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Alte Qualitäten und junge Queerness: Das „The L Word“-Reboot hatte gestern Premiere

Gestern startete in den USA das Serien-Reboot „The L Word: Generation Q“ mit alten Stars und neuen Charakteren - und schaffte den Sprung ins neue Jahrzehnt: Beim Public Viewing in New York war das Publikum zahlreich, jung und begeistert.

Showtime

Von Merryn Johns

9.12.2019 - Die bahnbrechende Serie The L Word löste beim Publikum so viele tiefe Emotionen von Liebe bis Hass aus, als sei sie ein historisches Ereignis gewesen und nicht nur eine Unterhaltungsserie. Aber diese tiefen Emotionen weisen durchaus darauf hin, dass sie tatsächlich Geschichte schrieb und nicht nur Unterhaltung war. Es war ja das erste Mal, dass wir uns selbst – oder Darstellungen von uns – einigermaßen regelmäßig auf dem Bildschirm sahen.

Die Serie erschien zu Beginn der queeren und trans Bewegungen und wurde dafür kritisiert, die Verbreiterung der Identitäten innerhalb unserer Community nicht angemessen zu berücksichtigen und sich stattdessen in Shanes Untreue und Jenny Schecters schriftstellerischen Abenteuern zu verlieren. Was natürlich auch okay ist. Aber die Zeiten haben sich geändert, und wir wollen Serien sehen, die ethnischer Vielfalt gegenüber nicht blind sind und Charaktere akzeptieren, die die Grenzen der Genderbinarität sprengen.

Eine neue Generation an queeren Charakteren

Die sehnsüchtige erwartete Fortsetzung The L Word: Generation Q thematisiert diese Veränderungen frontal. Jennifer Beals, Kate Moennig und Leisha Hailey übernehmen wieder ihre früheren Rollen, aber der Neustart bietet auch neue Figuren und einer inklusivere Handlung.

Generation Q präsentiert eine neue Generation an queeren Charakteren, und so fortgeschritten, wie wir als Gesellschaft inzwischen sind, bin ich mir nicht mal sicher, ob wir diesmal ein Chart für all die romantischen Verbindungen benötigen. Schließlich war lesbisches Leben, als die Serie 2004 zum ersten Mal lief, für die Allgemeinheit immer noch ein Rätsel.

Heute, wo die meisten eine Vorstellung davon haben, was Lesben im Bett machen und wir sogar das Recht haben, unsere Liebe - wenn wir das wollen - durch eine Ehe zu formalisieren, habe ich mich gefragt, was die Hauptanziehung von Generation Q überhaupt noch ausmachen könnte.

Lesbischen Menstruationssex gab's im TV noch nie

In Generation Q gibt es mehr trans Menschen und mehr People of Color als früher in The L Word. Die erste Folge zeigt zwei Frauen beim morgendlichen Sex, bei dem die eine die Periode der anderen auslöst. Ich glaube nicht, dass es lesbischen Sex und Menstruation schon einmal im Fernsehen zu sehen gab, obwohl fast jede Lesbe das wohl schon einmal erlebt hat.

Gestern veranstalteten das Lesbenmagazin Curve, der Sender Showtime und die LGBTQ-Organisation HRC gemeinsam ein Public Screening in Brooklyn/ New York. Und während ich alt genug bin, um The L Word seinerzeit als erwachsene Lesbe gesehen zu haben, war ich überrascht, wie jung die mehreren hundert Lesben waren, die kamen.

Das junge Publikum war begeistert

„Warst du überhaupt schon auf der Welt, als die Serie damals rauskam?”, fragte ich eine junge Frau, die sich sichtlich freute, hier zu sein. „Äh, ich war neun”, sagte sie. „Und ich kann’s nicht erwarten, bis es losgeht.”

Ich saß neben diesen Frauen, als sie die erste Folge sahen. Ich hörte ihr Seufzen, ihr Lachen, ihr Stöhnen. Sie waren begeistert, egal ob die Person auf dem Bildschirm die alterslosen Jennifer Beals, Leisha Hailey und Kate Moennig oder die „Newbies” Arienne Mandi, Jacqueline Toboni, and Rosanny Zayas waren.

Wir mögen ja glauben, schon viel erreicht zu haben - aber es gibt immer noch was zu tun. Und junge, queere Frauen zählen auf uns!

Merryn Johns ist die Chefredakteurin des US-Lesbenmagazins Curve. In der neuen Ausgabe der L-MAG (ab 20. Dez. im Handel) wird sie uns verraten, wie queer Kristen Stewarts neuer Kinofilm 3 Engel für Charlie ist.

The L Word - Generation Q läuft voraussichtlich im Frühjahr 2020 bei Sky, einen offiziellen deutschen Starttermin gibt's aber noch nicht. 

 

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