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Australische Studie: Regenbogenfamilien sind stabiler

Eine Langzeitstudie der University of Melbourne ergab, dass Kinder aus Regenbogenfamilien gesünder und glücklicher sind als Kinder mit heterosexuellen Eltern.

Foto: Melinda, CC-BY

l-mag.de, 15.7.2014 – Laut einer neuen Studie der University of Melbourne können Kinder in Regenbogenfamilien gesünder und glücklicher sein als Kinder mit heterosexuellen Eltern. Dies führen die Forscher rund um Simon Crouch darauf zurück, dass lesbische und schwule Eltern eine gute, stabile Beziehung führen und ihre Rollen und das Bewusstsein über Rollenverteilung sehr ausgeglichen seien.

Die Ergebnisse lieferte eine Langzeitbegleitung von 315 australischen Regenbogenfamilien mit 500 Kindern zwischen 0 und 17 Jahren im Jahr 2012. Untersucht wurden die körperliche und geistige Gesundheit der Kinder, ein dritter Punkt war die Verfassung des Familiengefüges.

Die Studie ist die erste zum Thema in Australien und die umfangreichste weltweit. Erstmals könnten auch verlässliche Aussagen über Familien mit schwulem Elternpaar getroffen werden, so Crouch. Aufgrund der Biologie gibt es mehr lesbische Eltern. Bisher habe man zu leicht die Ergebnisse für diese Konstellation auch für schwule Eltern übernommen, damit müsse man aber vorsichtig sein.

Freilich kann auch ein guter Familienzusammenhalt nicht verhindern, dass Diskriminierungserfahrungen keine Spuren hinterlassen, räumt das Forscher-Team ein. Jedoch sei auch ersichtlich, dass den Kindern aufgrund ihrer besonderen Situation eine besondere Stärke erwachse. Je offener und besser in den Familien mit möglichen Problemen umgegangen würde, desto weniger sei Diskriminierung für die Kinder ein Angriff auf ihr Wohlergehen.

Foto: Guillaume Paumier, CC-BY

Zu diesem Ergebnis kam in Deutschland 2009 bereits ein Forscher-Team der Universität Bamberg. Die Studie wurde von Ex-Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) in Auftrag gegeben, die mit den positiven Ergebnissen eine Öffnung für ein volles Adoptionsrecht erreichen wollte. Dies ist bis heute nicht gelungen. Auch Studien aus den USA und Skandinavien kommen zu dem Ergebnis, dass Kindern in Regenbogenfamilien keine Nachteile gegenüber Kindern aus traditionellen Familien entstehen. Die Melbourner Forscher bezogen sich auf diese Studien. Sie wollten wissen, inwiefern Diskrimi-nierung das Familiengefüge angreift und wie lesbische und schwule Eltern psychosozial mit diesen Belastungen, auch gegenüber ihren Kindern, umgehen.

Auch wenn das Ergebnis grundsätzlich positiv ist, so halten die Forscher auch fest, dass gesellschaftliche Diskriminierung rund um den Globus unterschiedlich stark ist. So seien die Diskriminierungserfahrungen von Regenbogenfamilien in den USA viel stärker als etwa in den Niederlanden. Für Australien leitet das Forscher-Team daraus Konsequenzen für das Gesundheitssystem ab. Es müsse besser auf die spezifischen psychosozialen Probleme von Regenbogenfamilien vorbereitet sein.

Kerstin Fritzsche

Hier steht eine Zusammenfassung der Studie:

http://www.biomedcentral.com/1471-2458/14/635/

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