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Femmes, Sex und Taschentuchalarm

Neuer Lesbenfilm: In “Ava’s Impossible Things” muss die Hauptfigur erst in eine Traumwelt eintauchen, um sich mit den Konflikten in ihrem echten Leben auseinander zu setzen – und sich die Liebe zu ihrer besten Freundin einzugestehen.

Soul Kiss Lauryn Nicole Hamilton (l.), die auch am Drehbuch mitgearbeitet hat, und Chloe Farnworth

Von Karin Schupp

l-mag.de, 17.7.2016 - Eigentlich hatte Ava (Chloe Farnworth) nach ihrem Schulabschluss große Pläne und wollte mit ihrer besten Freundin Jessa wegziehen, doch für ihre schwerkranke Mutter legte sie all ihre eigenen Bedürfnisse auf Eis: Seit drei Jahren kümmert sie sich liebevoll um Faye (Susan Duerden), die an der unheilbaren Gehirnerkrankung Chorea Huntington leidet, die auch Ava selbst geerbt hat.

Eine Ankündigung ihrer Mutter wirft Ava aus der Bahn

Ava's Impossible Things blendet in einen Tag, an dem für Ava vieles zusammen kommt: Ihre Schwester Anna (Abigail Titmuss), mit der sie ein angespanntes Verhältnis hat, kommt zu einem seltenen Besuch, ebenso Jessa (Lauryn Nicole Hamilton, deren Schwangerschaft etwas holprig in den Film eingebaut wurde), für die Ava – das merkt man schnell – mehr als nur freundschaftliche Gefühle hegt (Avas sexuelle Orientierung wird schon in der Anfangssequenz etabliert, in der sie einen erotischen Traum mit einer Frau hat). Dadurch bereits ein wenig aus der Balance gebracht, wirft eine schockierende Ankündigung ihrer Mutter Ava endgültig aus der Bahn.

Im Traum sind Ava und Jessa schon ein Paar...

Sie fällt in einen Traum und taucht in eine Zirkus- und Gauklerwelt ein – man könnte sie auch Unterbewusstsein nennen –, in der sie den drei Frauen wieder begegnet. Sie sind jetzt Artistinnen und tragen andere Namen, aber die Konflikte sind im Kern die gleichen - außer dass Ava und Jessa/ Emma hier bereits ein Paar sind! Mit Hilfe ihres ausgedachten Kindheitsfreundes (Marc Hawes) beginnt Ava, sich mit sich selbst auseinander zu setzen und schließlich auch, ihre geliebte Mutter loszulassen.

Nur am Sex wurde nicht gespart...

Großes Kino bekommen wir nicht von Marina Rice Bader (in ihrem dritten Lesbenfilm nach Anatomy of a Love Seen - hier unsere Filmkritik - und Raven’s Touch), schon allein aus finanziellen Gründen: Weil ein Teil des Budgets wegbrach, musste die ohnehin kurze Drehdauer in letzter Minute von 15 auf neun Tage reduziert werden, was sich auch im offensichtlich deutlich gekürzten Drehbuch bemerkbar macht. Nur am Sex wird nicht gespart: Die Liebesszene hat beinahe Blau ist eine warme Farbe-Ausmaße, nur eben in der Softcore-Slowmotion-Variante.

Ein wenig kitschig, aber kein klassischer Lesben-Feelgood-Film

Wer auf Lesbenfilme mit sehr femininen Frauen, ein bisschen Kitsch, Sex und Taschentuchalarm steht, ist bei Ava’s Impossible Things genau richtig. Alle anderen können Rice Bader immerhin zugute halten, dass sie sich weiterentwickelte seit ihrer Trennung von Nicole Conn, mit der sie die Liebesfilme A Perfect Ending und Elena Undone produzierte, und mehr als nur Feeldgood-Filme mit klassischer Coming Out-Story erzählen will. Als nächstes hat sie übrigens einen Actionfilm mit lesbischer Heldin geplant.

Ava’s Impossible Things hatte gestern beim LGBT-Filmfestival Outfest in Los Angeles Premiere und ist dank der Initiative „Share the Screen“, mit der die Video-Plattform Vimeo Filme von Frauen unterstützt, schon ab heute online abrufbar (auch mit Untertiteln).

Ava’s Impossible Things, Regie: Marina Rice Bader, Buch: Rice Bader/ Lauryn Nicole Hamilton/ Marc Hawes, mit: Chloe Farnworth, Lauryn Nicole Hamilton, 78 min., engl. Original, auf Wunsch mit deutschen Untertiteln, Ausleihen: 4,52 Euro, Kaufen: 11,99 Euro: Stream/ Download bei Vimeo.


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