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7 weitere neue Serien und Staffeln mit lesbischen und bisexuellen Charakteren

Ihr seid mit den Serien, die wir euch im August vorgestellt haben, schon durch? Dann kommt hier frischer Nachschub mit interessanten, sexy und starken queeren Frauenfiguren.

Netflix/ ScreenshotJeri Hogarth (l.) und Kith in "Jessica Jones"

Von Karin Schupp, 8.9.2019

1. Diebische Elstern (USA), 1 Staffel - Netflix

Jugendbuchverfilmung: Introvertierte Neue, punkige Rebellin, zickige Reiche – typische Highschool-Klischees – befreunden sich in einer Selbsthilfegruppe für Kleptomanen (und leben ihren Drang zum Stehlen dann gerne auch mal gemeinsam aus). Dass Elodie (Brianna Hildebrand, im GIF rechts) in ihrer alten Heimat eine Freundin hatte, gehört zu den wenigen Dingen, auf die die beiden anderen nicht mit Lästern reagieren. Ab Folge 6 bekommt Elodie einen Love Interest, die Sängerin Sabine (Katrina Cunningham).

Lohnt sich das? Originelle Prämisse, aber letztlich doch nur eine klassische Jugendserie, die sich nur durch die queere Hauptfigur hervorhebt. Hildebrand, bekannt als lesbische Negasonic Teenage Warhead in Deadpool und aus dem Lesbenfilm First Girl I Loved, und Cunningham (The Deuce), sind übrigens beide selbst queer.

2. You Me Her (Kanada/ USA), 4 Staffeln - Netflix

Liebe zu dritt: In der weltweit einzigen Serie über eine polyamoröse Beziehung verlieben sich in Staffel 1 das ein wenig eingerostete Ehepaar Emma (Rachel Blanchard) und Jack (Greg Poehler) und die viel jüngere Izzy (Priscilla Faia) ineinander. Es folgen Gefühlschaos, öffentliches Coming Out und Eifersüchteleien – eine/r fühlt sich immer außen vor: In Staffel 2 ist es Jack, in Staffel 3 entzieht sich Emma...

Staffel 4 (seit 12. Juli): … und jetzt, wo Emma schwanger ist, hadert Izzy mit dem Vorort-Familienidyll, von dem ihre beiden Liebsten schon lange träumen.

Lohnt sich das? Am besten sind Staffel 1 und 2, in der die Chemie zwischen Emma und Izzy am besten zum Tragen kommt. Inzwischen ist die Luft ein bisschen raus: Die Beziehung ist im Alltag angekommen und so ziemlich jedes Thema rund um die Polyamorie abgehakt. Neu wäre jetzt nur eine vierte Person im Mix – vielleicht in der fünften und letzten Staffel (2020)?

Audience Network Izzy, Emma und Jack in "You Me Her"

3. Mindhunter (USA), 2 Staffeln, Netflix

Dramaserie über die Anfänge der Kriminalpsychologie: Ende der 1970er Jahre befragen zwei FBI-Agenten, Holden Ford (gespielt vom schwulen Schauspieler Jonathan Groff) und Bill Tench (Holt McCallany), verurteilte Serienmörder, um aus ihrer Psyche Erkenntnisse für aktuelle Ermittlungen zu ziehen. Für den wissenschaftlichen Part zuständig ist die dritte im Team, die versteckt lesbische Psychologin Dr. Wendy Carr (Anna Torv, Fringe).

Staffel 2 (seit 16. Aug.): Holden und Bill forschen weiter, versuchen aber auch, ihre theoretischen Erkenntnisse in der Praxis anzuwenden, als sie auf die so genannten „Atlanta Murders“ aufmerksam werden (alle Mordfälle und Täter in der Serie gab es wirklich). Wendy Carr verliebt sich in die offen lesbische Barkeeperin Kay Mason (Lauren Glazier).

Lohnt sich das? Interessantes Thema, nicht gruselig (von den Morden sieht man allenfalls Tatort-Fotos), aber düster inszeniert, langsam erzählt - und mehr als ein Lächeln pro Folge ist offenbar nicht erlaubt. Wendys Rolle ist in der neuen Staffel glücklicherweise etwas größer geworden, die Stoyline um ihr Schranklesbendasein und ihre neue Beziehung sind ein klarer Gewinn für die Serie. 

Netflix/ Screenshot Mindhunter: Kay (Lauren Glazier, r.) gelingt es, die sonst sonst stocksteife Wendy (Anna Torv, l.) ein wenig zu knacken

4. The Bold Type (USA), 3 Staffeln, Amazon (bei iTunes, Google Play, Maxdome, Microsoft: nur Staffeln 1-2)

Sex and the City für Millennials: Drei beste Freundinnen arbeiten bei einer großen Mode- und Frauenzeitschrift in New York. Neben den klassischen Serienthemen Freundschaft, Liebe, Beziehungen und Sex geht's auch um Feminismus, Karriere, #MeToo und Politik. Schon ab Folge 1 erlebt die Social Media-Redakteurin Kat (Aisha Dee) ihr Coming Out, als sie der lesbischen, muslimischen Künstlerin Adena (Nikohl Boosheri) begegnet.

