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Am Montag ist „Tag der lesbischen Sichtbarkeit“

Am 26. April wird der „International Day of Lesbian Visibility“ begangen. Welche Aktionen und Events finden bei uns statt? Und wofür brauchen wir überhaupt diese Sichtbarkeit? Das erfahrt ihr hier!

Brian Kyed/ Unsplash

Von Karin Schupp

25.4.2021 - „Ihr wieder mit eurer lesbischen Sichtbarkeit!“, hören wir immer wieder, selbst von Frauen, die selbst lesbisch sind – und das nicht nur am „International Day of Lesbian Visibility“, der 2008 in Spanien ins Leben gerufen und 2018 auch Deutschland kam.

Ja, sind wir denn nicht schon längst sichtbar genug? Und wozu brauchen wir überhaupt diese Sichtbarkeit? Die Antworten sind einfach: 1.) Nein, sind wir nicht – solange der CSD bei vielen noch „Schwulenparade“ heißt, Hella von Sinnen die einzige Lesbe ist, die den Leuten auf Anhieb einfällt, lesbische Charaktere im deutschen Serien nur mit der Lupe zu finden sind und lesbische Belange in der Gesetzgebung hinten runterfallen, siehe etwa das Abstammungsrecht, das Zwei-Mütter-Familien nach wie vor diskriminiert (wir berichteten).

Keine Selbstverständlichkeit ohne Sichtbarkeit

Um aber 2.) einen ganz selbstverständlichen Umgang mit lesbischen Frauen in Medien, Politik, Sport, Kirche, Schule und nicht zuletzt in unserem eigenen Alltag erwarten zu können, benötigen wir im ersten Schritt - genau: Sichtbarkeit. Andersrum funktioniert es nicht. Denn nur wer uns wahrnimmt, versteht, dass wir keine „Einzelschicksale“ sind, dass wir sehr unterschiedlich sind, manchmal den Klischees entsprechen und manchmal nicht, und dass wir dieselben Rechte wie Heteros verdienen.

Und wer sich gegenüber Lesben(themen) verkrampft oder unsicher verhält, kann nur im Umgang mit lesbischen Frauen - uns sehen, uns erleben, mit uns reden - lockerer werden. Andernfalls bleiben wir „die Anderen“, „die Ungewohnten“ oder auch ganz einfach die „Nicht-Existenten“.

Events zum „Tag der lesbischen Sichtbarkeit“

Auch im zweiten Coronajahr beschränken sich die Veranstaltungen am „Tag der lesbischen Sichtbarkeit“ fast ausschließlich auf die digitale Welt. Einige davon stellen wir hier vor:

Eine der wenigen Vor-Ort-Veranstaltungen findet schon am Sonntag, 25. April (17 Uhr) statt: Queeramnesty Berlin lädt zu einer Kundgebung vor der Gitschiner Straße 64 in Berlin-Kreuzberg ein (Infos). Dort erinnert das Wandbild „Brave Wall“ der russischen Künstlerin Katerina Voronina an Marielle Franco, eine lesbische Aktivistin, die 2018 in Brasilien ermordet wurde, weil sie sich für Schwarze, Arme, Frauen und LGBTI einsetzte.

Alle weiteren Events finden am Mo, 26. April statt (alle kostenlos):

Die Eurocentralasian Lesbian* Conference EL*C (früher: European Lesbian* Conference), die zuletzt 2019 eine Tagung in Kiew organisierte (wir berichteten), lässt auf ihrer Webseite zwölf lesbische Politikerinnen aus der ganzen Welt zu Wort kommen, darunter die deutsche EU-Abgeordnete Terry Reintke und die österreichischen Grünen-Politikerinnen Faika El-Nagashi und Ulrike Lunacek. Sie erzählen in kurzen Clips, was lesbische Sichtbarkeit für sie bedeutet, wieso sie in die Politik gegangen sind - und wer ihr Promi-Schwarm ist.

Einige von ihnen sind auch Kandidatinnen beim Quiz- und Talk-Event, das die EL*C von 14-15 Uhr auf Facebook streamt.

Livestreams mit Musik, Filmen und Talk

Am 26. April streamt der Berliner LGBTIQ+-VereinAHA e.V. mit Unterstützung des Berlin Lesbian Non Binary Film Fest  ein Programm mit „bunter L*-Vielfalt“. Geboten werden Interviews mit Aktivist*innen, Filmbeiträge und Musik, unter anderem von Sigrid Grajek/ Coco Lorès und dem Duo On Behalf of Rosy. Der Livestream beginnt um 19 Uhr auf Youtube, mehr Informationen stehen hier auf Facebook.

Der  JungLesben Treff Frankfurt überträgt auf Facebook Live, Instagram und Zoom eine digitale Talkrunde (ab 18 Uhr, alle Infos). Zu Gast sind: Susanne Stedtfeld (Leiterin der Hessischen Antidiskriminierungsstelle), Stephanie Kuhnen (Autorin) und Veronika King (Preisträgerin des ersten Hessischen Preises zur lesbischen Sichtbarkeit 2020 - wir berichteten).

Social Media-Kampagnen zur Sichtbarkeit

Prout at Work ruft lesbische Frauen aus allen Branchen dazu auf, sich an einer Foto-Aktion mit dem Hashtag #theLworksout zu beteiligen. Ziel der gemeinsamen Social Media-Kampagne mit den Wirtschaftsweibern e.V. und dem LSVD e.V. ist es, neben Sichtbarkeit auch „Role Models“ in Firmen herauszustellen, denn selbst dort, wo es LGBTIQ-Unternehmensnetzwerke gibt, sind Frauen oft unterrepräsentiert. Informationen und Hashtag-Vorlagen gibt’s auf den Webseiten des LSVD und Prout at Work.

Auch die Stuttgarter LGBTIQ-Community hat eine Online-Aktion gestartet und stellt sechs Bildmotive zur Verfügung, die unter dem Hashtag #lesbischesichtbarkeit Verbreitung finden sollen.

Der Brandenburger Landesverband AndersARTiG wird auf seiner Facebook-Seite lesbische Brandenburger*innen vorstellen, die über ihr Leben und Arbeiten sprechen und Wünsche und Forderungen formulieren. Mit der Social Media-Aktion „Lesbisch – Sichtbar – Brandenburg“ sollen weitere Lesben ermutigt werden, ihrerseits sichtbar zu werden.

 

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