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Demo für Homophobe gegen buntes Stuttgart

In Baden-Württemberg protestiert die konservativ-evangelikale "Demo für alle" am Samstag gegen den „Aktionsplan für Akzeptanz und gleiche Rechte“. Ein breites Bündnis ruft zur Gegendemo auf.

Von Kerstin Fritzsche

l-mag.de, 19.3.2015 – Baden-Württemberg war das erste Bundesland, in dem ein neuer Bildungsplan aufgesetzt wurde, der auch Aufklärung über sexuelle Vielfalt im Unterricht verankern möchte. In Stuttgart starteten daher vor über einem Jahr die Demonstrationen des homophoben Bündnisses „Demo für alle“, das inzwischen mit Unterstützung beispielsweise der AfD in ganz Deutschland aktiv ist.

Seit der Bildungsplan auf das Schuljahr 2016/17 verschoben wurde, hat sich „Demo für alle“ ein neues Ziel ausgesucht: Am Samstag demonstriert man erstmals gegen den „Aktionsplan für Akzeptanz und gleiche Rechte“ des Sozialministeriums. Das sei „Bürger-Umerziehung“, heißt es da, es wird gewarnt vor „Einführung der dritten Elternschaft“, des dritten Geschlechts, einer LGBTTIQ-Quote für Rundfunk und Fernsehen und der Legalisierung der Leihmutterschaft.

Ein ambitioniertes Antidiskriminierungs-Projekt für LGBT

Eigentlich verwunderlich, dass der Protest der Konservativen erst jetzt kommt, denn im federführenden Sozialministerium unter Katrin Altpeter (SPD) arbeitet man bereits seit über zwei Jahren in einem breit angelegten Beteiligungsprozess an dem Projekt, hat mit einer Studie die Situation von Regenbogenfamilien im Ländle und die Probleme von jungen und alten LGBT analysiert. Eine Million Euro stehen für den Plan bereit, der noch vor der Sommerpause verabschiedet werden soll.

Der Aktionsplan ist ein Zeugnis dafür, dass lesbisch-schwule Gruppen nun endlich Gehör finden und ernst genommen werden. Er festigt die Zusammenarbeit zwischen Landesregierung und den Kommunen, dient der Gewaltprävention, hilft Missstände zu beheben und, wenn nötig, an höheren Stellen Druck aufzubauen, etwa, was die Personenstandskennung in Formularen angeht. Für Baden-Württemberg, in dem sich lesbische und schwule Paare noch vor ein paar Jahren unter CDU-Regierung auf dem Katasteramt verpartnern mussten, ist das ein Riesenschritt.

Die „Demo für alle“-Demo beginnt um 15 Uhr am Schillerplatz, die Gegendemonstranten des breiten Bündnisses „Stuttgart ist und bleibt bunt - gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie“ sammeln sich ab 14 Uhr am Schloßplatz, ab 14:30 Uhr spielt die Band UNUS.

Infos zur Gegendemo „Stuttgart ist und bleibt bunt“: https://www.facebook.com/events/334818430054505/ 

 

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