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Brasilien: „Gerechtigkeit für Carol“ – Schützt Lesben vor Hass und Gewalt!

Immer wieder fallen in Brasilien LGBTIQ* brutalen Morden zum Opfer, zuletzt im Dezember die 21-jährige Lesbe Carol Campelo. Eine Petition fordert nun eine Aufklärung des Falls und verlangt politische Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Lesben.

psi.les.bi/ Instagram„Ein Monat ohne Antworten. Wer tötete Carol?“, postete die brasilianische Content Creatorin Cass Andrade auf Instagram

Triggerwarnung: Beschreibung eines gewaltsamen Hassverbrechens

Von Dana Müller

31.1.2024 - Es ist ein erschreckend brutaler Mord und bedarf dringend der Aufklärung: Am 10. Dezember 2023 wurde Ana Caroline Sousa Campelo (genannt Carol Campelo) gefoltert und getötet, Teile ihres Gesichts wurden zuvor entfernt. Doch die Untersuchungen im brasilianischen Bundesstaat Maranhão gehen schleppend voran. Die 21-Jährigen lebte offen lesbisch und war erst kürzlich in das rund 14.000 Einwohner:innen zählende Städtchen Maranhãozinho gezogen, um mit ihrer Freundin zusammen zu sein.

Laut Grupo Gay da Bahia (GGB), einer der ältesten LGBTQ-Organisation in Lateinamerika, seien im letzten Jahr in Brasilien mindestens 257 queere Menschen eines gewaltsamen Todes gestorben. Seit über 40 Jahren sammelt die Organisation mit Hilfe von Nachrichtenberichten, Internetrecherchen und Auskünften von Angehörigen der Opfer Daten über Todesfälle.

Brasilien: Für LGBTQ eines der gefährlichsten Länder der Welt

„Für Mitglieder der LGBTQ*- Community ist Brasilien eines der gefährlichsten Länder der Welt“, sagte Mônica Francisco von der brasilianischen Partei für Sozialismus und Freiheit (PSOL) in einem Interview 2019 mit Latein Amerika Nachrichten. „Durch den Versuch, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, stimmt eine LGBT-Person ihrem möglichen Todesurteil zu. In der Bevölkerung findet eine fortschreitende Militarisierung statt.“

Ein weiterer tragischer Fall der zunehmenden Gewalt an LGBTQ und Frauen sorgte bereits 2018 für internationale Schlagzeilen: Die Erschießung von Menschenrechtsverteidigerin und Kommunalpolitikerin Marielle Franco auf offener Straße (L-MAG berichtete). Sie setzte sich unermüdlich für die Rechte von Schwarzen, Frauen und Lesben ein und kritisierte als Stadträtin von Rio de Janeiro unter anderem das Vorgehen der Militärpolizei in den Straßen der Stadt. Gerade unter dem ehemaligen rechtskonservativen Staatschef Jair Bolsonaro (2019-2022) nahm die Gewalt gegen Schwarze, Jugendliche und die queere Community zu.

Politische Maßnahmen zum Schutz von Lesben gefordert

Seit Januar 2023 ist nun der linke Politiker Lula da Silva Präsident, daher fordert jetzt eine Petition unter dem Hashtags #JusticaPorCarol und #JusticeForCarol nicht nur eine Beschleunigung der Untersuchung und „rechtliche und psychosoziale Unterstützung für die Freundin des Opfers und die direkte Familie“, sondern auch konkrete politische Maßnahmen für den Schutz von Lesben im Land. So wird unter anderem die Errichtung einer Beobachtungsstelle zur Datenerhebung über die Gewalt an Lesben* angestrebt.

Bereits über 25.000 Menschen haben die Petition unterschrieben. Vielleicht führt das ja wirklich zu einer ernsthaften Aufklärung und Suche nach den Schuldigen. Und damit zu ein wenig Gerechtigkeit.

Petition „Gerechtigkeit für Carol“ bei AllOut

 

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