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Crowdfunding für lesbische Miniserie aus Ungarn

Gegen die Vereinzelung von älteren Lesben im homophoben Ungarn: Eine romantische Webserie soll ihnen den Umgang mit digitalen Geräten und Kontakt-Apps erklären. Ein Crowdfunding sammelt die letzten Euros, um „Die zweite goldene Ära“ fertigzustellen.

Labrisz Emese Vasváry und Tünde Bacskó in „A második aranykor/ Die zweite goldene Ära“

Von Julia Forgacs

26.1.2021 - „Wir sehen, dass wir ältere Mitglieder unserer Community nicht mehr sehen“, sagt Mária Kristófy. Die 70-jährige Sängerin ist seit 16 Jahren Teil von Labrisz. In den vergangenen Monaten erhielt die Organisation viele Anfeindungen durch ungarische Politik und regierungsnahe Medien für die Publikation des queeren Märchenbuchs Das Märchenland gehört allen, aber auch eine große zivilgesellschaftliche Unterstützung.

Die lesbisch-feministische Organisation arbeitet seit 1999 für das Recht von LBTI Frauen, selbst über ihre Sexualität und ihr Leben zu entscheiden. Seither ist Labrisz aktivistisch aktiv, führt ein lesbisches Archiv, konzipiert und setzt Bildungsprojekte an Schulen um und gestaltet diverse Kultur- und Community-Programme.

Homo- und Transphobie in Ungarn verstärken Isolation

„Sehr wenige über 60-Jährige kommen zu unseren Veranstaltungen. Wir kennen diese Personen und wissen, dass sie insbesondere auf dem Land in einer noch schwierigeren Position sind als wir in der Hauptstadt.“ Mária beschreibt im L-MAG-Gespräch eine Realität, die in Zeiten der Pandemie verstärkt zum Ausdruck kommt: Diverse queere Communities sind von starker Isolation betroffen.

Die steigende LGBTQAI+-Feindlichkeit in der ungarischen Regierung und Gesellschaft macht es gleichzeitig für viele Personen noch schwieriger, offen über ihre Sexualität zu sprechen. Umso wichtiger werden digitale Medien für den Aufbau und die Pflege von Beziehungen. „Gleichzeitig mangelt es vielen älteren Personen an Wissen oder Fähigkeiten, um dieses Medium zu benutzen. Deswegen wollten wir einen Bildungsfilm entwickeln. Daraus wurde eine Bildungsserie; na und wenn Labrisz das schon macht, dann sollte es auch eine Geschichte darin geben.“

Serie über zwei Frauen, die sich online kennen lernen

Das Resultat ist das romantisch-pädagogische Serienformat A második aranykor (= Die zweite goldene Ära) über Judit und Tünde, zwei Frauen mittleren Alters, die sich online kennen lernen. Die beiden haben nicht nur sehr unterschiedliche Fähigkeiten im Umgang mit sozialen Medien, sondern kommen auch aus sehr verschiedenen Lebenssituationen – Judit aus Budapest und Tünde vom Land. Anhand dieser Geschichte, die in sechs Folgen erzählt wird, vermittelt Labrisz einen sicheren Umgang mit digitalen Geräten und Apps.

Trailer mit deutschen Untertiteln:

Die Serie soll im April 2021 veröffentlicht werden und wird auch mit deutschen Untertiteln verfügbar sein. Regie führt Mária Takács. Das Gründungsmitglied von Labrisz ist durch ihre Dokumentarfilme Eltitkolt Évek (= Geheime Jahre) und Meleg férfiak, hideg diktatúrák (= Heiße Männer, kalte Diktaturen), in denen sie die Erfahrungen von LGBTQI+-Personen im Ungarn vor und nach der Wende dokumentiert, international bekannt geworden.

Nur das Geld für die Fertigstellung fehlt noch

Die Serie ist schon abgedreht, die Förderung hat jedoch nicht für die Postproduktion gereicht. Deswegen braucht Labrisz dringend Unterstützung für die Fertigstellung von Schnitt und visuellen Effekten, der Farbgebung und der Tonmischung – insgesamt 2500 €. Schon mit kleinen Beiträgen können Einzelpersonen die Produktion und damit die schnellstmögliche Verbreitung von digitalen Kompetenzen unterstützen - für ein intergenerationales Miteinander in unserer Community.

Auf der Crowdfunding-Seite bei Indiegogo finden sich alle Informationen; die Deadline ist der 31. Januar.

 

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