruth und Idgie in „Grüne Tomaten“ (1991) und Ruth McEntire

 

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