L-Mag

Der lesbische Jahresrückblick 2019

Das war das lesbische Jahr: Wir blicken zurück auf die Ereignisse, Hochzeiten, Trennungen, Todesfälle, Preise, Skandale und Höhepunkte 2019.

Im Uhrzeigersinn ab links oben: Caster Semenya, Brandi Carlile, Megan Rapinoe, Melania Ramirez und Christine Hannigan, Anne McClain, Claudia López

Von Karin Schupp, 30.12.2019

Januar:

Madonna/ Foto des Paars: Riccio Photography War ein großes Medienereignis: Die ersten gleichgeschlechtliche Hochzeit in Österreich

Österreich: Am 1. Januar tritt in Österreich die Ehe für alle in Kraft, und das erste gleichgeschlechtliche Hochzeitspaar sind Nicole Kopaunik und Daniela Paier: Die beiden geben sich schon kurz nach Mitternacht am Wörthersee das Ja-Wort (wir berichteten).

Brasilien: Die LGBTQ-Community in Brasilien fürchtet um ihre hart erkämpften Rechte, seit der homophobe Rechtspopulist Jair Bolsonaro zum Präsidenten gewählt wurde. Schon sein Amtsantritt am 1. Januar wird von LGBTQ-Protesten begleitet (wir berichteten).

USA: Mary Oliver (10.9.1935-17.1.2019), Pulitzer-Preisträgerin und die erfolgreichste zeitgenössische Dichterin der USA, stirbt im Alter von 83 Jahren. Die Poetin, die in ihrer Gedichten häufig über den Tod schrieb, war vierzig Jahre lang mit der Fotografin Molly Malone Cook zusammen, die 2005 an Krebs starb.

 

Februar:

ScreenshotBrandi Carlile bei den Grammys

Australien/ Neuseeland: Die Fußballerinnen Tameka Butt (Australien) und  Kirsty Yallop (Neuseeland) beide Nationalspielerinnen in ihren Ländern, heiraten am 9. Februar in Neuseeland.

USA: Bei den Grammy Awards in L.A. ist Brandi Carlile die Frau des Abends: Sie gewinnt drei der sechs Grammys, für die sie nominiert wurde. Die Countrymusikerin, die mit ihrer Frau Catherine zwei Töchter hat, outete sich schon 2002 als lesbisch.

Serbien: Ministerpräsidentin Ana Brnabic und ihre Lebensgefährtin Milica Djurdjic werden Eltern: Djurdjic bringt Mitte Februar einen Sohn zur Welt. Die 44-Jährige, die seit 2018 die Regierungsgeschäfte Serbiens führt, ist damit das weltweit erste Staatsoberhaupt, das im Amt Mutter wird.

USA: Die lesbische Historienkomödie The Favourite (unsere Filmkritik) ist mit neun Nominierungen, darunter als „Bester Film“, der meistnominierte Film der Academy Awards (zusammen mit Roma). Einen Oscar bekommt an diesem Abend aber nur die Hauptdarstellerin Olivia Colman, nachdem sie für ihre lesbische Rolle auch schon den Golden Globe bekommen hat.

 

März:

FacebookChantelle Day und Vickie Bodden Bush klagten auf den Caymaninseln die Ehe-Öffnung ein

Deutschland: Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) will lesbische Mütter in Sachen Abstammungsrecht endlich gleichstellen (wir berichteten). Ihr Gesetzesentwurf sieht vor, dass der Ko-Mutter automatisch die rechtliche Elternschaft zusteht, wenn das Kind in die Partnerschaft hineingeboren wird und das Paar verheiratet oder verpartnert ist - bisher muss sie es in einem langwierigen Prozess adoptieren. Durchgebracht hat Barley ihre Gesetzesreform allerdings noch nicht.

USA: Am 16. März stirbt die Filmemacherin Barbara Hammer (15.5.1939 - 16.3.2019) an Krebs. Die Pionierin des lesbischen Experimentalfilms (Nitrate Kisses), die mit der Menschenrechtsaktivistin Florrie Burke verheiratet war, hinterlässt ihren Nachlass dem Academy Film Archive in Los Angeles, wo ihr komplettes filmisches Werk aufbereitet werden soll.

