Adoptionsrecht für Lesben: Österreich macht's vor
Seit 1. Januar können gleichgeschlechtliche Paare in Österreich Kinder adoptieren. Damit ist die Alpenrepublik das erste Land der Welt, in dem Lesben und Schwule zwar nicht heiraten, aber adoptieren dürfen.
Familien-Collage aus Playmobil-Figuren zum "International Family Day", Mai 2015 (Ausschnitt) - von Ainhoa Pascual/ InstagramVon Sabine Mahler
l-mag.de, 5.1.2016 – Die Adoption-Gesetzgebung bereitet derzeit den meisten europäischen Staaten ordentliches Kopfzerbrechen – Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule: (manchmal) ja, Adoptionsrecht: lieber nicht. Doch Österreich hat nun sein altes Adoptionsrecht über Bord geworfen und mit dem Jahreswechsel ein völlig neues, liberales Gesetz in Kraft treten lassen.
Demnach müssen Paare, die gemeinsam Kinder adoptieren wollen, nicht mehr verheiratet sein. Auch die Art der Lebensgemeinschaft spielt nun keine Rolle mehr. Neben gleichgeschlechtlichen Paaren können jetzt also auch Geschwister oder Menschen in weiteren Partnerschaftskombinationen Kindern ein Zuhause bieten. Auch die bisher bestehende Altersbeschränkung bei der Adoptionsregelung wurde abgeschafft. Bisher mussten Adoptierende mindestens 16 Jahre älter sein als die zu adoptierenden Kinder.
Damit setzt sich in diesen Tagen in Österreich ein Gesetz durch, welches sich viele andere Staaten zum Vorbild nehmen könnten. Zudem wird die Änderung des Adoptions-Gesetzes wohl auch in Österreich noch weitere Gesetzesänderungen nach sich ziehen. Man kann dort sozusagen schon die Hochzeitsglocken klingen hören: Bisher war der Vorbehalt der Ehe für heterosexuelle Paare für österreichische Verfassungsrichter vor allem mit der Elternschaft begründet. Dieses Argument ist jetzt hinfällig.
In Österreich war es lesbischen und schwulen Eltern - wie in Deutschland - bislang nur gestattet, die leiblichen Kinder des Partners bzw. der Partnerin zu adoptieren (Stiefkindadoption) oder Pflegekinder bei sich aufzunehmen.
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