L-Mag

8 weitere Lesbenfilme, auf die wir uns freuen

Teil 2 unserer Film-Vorschau: Von queeren Teenagerinnen, lesbischen Rentnerinnen, Kinderwunsch, Genderbending und historischen Charaktere – und mit Kristen Stewart, Diane Kruger, Barbara Sukowa und Viola Davis.

Screenshot Trailer Kristen Stewart und Diane Kruger in „JT LeRoy“

Von Karin Schupp, 19.1.2020

Hier geht's zu Teil 1 unserer Filmvorschau 2020.

 

1. JT LeRoy (USA, 2019)

Was? Eine wahre Geschichte: Savannah Knoop gab sich jahrelang als der gefeierte Bestseller-Autor und queere Ex-Stricher JT Leroy aus – bis der Schwindel 2005 aufflog. In Wirklichkeit war der junge Shootingstar der US-Literaturszene nämlich eine Erfindung von Knoops Schwägerin Laura Albert, die auch „seine“ Romane schrieb.

Wer? Mit Kristen Stewart und Laura Dern in den Hauptrollen, Diane Kruger als Schauspielerin Eva, die JT/ Savannah den Kopf verdreht.

Wie? Knoop, heute nichtbinäre_r Künstler_in New York, schrieb das Buch Girl Boy Girl: How I Became JT LeRoy (2007), auf dem der Film basiert. Das erklärt wohl, weshalb Albert darin weit weniger gut wegkommt als Knoop...

Wann? Premiere war beim Toronto Film Festival 2018, einen deutschen Starttermin gibt's noch nicht.

2. Mom + Mom (Italien, 2018)

Was? Karole und ihre Lebensgefährtin Ali wollen sich ihren Kinderwunsch per künstliche Befruchtung in Barcelona erfüllen, da das in Italien lesbischen Paaren verboten ist. Doch es hagelt Rückschläge, das Geld für die teure Behandlung und die Reisekosten wird immer knapper, und Karoles Nerven werden zusätzlich durch ihren nichtsnutzigen Mitbewohner (und Alis Ex) Andrea und die Touristen, an die sie ein Zimmer vermieten, strapaziert. Doch an Aufgeben ist nicht zu denken…

Wer? Erstlingsfilm von Karole Di Tommaso, ihre Hauptdarstellerinnen Linda Caridi und Maria Roveran dürften auch in Italien unbekannt sein.

Wie? Der Name der Hauptfigur und die Widmung „an meine Frau und meinen Sohn“ im Vorspann legen die Vermutung nahe, dass Mom + Mom autobiografische Züge hat.

Wann? Kinostart: 27. Februar 2020 (mit deutschen Untertiteln)

3. The Half Of It (USA, 2020)

Was? Eine lesbische Highschool-Version von Cyrano de Bergerac: Die schücherne Ellie verfasst für Paul, die Sportskanone der Schule, Liebesbriefe an seinen Schwarm. Kompliziert wird’s, als sie feststellt, dass sie sich selbst in Aster verliebt hat.

Wer? Regisseurin/ Drehbuchautorin Alice Wu drehte auch den Lesbenfilm Saving Face (2004), Hauptdarstellerin Leah Lewis könnte bei uns durch ihre Nebenrolle in Charmed-Reboot (Staffel 1) bekannt sein, Alexxis Lemire (Aster) ist eine Newcomerin.

Wie? Viel ist noch nicht bekannt, da bei einem Film von Alice Wu ist wohl nicht zu befürchten, dass Ellie am Ende den Kürzeren zieht.

Wann? 2020 bei Netflix.

Lemire/ InstagramAlexxis Lemire, Leah Lewis und Daniel Diemer bei der Leseprobe von „The Half of It“

4. Deux (F/B/LUX, 2019)

Was? Die Rentnerinnen Nina und Mado leben in zwei Wohnungen auf derselben Etage und sind seit Jahrzehnten ein heimliches Paar. Ausgerechnet als sie beschließen, gemeinsam nach Rom zu ziehen, um dort endlich offen lesbisch zu leben, gerät ihre Beziehung in eine Krise, denn Mado schafft es nicht, sich bei ihren zwei erwachsenen Kindern zu outen.

Wer? Der italienische Regisseur Filippo Meneghetti konnte für sein Spielfilmdebüt die deutsche Schauspielerin Barbara Sukowa, bekannt aus vielen Fassbinder- und von Trotta-Filmen, und die in Frankreich sehr bekannte Martine Chevallier gewinnen.

Wie? Wurde nach der Weltpremiere beim Toronto Film Festival 2019 als „fesselndes Drama“ und „einzigartige lesbische Lovestory“ gelobt.

Wann? Noch kein deutscher Starttermin.

