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8 neue Filme, auf wir uns schon freuen!

Trickbetrügerinnen, Bäuerinnen, Besitzerinnen eines Schönheitssalons, zwei knallharte Geheimagentinnen - eine davon mit der Dienstmarke „007“ - und Whitney Houston: Wir stellen acht neue Filme mit lesbischen und bisexuellen Hauptfiguren vor!

Andre Chemetoff/ Bleecker Street Vanessa Kirby und Katherine Waterston in „The World to Come“

Von Karin Schupp

4.1.2021 - Auch wenn die Corona-Pandemie die gesamte Kino-Branche durcheinander gebracht hat, bedeutet das nicht, dass keine queeren Filme gedreht werden oder in Planung sind. Wir haben den Produktionskalender für euch durchforstet und stellen acht neue Filme vor, auf die wir uns jetzt schon freuen können.

 

1. James Bond 007: Keine Zeit zu sterben (GB/ USA, 2021, Regie: Cary Joji Fukunaga, 163 min.)

Was? In Teil 25 der Filmreihe ist „007“ eine schwarze Lesbe! Agentin Nomi trägt allerdings nur zu Beginn die legendäre Dienstmarke – bis James Bond aus dem Ruhestand zurückgeholt wird. Ob sie auch künftig dabei sein wird, ist nicht bekannt. Aber da Daniel Craig hier zum letzten Mal den Titelhelden gibt, ist die Rolle ja nun vakant...

Wer? Für Nomi, die von der lesbischen Schauspielerin Lashana Lynch gespielt wird, soll Phoebe Waller-Bridge (Killing Eve) verantwortlich sein, die als erst zweite Frau (!) an einem Bond-Drehbuch mitarbeitete. Léa Seydoux (Blau ist eine warme Farbe) kehrt als Madeleine Swann zurück, der schwule Schauspieler Ben Whishaw hat seinen dritten Einsatz als Q, und der Bond-Bösewicht ist diesmal Rami Malek (Bohemian Rhapsody).

Wann? Deutscher Kinostart: 31. März 2021

Nicole Dove/ Universal Pictures Nomi (Lashana Lynch) kämpft an James Bonds Seite, muss ihm aber vermutlich vorher die „007“-Dienstmarke zurückgeben

2. The World to Come (USA, 2020, Regie: Mona Fastvold, 98 min.)

Was? Liebesgeschichte zwischen zwei verheirateten Farmerinnen Mitte des 19. Jahrhunderts: Kurz nachdem Abigail ihr einziges Kind verloren hat, lernt sie ihre neue Nachbarin Tally kennen. Zwischen den beiden Frauen baut sich eine leidenschaftliche Beziehung auf, die bei ihren Ehemännern nicht unbemerkt bleibt. Das Drama, das auf einer Kurzgeschichte von Jim Shepard basiert, gewann beim Filmfestival in Venedig 2020 den LGBT-Preis „Queer Lion“.

Wer? Katherine Waterston (Phantastische Tierwesen) als Abigail und Vanessa Kirby (Prinzessin Margaret in The Crown) als Tally, Casey Affleck und Christopher Abbott spielen die Ehemänner.

Wann? Startet in den USA und Großbritannien im Februar/ März, einen deutschen Starttermin gibt’s noch nicht.

Eine Szene, die zur Weltpremiere in Venedig veröffentlicht wurde:

 

3. I Care a Lot (USA, 2021, Regie: J Blakeson, 118 min.)

Was? Schwarzhumoriger Thriller über eine kriminelle Anwältin, die sich mit Hilfe ihrer Lebensgefährtin, einer Ärztin, die rechtliche Vormundschaft ihrer älteren Klienten erschleicht und sie dann um ihr Vermögen bringt. Als sie aber die rüstige Rentnerin Jennifer ins Visier nimmt, gerät sie selbst ins Fadenkreuz: die nette ältere Dame hat nämlich Kontakte zu einem Gangsterboss. 

Wer? Rosamund Pike (Gone Girl) spielt die skrupellose Betrügerin, Eiza González (Alita: Battle Angel) die Frau an ihrer Seite. Auf der Gegenseite: die zweifache Oscar-Gewinnerin Dianne Wiest als ihr wehrhaftes Opfer und Peter Dinklage (Game of Thrones) als Gangsterboss.

Wann? Kommt am 19. Februar 2021 direkt zu Netflix.

TIFF Eiza González, Dianne Wiest und Rosamund Pike (v.l.n.r.) in „I Care a Lot“

4. I Wanna Dance With Somebody (USA, Regie: Stella Meghie)

Was? Biopic über Whitney Houston (1963-2012), das sich vorgenommen hat, den gesamten Werdegang des bisexuellen Popstars zu erzählen. Dazu würde dann auch ihre enge Beziehung zu ihrer lesbischen Jugendfreundin Robyn Crawford gehören, die zumindest bis Beginn ihrer Karriere auch sexuell war (siehe K-Word #327).

Wer? Hauptdarstellerin Naomi Ackie spielte in Star Wars: The Rise of Skywalker (2019) und in der Netflix-Serie The End of the F***ing World (Staffel 2) mit. Der dreifach Oscar-nominierte Drehbuchautor Anthony McCarten bewies schon mit Bohemian Rhapsody, dass er queere Biopics kann.

