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Bundesverdienstkreuz für lesbische Aktivistin Monika Barz

Christlich und lesbisch ist kein Widerspruch - das beweist Monika Barz schon seit über drei Jahrzehnten. Nun erhält die Pionierin lesbisch-feministischer Kirchen- und Bildungsarbeit einen der höchsten deutschen Orden: das Verdienstkreuz am Bande.

Privat

Von Paula Lochte

21.12.2017 – „Ihr Mut hat Tausenden von Frauen geholfen, ihr Doppelleben zu verändern“, sagte Irmgard Ehlers in ihrer Laudatio auf Monika Barz (64). Zwar ist die offizielle Verleihung des Ordens erst nächstes Jahr, doch an der Evangelischen Akademie Bad Boll wurde bereits am vergangenen Samstag auf der Lesbentagung gefeiert.

Diese hatte Monika Barz 1985 mitgegründet, in einer Zeit also, in der Homosexualität berufliche Laufbahnen in der evangelischen Kirche beenden konnte. Gegenüber der Webseite evangelisch.de erzählte Monika Barz: „Die Lesbentagungen sind das zentrale Projekt in meiner Biographie. Dort kam für mich alles zusammen, was mir wichtig war: Politisches Handeln in aller Öffentlichkeit und gleichzeitiges Eintauchen in der Geborgenheit eines lesbisch-feministischen Kontinuums.“

Monika Barz brach mit den Konventionen und zwar nicht nur durch die erste Tagung für lesbische Frauen in einer Einrichtung der evangelischen Kirche, sondern auch durch die von ihr mitherausgegebenen Bücher. Im Ohr bleiben Titel wie „Hättest Du gedacht, dass wir so viele sind?“, „Göttlich lesbisch“ und „Geträumt, gewagt, gelebt“ über die kirchliche Lesbenbewegung. Die Bücher und Lesbentagungen wirkten als Initialzündung für die politische Arbeit und Vernetzung von Lesben in der Kirche.

Evangelische Kirche und autonome Frauenbewegung

Damit nicht genug, Monika Barz ist auch Mitbegründerin des autonomen Frauenhauses in Tübingen, des Notrufs für vergewaltigte Frauen in Nienburg/Weser und des Netzwerkes LSBTTIQ Baden-Württemberg. Zwanzig Jahre lang engagierte sie sich im Vorstand, später im Aufsichtsrat des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. Und sie berät das Sozialministerium des Landes bei der Umsetzung des Aktionsplans „Akzeptanz und gleiche Rechte“.

1993 bis 2016 war Barz Professorin für Frauen- und Geschlechterfragen in der Sozialen Arbeit an der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg. Dass sie diese Professur als offen lesbisch-feministische Wissenschaftlerin überhaupt bekommen habe, dazu ausgerechnet in der konservativen Württembergischen Landeskirche, sei für sie ein Highlight gewesen.

Für ihr langjähriges Engagement erhält Monika Barz nun von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande. Die Bundesverdienstorden sollen hervorragende Leistungen für das Gemeinwesen würdigen und bekannt machen.

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