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Ältere Heteromänner: Zu viele Homos in den Medien

Vor allem Männer und Ältere finden, dass die Medien zu viel über die LGBTIQ-Community berichten. Das ergab eine Forsa-Befragung, die auch nach Diversity und Diskriminierung im Job fragte.

Philippe Leroyer/ CC-BY-NC-ND So viele Lesben auf einmal wollen viele Heteros lieber nicht sehen...

Von Karin Schupp

24.11.2019 - Nur ein Viertel der Berliner_innen ist zufrieden mit der Berichterstattung über LGBTIQ, ein weiteres Viertel hat das Gefühl, in den Medien „zu viel“ über LGBTIQ sehen oder lesen zu müssen, 28 Prozent wünschen sich mehr.

Noch häufiger wird nur die Berichterstattung über Geflüchtete beanstandet, die von 46 Prozent der Befragten als „zu viel“ empfunden wird.

Am unsichtbarsten in den Medien sind Behinderte, arme und alte Menschen: Rund die Hälfte der Befragten sind der Meinung, dass über diese gesellschaftlichen Gruppen „zu wenig“ berichtet wird.

Das ergab eine Befragung, die das media.net Berlin-Brandenburg Ende Oktober unter rund 1000 Erwerbstätigen in Berlin durchführen ließ.

Männer und Ältere lehnen LGBTIQ-Themen am häufigsten ab

Männer sind bei fast allen gesellschaftlichen Gruppen der Ansicht, dass zu viel über sie berichtet werde - außer über junge Menschen und über Männer selbst! Besonders frappierend ist aber ihre Ablehnung von queeren Themen: 34 Prozent halten sie für „zu viel“, während es bei den Frauen nur 17 Prozent sind.

Eine ähnliche Diskreptanz gibt es zwischen Jüngeren und Älteren: Es sind vor allem die Befragten über 45 Jahre - rund ein Drittel -, die sich nicht für LGBTIQ interessieren, am wenigstens genervt sind die 18-29-Jährigen (13%).

Quelle: Forsa; n=1008 Berliner_innen ab 18 J.

Diversity am Arbeitsplatz hält die Hälfte für wichtig

In der Befragung ging es außerdem um Diversity bzw. Vielfalt am Arbeitsplatz. Davon hatten 70 Prozent der Befragten schon einmal gehört, bei den 18-29-Jährigen sogar 91 Prozent.

Nach einer kurzen Aufklärung, was man unter dem Begriff versteht, sagte jede_r Zweite (51%): Ja, Diversity am Arbeitsplatz ist mir wichtig (28%) oder sogar sehr wichtig (23%) - Frauen allerdings häufiger als Männer (59% vs. 44%).

Vor allem Frauen von Diskriminierung im Job betroffen

39 Prozent der Berliner_innen gaben an, im Job selbst schon einmal wegen ihres Geschlechts, Herkunft, Alter oder anderer sozialer Faktoren diskriminiert worden zu sein.

Frauen waren/ sind auch hier deutlich häufiger betroffen als Männer (53% vs. 26%) und zwar überwiegend aufgrund ihres Geschlechts.

Wegen ihrer sexuellen Orientierung wurden 5 Prozent der Betroffenen diskriminiert – in diesem Fall sind/ waren Männer häufiger Opfer als Frauen (11% vs. 1%).

Politik und Unternehmen sollten sich stärker engagieren

Die Hälfte aller Befragten findet, dass Unternehmen mehr tun könnten, um Diversity zu fördern, nur 28 Prozent sind der Meinung, dass sie bereits genug tun. Auch hier, wen wundert’s, fordern mehr Frauen (56%) als Männer (46%) ein größeres Engagement.

Auch die Politik könnte hier mehr Impulse geben – diesen Wunsch unterstützen 57% Prozent (Frauen: 68%, Männer: 45%).

Die Befragung wurde von Forsa unter 1008 volljährigen Berliner_innen durchgeführt. Auftraggeberin war media.net Berlin-Brandenburg, das größte regionalen Netzwerk der Medien- und Digitalwirtschaft in Deutschland.

Alle Ergebnisse der Befragung hier als PDF.

Anm.: Der Begriff LGBTIQ wurde so erklärt: Menschen, die nicht heterosexuell sind oder deren Geschlechtsidentität nicht eindeutig männlich oder weiblich ist.

 

Weiterlesen: Sexuelle Orientierung im Job immer noch ein Tabu

Queer Media Society: Neue Initiative für mehr LGBT-Sichtbarkeit in den Medien

 

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