Deutschland/ Österreich: In Let’s Dance (RTL) und Dancing Stars (ORF) gehen zeitgleich zwei lesbische Musikerinnen, Kerstin Ott und Virginia Ernst, mit einer Tanzpartnerin an den Start. Zuvor hatte es in der Promi-Tanzshow weltweit nur ein Frauenpaar - 2010 in Israel – gegeben. Beide fliegen nach der sechsten Show raus (K-Word #300).

USA: Die queere Sängerin Kehlani wird am 23. März Mutter einer Tochter, Adeya. Mit dem Vater des Kindes, dem bisexuellen Musiker Javaughn Young-White, ist sie inzwischen nicht mehr zusammen,

Caymaninseln: Ein Frauenpaar erkämpft Ende März die Ehe für alle: Der Oberste Gerichtshof der karibischen Inselgruppe gibt der Klage von Chantelle Day und Vickie Bodden Bush gegen das Ehe-Verbot Recht. Doch ihr Glück währt nicht lange. Im November stoppt ein Berufungsgericht die Ehe-Öffnung schon wieder: Eine eingetragene Partnerschaft sei für schwule und lesbische Paare ausreichend.

 

April:

Emma Blake/ InstagramMit diesem Wandbild in Belfast erinnert die irische Künstlerin Emma Blake an Lyra McKee. Das Zitat entstammt einem Brief, den Lyra an ihr 14-jähriges Selbst schrieb - damals tat sie sich mit ihrem Coming Out schwer

Brunei: Ungeachtet internationaler Proteste verschärft der streng muslimisch-konservative Kleinstaat sein Verbot von Homosexualtät und führt die Todesstrafe für Homosexuelle ein (wir berichteten hier und hier). Prominente rufen zum Boykott der weltweit neun Luxushotels des Sultans auf, die Vereinten Nationen und dutzende Staaten, darunter auch Deutschland, verurteilen das Gesetz. Anfang Mai gibt Sultan Hassanal Bolkiah bekannt, dass sein Land auf die Vollstreckung der Höchststrafe verzichten werde.

USA:  Lori Lightfoot gewinnt am 2. April die BürgermeisterInnen-Wahlen in Chicago und ist damit die erste lesbische und schwarze Frau an der Spitze der drittgrößten Stadt der USA. Die Anwältin (57), die der Demokratischen Partei angehört, ist mit der Bibliothekarin Amy Eshleman verheiratet und hat eine Tochter.

Nordirland: Während militanter Ausschreitungen in der Nacht zum Karfreitag in Derry wird die lesbische Journalistin und LGBT-Aktivistin Lyra McKee (31.3.1990-18.4.2019) versehentlich von der „Neuen IRA“ erschossen. Die 29-Jährige, die Expertin für den Nordirlandkonflikt war, hinterlässt ihre Lebensgefährtin Sara Canning.

Ukraine: In Kiew treffen sich Mitte April über 350 Lesben zur zweiten European Lesbian*Conference (wir berichteten). Nachdem es im Vorfeld rund um das Tagungshotel Vandalismus und homophobe Proteste gegeben hatte (wir berichteten), verlief die Lesbenkonferenz ruhig.

 

Mai:

othree/ CC-BY

Schweiz/ Südafrika: Am 1. Mai urteilt der Internationale Sportgerichtshof Cas, dass Caster Semenya, die schnellste 800 Meter-Läuferin der Welt, nur noch dann an Wettkämpfen über diese Distanz teilnehmen darf, wenn sie ihre hohen Testosteronwerte medikamentös senkt. Die offen lesbische Südafrikanerin, die sich seit Jahren gegen die Behauptung wehrt, „keine Frau“ zu sein, zieht vors Schweizer Bundesgericht und unterliegt Ende Juli auch dort (K-Word #312). Aufgegeben hat die 28-Jährige, die die Unterstützung ihres Verbands und ihres Sponsors Nike hat, aber noch nicht, zurzeit hält sie sich beim südafrikanischen Fußball-Club JVW fit.