Staffel 3 (seit April): Kat versucht mit politischem Engagement über ihre Trennung von Adena hinwegzukommen: Was als Protest gegen die Schließung einer Lesbenbar beginnt, endet als Kandidatur für den Stadtrat. Und auch eine neue Frau tritt in ihr Leben.

Lohnt sich das? Stylischer Look, erzählerisch humorvoll-leicht und eher brav, aber durchaus nicht oberflächlich - auf jeden Fall etwas fürs junge Publikum. Erfreulich: Kats Liebesleben bekommt denselben Raum wie das ihrer Hetero-Freundinnen.

Freeform Kat (r.) mit ihren BFFs Sutton und Jane in "The Bold Type"

5. Workin‘ Moms (Kanada), 3 Staffeln - Netflix

Berufstätige Mütter am Rande des Nervenzusammenbruchs: Im Mittelpunkt stehen die PR-Expertin Kate (Catherine Reitman, die die Serie auch schreibt und produziert) und die Psychotherapeutin Anne (Dani Kind, Wynonna Earp), eine weitere Hauptrolle spielt die lesbische Maklerin Frankie (Juno Rinaldi), deren postnatale Depression in Staffel 1 ihre Beziehung mit Giselle (Oluniké Adeliyi) belastet. In einer Nebenrolle: Wynonna Earp-Lesbe Kat Barrell als überperfekte Mutter in der gemeinsamen Babygruppe (Staffel 1+2).

Staffel 2 (seit 25. Juli): Frankie genießt ihr Single-Dasein und jongliert zwei Affären zur gleichen Zeit.

Staffel 3 (seit 29. Aug.): Inzwischen ist Frankie beruflich erfolgreich wie nie zuvor, zieht in ein neues Haus und befreundet sich mit ihrer lesbischen Nachbarin Bianca (Tennille Read).

Lohnt sich das? Comedyserie für gestresste Mütter mit einer erfrischend anderen Lesbenfigur. Die Hetero-Storylines überwiegen allerdings deutlich. 

CBC Frankie (r.) und Bianca in "Workin' Moms"

6. The Boys (USA), 1 Staffel - Amazon (seit 26. Juli)

Comicverfilmung: Die Serie spielt in einer Welt, in der Superhelden von einem dubiosen Großkonzern als Stars vermarktet werden und ihre Kräfte längst nicht nur für das Gute einsetzen, allen voran das Vorzeigeteam „Seven” mit seinem Anführer Homelander. Eine Truppe, die aus nicht minder brutalen Normalos besteht, versucht ihnen das Handwerk zu legen. Zu den „Seven” gehört auch die Burnout-geplagte Queen Maeve (Dominique McElligott), die früher mit Homelander zusammen war und auch eine Ex-Freundin, Elena (Nicola Correia-Damude), hat. Maeve ist aber nur eine Nebenfigur, Elena kommt nur in den Folgen 5+6 vor.

Lohnt sich das? Nicht für die paar Minuten, in denen ihr die Augen aufmachen wollt: Der Markenkern von The Boys ist drastische Brutalität und sexuelle Gewalt.

Queen Maeve und Homelander in "The Boys"

7. Jessica Jones (USA), 3 Staffeln - Netflix

Comicverfilmung: Die trinkfeste Anti-Superheldin und Privatdektivin Jessica Jones (Krysten Ritter) jagt in Staffel 1 den Überschurken Kilgrave, der sie und andere Frauen traumatisierte, und nimmt es in Staffel 2 mit dem mysteriösen Unternehmen IGH, das ihr ihre Fähigkeiten gab, auf. Ihre beste Freundin ist die Radiomoderatorin Trish (Rachael Taylor), eine ihrer Auftraggeberinnen ist die mächtige, lesbische Anwältin Jeri Hogarth (Carie-Anne Moss).

Staffel 3 (seit 14. Juni): Diesmal treibt ein psychopathischer Serienkiller sein Unwesen in New York. Neu dabei: Kith (Sarita Choudhury), Hogarths bisexuelle Ex aus Collegezeiten, und Jessicas neue Assistentin Gillian, gespielt von der trans Schauspielerin Aneesh Sheth.

Lohnt sich das? Eine feministische Superheldin, die sich von Männern nichts gefallen lässt, starke Frauenfiguren und mehrere queere Charaktere - da akzeptiert man auch das ein oder andere Loch im Drehbuch (vor allem in Staffel 2).

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