Sophie Dulac Distribution Martine Chevallier und Barbara Sukowa in „Deux“

5. Ma Rainey’s Black Bottom (USA, 2020)

Was? Während die „Queen of the Blues“ Ma Rainey in einem Plattenstudio in Chicago ihr neues Album aufnimmt, kommt es zu Spannungen zwischen ihr, ihrer Band und ihren Produzenten. In Mas Entourage: ihre Loverin Dussie Mae, um deren Gunst auch der ehrgeizige Trompeter Levee wirbt.

Wer? Als offen bisexuelle Blues-Legende(1886-1939) sehen wir Oscar-Gewinnerin Viola Davis, die auch in der Serie How to Get Away with Murder eine bisexuelle Rolle hat. Taylour Paige (Highschool-Musical 3)  spielt Dussie Mae, Chadwick Boseman (Black Panther) den Trompeter.

Wie? Basiert auf einem Theaterstück von 1982.

Wann? Voraussichtlich 2020 bei Netflix.

Gage Skidmore, CC-BY-SA/ Public Domain Viola Davis und Ma Rainey

6. Billie & Emma (Philippinen, 2018)

Was? Die lesbische Baby-Butch Billie und die Musterschülerin Emma verlieben sich ineinander. Das sorgt in ihrer katholischen Mädchenschule allerdings für weniger Aufruhr als die Nachricht, dass Emma von ihrem Ex-Freund ungewollt schwanger ist.

Wer? Die queere Regisseurin Samantha Lee, die auch den Lesbenfilm Baka Bukas (2016) drehte, suchte explizit nach queeren Schauspieler_innen und fand Schauspieldebütantin Zar Donato (Billie) und Cielo Aquino, die Billies Tante/ Religionslehrerin spielt. Gabby Padilla (Emma) ist hetero.

Wie? Feelgood-Lovestory mit Kirchen-Kritik - solche Filme hätte Lee als Teenagerin selbst gerne im Kino gesehen, wie sie in einem Interview sagte.

Wann? Lief 2019 beim LGBT-Filmfestival in Hannover, einen deutschen Starttermin gibt’s noch nicht.

7. Vita & Virginia (GB, 2018)

Was? Biopic über eines der bekanntesten Frauenpaare aller Zeiten: Virginia Woolf und Vita Sackville-West. Die Verfilmung eines Theaterstücks konzentriert sich auf die späten 1920er Jahre, als Woolf ihren Roman „Orlando“ schrieb, der eine Liebeserklärung an ihre Geliebte war.

Wer? Elizabeth Debicki (Widows – Tödliche Witwen) als Woolf, Gemma Arterton (Hänsel und Gretel: Hexenjäger) als Sackville-West, Isabella Rossellini als ihre Mutter. Regie führte Chanya Button.

Wie? Toller Stoff, den man besser hätte inszenieren können – so lautete eine häufige Kritik nach der Premiere beim Filmfestival in Toronto 2018.

Wann? Der deutsche Kinostart wurde schon mehrfach verschoben, einen neuen Termin gibt’s noch nicht.

NFP Gemma Arterton (l.) und Elizabeth Debicki in „Vita & Virginia“

8. The Prom (USA, 2020)

Was? Musical-Verfilmung: Eine Highschool in Indiana cancelt lieber ihren Abschlussball, als einer lesbischen Schülerin zu erlauben, ihre Freundin als Date mitzubringen. Das ruft vier exzentrische, arbeitslose Broadway-VeteranInnen auf den Plan: Sie reisen aus New York an, um dem jungen Paar zu helfen, und mischen dabei die komplette Kleinstadt auf.

Wer? Das junge Paar wird von Newcomerinnen, Jo Ellen Pellman und Ariana DeBose, gespielt, der restliche Cast besteht aus Hochkarätern: Meryl Streep, Nicole Kidman, Kerry Washington, Awkwafina und James Corden. Regie führt der schwule Super-Produzent Ryan Murphy (Glee, American Horrorstory).

Wie? Am Broadway war The Prom 2019 für sieben Tony Awards nominiert, aus diesem Cast wurde aber niemand übernommen. Wie nah sich der Film an der Bühnenversion orientiert, ist noch nicht bekannt,

Wann? Wird gerade gedreht und kommt Ende 2020 zu Netflix.

Szenen aus dem Broadway-Musical:

 

Die aktuelle L-MAG: jetzt an jedem Bahnhofskiosk, bei Readly, im Abo oder als e-Paper-Abo.

Finde deinen Weg zum Heft…

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

L-MAG.de finde ich gut!

Diese Website verwendet Cookies, Google Analytics und den Adserver Google DFP. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, stimmen Sie dem zu.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

Nein Danke, möchte ich nicht | Hab schon!

L-MAG.de finde ich gut!
x