Frankreich: Beim Filmfestival in Cannes steht nach Blau ist eine warme Farbe (2013), Carol (2015) und Rafiki (2018) wieder ein lesbischer Liebesfilm im Wettbewerb: Porträt einer jungen Frau in Flammen (unsere Filmkritik) von der lesbischen Regisseurin Céline Sciamma, die eine der beiden Hauptrollen für ihre Ex-Lebensgefährtin Adèle Haenel schrieb, wird zum Publikumsliebling, gewinnt den Preis fürs beste Drehbuch und den LGBT-Preis Queer Palm.

Deutschland: Das Bundesverfassungsgericht fordert in einem Urteil dazu auf, das Adoptionsrecht zu reformieren und unverheirateten Menschen - egal, ob hetero- oder homosexuell – nicht länger zu verbieten, das Kind ihres Partners/ ihrer Partnerin zu adoptieren. Im November beschließt das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf, der künftig die Stiefkindadoption auch unverheirateten Paaren erlaubt, die in einer „verfestigten Lebensgemeinschaft“ im gemeinsamen Haushalt leben. Über die Hälfte aller Adoptionen Minderjähriger betreffen Stiefkinder.

Taiwan öffnet als erstes Land in Asien die Ehe für alle: Eine klare Mehrheit des Parlaments stimmt für das entsprechende Gesetz, das schon eine Woche später in Kraft tritt. An diesem Tag, dem 24. Mai, finden 526 gleichgeschlechtliche Hochzeiten statt, knapp zwei Drittel davon sind Frauenpaare.

 

Juni:

L-MAG/ Facebook Die zwei Seiten von 2019: Queeres Selbstbewusstsein beim Queer Liberation March in New York (l.) - und das zusammengeschlagene Frauenpaar in einem Londoner Nachbus (r.)

Großbritannien: Ein Frauenpaar, das in einem Nachtbus mitten in London niedergeschlagen wurde, macht den homophoben Überfall auf Facebook öffentlich und erfährt weltweite Solidarität (wir berichteten). Die Täter, vier männliche Jugendliche, werden kurz darauf verhaftet, einer wird später frei gesprochen, die anderen und zu Jugendstrafen verurteilt, Freiheitsstrafen wurden nicht verhängt (wir berichteten).

Frankreich/ Welt: Noch nie gab es so viele offen lesbische, bisexuelle und queere Spielerinnen bei einer Fußball-WM: Im Laufe des Turniers (7. Juni – 7. Juli) kommen 51 Namen zusammen, darunter leider keine deutschen Fußballerinnen (unsere Liste). Für die Deutschen läuft’s nicht so gut: Sie fliegen im Viertelfinale raus.

Österreich: Unser Nachbarland hat sein erste offen lesbisches Kabinettsmitglied: Die neue Bildungsministerin Iris Rauskala spricht in zwei Zeitungs-Interview darüber, dass sie mit einer Frau verheiratet ist (siehe auch: Coming Outs 2019)

USA: Die LGBT-Bewegung feiert den 50. Geburtstag der Stonewall-Aufstände (hier mehr dazu), Höhepunkt sind die World Pride-Parade und vier weitere Demos am letzten Juni-Wochenende in New York City. Laut Schätzungen feiern und demonstrieren drei bis sieben Millionen Menschen mit – auch die L-MAG ist vor Ort und berichtet.

 

Juli:

Uta Zorn Alles meins: Megan Rapinoe beendet die WM als Weltmeisterin, Torschützenkönigin und beste Spielerin des Turniers

Deutschland: Die Berliner Malerin Sarah Schumann (12.8.1933-3.7.2019) stirbt am 3. Juli friedlich in ihrem Mittagsschlaf. Die feministische Künstlerin gilt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der Nachkriegsmoderne, ihre Bilder hängen unter anderem im Museum of Modern Art in New York. Schumanns langjährige Lebensgefährtin, die im Oktober 2017 verstorbene Autorin Silvia Bovenschen, hatte sie in ihren letztem Roman Sarahs Gesetz (2015) verewigt.

