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Wenn die lesbische Superheldin die Welt rettet...

Privat hat sie Angst vor Spinnen, in "Blake" schreckt sie als lesbische Superheldin vor nichts zurück! Vor der Weltpremiere des Kurzfilms - heute Abend in Köln - unterhielten wir uns mit Hauptdarstellerin Lilian-Felicitas Prudlo.

Lilian-Felicitas Prudlo als "Blake"

Von Isabel Lerch

19.10.2017 - Die lesbische Superheldin Blake rettet im gleichnamigen Kurzfilm von Shamila Lengsfeld die Welt vor einem totalitären Regime. Im Vorfeld der Premiere von Blake – heute Abend beim Homochrom-Festival in Köln – sprachen wir mit Hauptdarstellerin Lilian-Felicitas Prudlo über ihre Rolle, über starke Frauen im Fernsehen - und von welcher Heldin sie gerne gerettet werden würde.

L-MAG: Du spielst eine lesbische Superheldin - Vorbilder gibt es dafür bisher kaum. Woran hast du dich orientiert, als du den Charakter „Blake“ zum Leben erweckt hast?

Lilian-Felicitas Prudlo: Es gab kein richtiges Vorbild. Ich habe mich ein wenig an einigen starken Frauenrollen orientiert, die mir immer sehr gut gefallen haben. Seven of Nine aus Star Trek Voyager hat viel zu der Straightness von Blake beigetragen, glaube ich. Nichtsdestotrotz habe ich auch viel nach meiner eigenen starken Frau, die in mir steckt, gesucht. Ein ewiger Begleiter für mich definitiv auch Benedict Cumberbatch in der Rolle des Sherlock, der mich sehr inspiriert.

Wie würdest du Blakes Charakter beschreiben?

Mutig. Blake ist verdammt mutig! Stark und schweigsam. Und stille Wasser können sehr tief sein.

Bist du selbst ein Fan von Superhelden-Filmen? Und falls ja: Welche Figuren und welche Filme zählen zu deinen Favoriten?

Superhelden-Filme haben in meiner Kindheit auch ihren Platz gehabt, aber nichts hat mich so sehr gepackt wie Sci-fi-Filme. Ich bin ein riesengroßer Star Trek-Fan. Falls man Captain Kirk, Picard oder Janeway als Helden bezeichnen mag, dann sind das definitiv meine. Genau so ist es mit Leeloo aus Das Fünfte Element - ich kann keinen Film so fehlerfrei mitsprechen wie diesen.

Ich selbst bin kein großer Fan dieses Genres, doch der Trailer hat mich neugierig gemacht. Warum sollten sich deiner Meinung nach auch Nicht-Fans von Superhelden-Filmen Blake anschauen?

Bei Blake geht es weniger darum, einen Superhelden und all seine Fähigkeiten zu zeigen, sondern um das Drumherum. Die Art und Weise, wie Shamila [Lengsfeld, die Regisseurin des Films] erzählt, macht den Film sehr sehenswert, selbst wenn man nicht auf Superheldinnen steht. Ich finde, dass es was völlig Neues ist im Vergleich zu anderen Superheldenfilmen.

Blake ist zugleich die Pilotfolge für eine geplante Serie, die Geschichte soll also weitergehen. Sollte es deiner Meinung nach mehr Formate mit starken weiblichen und lesbischen Hauptcharakteren geben?

Auf jeden Fall! Ich selbst habe immer zu starken Frauen im Fernsehen aufgeblickt, wenn es sie denn gab. Captain Janeway war für mich immer ein unfassbares Vorbild. Leider gab es immer nur wenige, und das sollte sich ändern! Und gerade in der heutigen Zeit sollte es meiner Meinung nach auch offen lesbische, starke Frauen in Filmen und Serien geben - das würde uns gut tun! Auch davon gibt’s viel zu wenige! Mit Filmen kann man die Welt vielleicht nicht verändern, aber man sollte es versuchen.

Shamila Lengsfeld und du, ihr arbeitet regelmäßig zusammen und habt auch schon in der Vergangenheit lesbische Projekte umgesetzt. Wie würdest du eure Zusammenarbeit beschreiben?

Ja, wir haben schon viele kleinere Projekte zusammen gemacht, und ich hoffe, dass es in Zukunft noch mehr werden! Shamila ist eine wunderbare Filmemacherin. Ich muss wirklich zugeben, dass ich es genieße und liebe, mit ihr zu arbeiten. Die Arbeit ist immer sehr intensiv, inspirierend und produktiv. Sie bringt immer so viele unglaublich gute Ideen mit und führt uns Schauspieler immer sehr präzise und feinfühlig. Ich kann ihr blind vertrauen und fühle mich immer sehr wohl und frei, wenn wir zusammen drehen. Das macht wirklich Spaß! Am Ende eines Tages fühlt man sich immer wunderbar. Mittlerweile hat sich auch außerhalb der Arbeit eine tolle Freundschaft entwickelt!

Wie bist du selbst zur Schauspielerei gekommen?

Ich habe zu Schulzeiten ein wenig Theater gespielt, aber es nie besonders ernst genommen. Nach dem Abitur habe ich vieles ausprobiert und vieles abgebrochen. Anfang 2014 habe ich angefangen, das Anyway, ein LGBT-Jugendcafé in Köln, zu besuchen und habe mich dort auch ehrenamtlich engagiert. Wie der Zufall es wollte, suchte eine Gruppe schwuler jugendlicher Filmemacher eine junge Schauspielerin für ihren Kurzfilm Zwei Gesichter, und kurze Zeit später nahm ich am Casting für eine lesbische Serie namens Lezz-A-Faire teil. Danach klang der Gedanke, Schauspielerin zu werden, nicht mehr ganz so absurd, und ich bewarb mich an Schauspielschulen. Im Januar 2015 begann meine Ausbildung an der Arturo Schauspielschule in Köln.

Was ist für dich die größte Herausforderung an der Schauspielerei?

Ich liebe Herausforderungen, und ich finde, dass man sich allem stellen kann und muss. Müsste ich allerdings eine Szene mit Spinnen drehen, würde ich mich schon etwas schwer tun! Aber auch diese Herausforderung würde ich annehmen. Manchmal sind die Tage hart, und man wünscht sich einen 9-to-5-Job, aber trotzdem weiß man, dass man nie wieder was anderes tun möchte, als zu spielen!

Eine letzte Frage noch: Wenn du selbst von einer starken Frau gerettet werden könntest – wer wäre es? Und warum?

Puh, das ist eine schwere Frage. Da gibt es viele! Ich würde definitiv nicht nein sagen, wenn mich Alex Vause aus Orange is the New Black retten würde oder Irene Adler aus Sherlock. Einfach, weil ich beide wirklich heiß finde. Ich mag „Helden“, die nicht unbedingt nur auf der „guten“ Seite stehen. (lacht)

Blake läuft am 19. Okt. (Köln, NRW Filmforum) und am 26. Okt. (Dortmund, Schauburg) im Lesbischen Kurzfilmwettbewerb des Homochrom Festivals.

Lest hier auch unser Interview mit Blake-Regisseurin Shamila Lengsfeld: "Die erste lesbische Superheldin kommt aus Köln"

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