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Bye, bye Konny! – Lesbisches Webportal nach zwanzig Jahren eingestellt

Zwei Jahrzehnte lang waren „Konnys Lesbenseiten“ mit rund 100.000 Nutzerinnen eine wichtige Informationsquelle für lesbische Inhalte im Internet. Jetzt ging es offline. L-MAG hat bei Portal-Gründerin Konstanze Gerhard nach den Hintergründen gefragt.

Renate Hoyer Danke, Konny Gerhard, für dein Engagement und deinen Beitrag zu lesbischer Sichtbarkeit!

Von Hannah Geiger

29.5.18 - Gibt man „Konnys Lesbenseiten“ oder „lesben.org“ bei Google ein, erscheint nur noch eine leere Seite mit einer kurzen Mitteilung und Danksagung: „Mit dem Lesbenfrühling 2018 stelle ich meine Seite ein. Vielen Dank an alle, die meine Arbeit unterstützt haben“, heißt es dort.

Genau zwanzig Jahre und zwei Tage, nachdem das lesbische Informationsportal mit dem Lesbenfrühlingstreffen 1998 seinen Anfang fand, verschwindet es. Wo früher eine virtuelle Sammelstelle für lesbische Initiativen, Vereine, Frauenbildungshäuser, Beratungsstellen und Urlaubsorte zu finden waren, ist jetzt: nichts mehr.

Der runde Geburtstag als wohl verdienter Schlusspunkt

„20 Jahre sind ein runder Geburtstag, und damit ist es für mich genug. Ich habe das aus Engagement gemacht, aus Liebe den lesbischen Frauen dieses Landes gegenüber. Aber jetzt bin ich 57 und möchte mal etwas anderes machen“, erklärt Konstanze Gerhard, Gründerin von „Konnys Lesbenseiten“ gegenüber L-MAG. „50 E-Mails pro Tag, sieben Tage die Woche: Meine Webseite zu pflegen, kam einem Halbtagsjob gleich - leider größtenteils unbezahlt.“

Die ursprüngliche Idee dahinter, eine lesbische Datenbank aufzubauen und – überwiegend ehrenamtlich – für alle zugänglich ins Internet zu stellen, war einfach: „Es gab damals, in den Anfängen des Internets, kein lesbisches Portal. Und besonders Bücher und Filme mit Lesben als Protagonistinnen musste man damals noch suchen wie eine Stecknadel im Heuhaufen“, stellt Konny klar.

Sind lesbische Info-Portale überhaupt noch notwendig?

Während die Suche nach lesbischen Informationen früher mühsam und aufwendig war, machen es soziale Medien und die fortschreitende Digitalisierung mittlerweile sehr viel einfacher an Informationen zu gelangen. Doch hat sich die Situation wirklich so zum Positiven gewandelt, dass Portale wie „Konnys Lesbenseiten“ nicht mehr notwendig sind?

Dazu Konny: „Es gibt ja heute einige lesbische Info-Portale wie zum Beispiel L-MAG. Und es entstehen immer wieder neue. Und ja, sie sind noch notwendig - auch wenn man viele lesbische Angebote inzwischen auch über eine Suchmaschine finden kann. So steht heute viel mehr Lesbisches im Internet als noch vor 20 Jahren – erfreulicherweise!“

"Ich habe unzählige Dankes-Mails erhalten"

Die Webseite einfach online stehen zu lassen, käme für Konny Gerhard nicht in Frage, denn: „Ich hätte sie nach wie vor aktualisieren müssen“. Die Reaktionen auf ihre Entscheidung sind fast ausschließlich positiv und wohlwollend. „Ich habe unzählige Dankes-Mails erhalten. Das hat mich sehr gefreut!“

Für Konny heißt es nun erstmal ein wenig Erholung von lesbischen News. Ihr zukünftiger Weg führt sie auf die Suche nach einem Job oder Aufträgen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit oder Webdesign, natürlich im LGBT-Bereich. „Ich würde mich sehr freuen, wenn sich da etwas für mich fände!“

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