Wann? Die Dreharbeiten beginnen voraussichtlich in diesem Jahr.

John Mathew Smith/ celebrity-photos.com/ CC-BY-SA, Netflix Whitney Houston (l.) und Naomi Ackie (in „The End of the F***ing World“)

5. In the Heights (USA, 2021, Regie: Jon M. Chu, 120 min.)

Was? Verfilmung des Erfolgs-Musical von Lin-Manuel Miranda (Hamilton) über die „kleinen Leute“ im New Yorker Stadtteil Washington Heights, ihre Wunschträume, Liebe und Identitätssuche. Im Mittelpunkt stehen Bodega-Besitzer Usnavi, sein Schwarm Vanessa und seine Jugendfreundin Nina, zu ihren Freundinnen gehören auch Daniela und Carla, Besitzerinnen eines Schönheitssalons, die - anders als in der Bühnenversion - ein Paar sind...

Wer? ... und von Stephanie Beatriz, bekannt als bisexuelle Polizistin Rosa in der Comedyserie Brooklyn Nine-Nine, und Broadway-Veteranin Daphne Rubin-Vega (Stadtgeschichten) gespielt werden. In weiteren Rollen: Dascha Polanco (Daya in Orange is the New Black) und Melissa Barrera (Vida).

Wann? Die für Sommer 2020 geplante Weltpremiere wurde wegen Corona verschoben, Deutschland-Start soll jetzt am 17. Juni 2021 sein.

Screenshot Trailer Melissa Barrera, Daphne Rubin-Vega und Stephanie Beatriz (v.l.n.r.)

6. The Girls I’ve Been (USA)

Was? Für Nora beginnen die Probleme, als ihr ahnungloser Ex Wes sie mit ihrer neuen Freundin Iris im Bett erwischt – und sie werden noch schlimmer, als die drei wenig später während eines Banküberfalls als Geiseln genommen werden. Zum Glück hat sich die Tochter eines erfolgreichen Trickbetrügers einige Kniffe von Daddy abgeguckt... Der Thriller basiert auf dem gleichnamigen Jugendroman von Tess Sharpe, der in den USA Ende Januar erscheint. 

Wer?  Stranger Things-Star Millie Bobby Brown (16) produziert den Film und spielt die Hauptrolle, die anderen Charaktere sind noch nicht gecastet.

Wann? Mit der Netflix-Produktion ist nicht vor Ende 2021 zu rechnen.

Legendary/ Netflix Millie Bobby Brown in ihrer letzten Netflix-Serie „Enola Holmes“

7. She Will Rise (USA)

Was? Eine wahre Geschichte: Die kalifornische Politikerin Katie Hill war 2019 als Hoffnungsträgerin der Demokraten und erste offen bisexuelle Abgeordnete ins US-Parlament eingezogen, musste aber schon ein Dreivierteljahr später zurücktreten, nachdem Medien über eine sexuelle Beziehung mit einer Wahlkampf-Mitarbeiterin berichtet hatten. Hill stand zu dieser (nicht illegalen) Affäre, dementierte aber die Behauptung, sie sei auch mit einem männlichen Untergebenen liiert gewesen. Hinter den Leaks soll laut Hill ihr Ex-Mann stecken, mit dem sie sich zum Zeitpunkt der Vorwürfe in einem erbitterten Scheidungskrieg befand.

Wer? Bisher ist nur die Hauptdarstellerin bekannt: The Handmaid’s Tale-Star Elisabeth Moss.

Wann? Dauert noch – der Spielfilm befindet sich noch in der Vorproduktion.

Instagram/ US House of Representatives Elisabeth Moss (l.) und Katie Hill

8. Atomic Blonde 2 (USA)

Was? Fortsetzung des Actionthrillers über eine knallharte britische Geheimagentin, die sich in Teil 1 (2017, unsere Filmkritik) kurz vorm Mauerfall durch Berlin prügelte, dabei aber auch Zeit für eine Affäre mit einer französischen Spionin fand.

Wer? Oscar-Gewinnerin Charlize Theron (die auch Ko-Produzentin ist) ist natürlich wieder dabei, weitere Charaktere sind noch nicht bekannt,

Wann? Auch hier müssen wir uns noch gedulden, bis der Film - voraussichtlich - zu Netflix kommt: „Wir sind noch im Entwicklungsstadium“, sagte Theron im Juli.

Focus Features Charlize Theron (l.) und Sofia Boutella in Teil 1 von „Atomic Blonde“

... und die Wiedervorlage:

Auf diese Filme warten wir immer noch: JT LeRoy mit Kristen Stewart und Diane Kruger, Vita & Virginia mit Elizabeth Debicki und Gemma Arterton, die philippinische Lovestory Billie and Emma (die wir vor einem Jahr hier vorstellten), die „Mockumentary“ The Nowhere Inn mit St. Vincent und Carrie Brownstein und den lesbischen Nonnenfilm Benedetta (hier vorgestellt).

Am 25. Februar startet im Kino das lesbische Liebesdrama Ammonite mit Kate Winslet und Saoirse Ronan - unsere Filmkritik findet ihr in der aktuellen L-MAG (hier als E-Paper bestellen).

 

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