Frankreich/ Welt: Die USA verteidigen ihren Fußball-WM-Titel, und Megan Rapinoe wird dank ihres Auftretens auf und neben dem Platz zur Frau, Lesbe und Fußballerin des Jahres (wir berichteten). Nach dem gewonnenen Finale outet sich ihre Teamkollegin Kelley O’Hara, indem sie am Spielfeldrand ihre Freundin küsst, und während des Turniers verlobt sich die australische Ex-Nationalspielerin Sarah Walsh (übrigens eine Ex von Rapinoe), die als TV-Kommentatorin vor Ort ist, mit ihrer Freundin Toni Knowlson.

Neuseeland: Die Fußballnationalspielerin Katie Duncan ist nach der WM rechtzeitig zur Geburt ihrer Tochter Nadia Cherie am 30. Juli zu Hause (K-Word #313). Mit ihrer Frau Priscilla Duncan, die früher ebenfalls für die „Football Ferns“ spielte, ist sie seit über zwölf Jahren liiert und seit 2014 verheiratet.

Russland: Die bisexuelle LGBTI-Aktivistin und Bürgerrechtlerin Jelena Grigorjewa wird am 21. Juli in der Nähe ihrer Wohnung in St. Petersburg erstochen. Die 41-Jährige hatte zuvor Morddrohungen erhalten und bei der Polizei angezeigt. Nach der Verhaftung eines Bekannten der Toten wird die Tat zunächst zu einem privaten Streit erklärt, einige Tage später gesteht ein zweiter Mann den Mord: Grigorjewa habe seine Avancen abgelehnt und ihn als „Loser“ beleidigt. Einen homophoben Hintergrund schließen die Behörden zum Unmut der LGBTI-Community aus.

 

August:

NASA/ CC-BY-NC-ND Anne McClain

Schottland: Die Singer-Songwriterin Jill Jackson (L-Beach 2011 und 2012) und ihre Frau Clara-Ann Coll werden Eltern. Jackson bringt Anfang August ihren Sohn Buddy zur Welt.

Weltraum: Anne McClain ist nicht nur die erste offen lesbische NASA-Astronautin - sie gerät auch als „erste Weltraumkriminelle“ in die Schlagzeilen (wir berichteten): Sie soll von der Raumstation ISS aus das Bankkonto ihrer Ex-Frau gehackt haben, mit der sie zu diesem Zeitpunkt einen erbitterten Scheidungskrieg und Streit um das Sorgerecht für ihren Sohn führte.

USA: Am 23. August erscheint der erste Trailer von The L Word: Generation Q und bringt das lesbische Internet zum Glühen: Endlich erfahren wir mehr über das heiß ersehnte Reboot der Lesbenserie (2004-2009) mit dem neuen Untertitel und neuen Charakteren, die neben den Altstars Kate Moennig, Jennifer Beals und Leisha Hailey im Mittelpunkt stehen werden (wir berichteten).

Schweiz: Die Ehe für alle rückt näher - die Rechtskommission des Nationalrats spricht sich am 30. August dafür aus, die Ehe für homosexuelle Paare zu öffnen. Eine komplette Gleichstellung ist aber nicht vorgesehen: Eine künstliche Befruchtung und die gemeinsame Elternschaft ab Geburt sollen auch verheirateten Frauenpaaren verwehrt bleiben. Die Einführung im Jahr 2020 könnte sich durch eine Volksabstimmung der konservativen Partei CVP noch verzögern, in der die Ehe als eine „auf Dauer angelegte und gesetzlich geregelte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau“ definiert wird. Bisher gibt es in der Schweiz nur die eingetragene Partnerschaft.

Deutschland: Mit dem 1. Dyke March in Münster endet am 30. August die diesjährige Dyke March-Saison. Insgesamt gab es zwölf Lesbendemos plus drei weitere in Österreich und der Schweiz - eine tolle Entwicklung, seit in Berlin 2013 der erste (von L-MAG initiierte) Dyke March Deutschlands stattfand.Und im nächsten Jahr kommen hoffentlich noch ein paar dazu!

 

September:

Showtime Kate Moennig

USA: The L Word-Star Kate Moennig spricht in einem Podcast zum ersten Mal über ihre sexuelle Identität und ihre Hochzeit (wir berichteten). Dass die Schauspielerin, die als „Shane“ zur Lesbenikone wurde, auch privat lesbisch ist, war zuvor nur ein offenes Geheimnis.

USA/ Welt: Megan Rapinoe wird von der FIFA zur „Weltfußballerin des Jahres“ gekürt und nutzt die Gelegenheit, um sich gegen Homophobie und Rassismus auszusprechen (wir berichteten). Im Dezember wird die 34-Jährige auch mit dem „Ballon d’Or“, der zweiten Trophäe für die beste Fußballerin des Jahres, ausgezeichnet (K-Word #329).

 

Oktober:

Noticias Caracol/ ScreenshotClaudia López nach ihrem Wahlsieg

USA: Mit dem Start der Serie Batwoman schreibt der US-Sender The CW am 6. Oktober TV-Geschichte: Die Comicadaption ist die erste Serie mit einer lesbischen Superheldin, die zudem von einer lesbischen Schauspielerin, Ruby Rose, gespielt wird. Die ersten acht Folgen stehen bei Amazon Prime (unsere Serienkritik).

Belgien: Olympiasiegerin Marieke Vervoort (10.5.1979-22.10.2019) beendet im Alter von 40 Jahren ihr Leben durch Sterbehilfe (K-Word #323). Die Handbikerin, die bei den Paralympics in Rio 2016 und London 2012 eine Gold- und drei weiteren Medaillen holte, litt seit ihrem 14. Lebensjahr an einer sehr schmerzhaften Muskelerkrankung, war zunehmend gelähmt und hatte mit epileptischen Anfällen und Depressionen zu kämpfen. Die Genehmigung für das selbstbestimmte Sterben hatte die lesbische Spitzensportlerin bereits seit 2008.

Deutschland: In Frankfurt/M. stirbt die Sexualforscherin und Psychotherapeutin Sophinette Becker (15.9.1950-24.10.2019). Die Expertin für Genderidentität und den kulturellen Wandel von Sexualität leitete bis 2011 die sexualmedizinische Ambulanz an der Uniklinik Frankfurt und begleitete viele Transmenschen bei ihrem Transitionsprozess. Sie hinterlässt ihre Lebensgefährtin.

Kolumbien: Die linke und lesbische Anti-Korruptionskämpferin Claudia López wird überraschend zur Bürgermeisterin von Bogotá gewählt, dem zweitwichtigsten politischen Amt in Kolumbien (wir berichteten). Kurz vor ihrem Amtsantritt im Januar heiratet sie im Dezember ihre Lebensgefährtin, die Parlamentsabgeordnete Angélica Lozano (K-Word #331).

 

November:

Angus Young Vagina Museum in London

USA: Jahrzehntelang war’s nur ein Gerücht, jetzt bestätigte Whitney Houstons (1963-2012) langjährige Assistentin Robyn Crawford in ihrem Buch A Song For You: My Life with Whitney Houston, dass die beiden Jugendfreundinnen tatsächlich ein Paar waren – allerdings vor Beginn von Whitneys Karriere (K-Word #325).

Über den Wolken: Die Fluglinien Delta, Etihad und Emirates werden dafür kritisiert, weil in ihren Bordversionen der Highschoolkomödie Booksmart die lesbische Sexszene fehlt. Die US-Airline Delta reagiert als einzige und verspricht, „homosexuelle Inhalte“ nicht mehr per se als „nicht jugendfrei“ rausschneiden zu lassen (wir berichteten).

Deutschland: Die TV-Moderatorin Anne Will und ihre Frau Miriam Meckel bestätigen ihre (wahrscheinlich schon länger zurückliegende) Trennung. Das Paar, das sich 2007 zum ersten Mal öffentlich zusammen zeigte, war seit 2016 verpartnert.

USA: Emmy-Gewinnerin Lena Waithe (Master of None), eine der Hoffnungsträgerinnen des neuen Hollywoods, verrät in einer Talkshow, dass sie ihre Verlobte Alana Mayo geheiratet hat.

Großbritannien: In London eröffnet das erste Vagina-Museum der Welt. Die bisexuelle Direktorin und ihr Team wollen mit unverklemmtem, feministischem Blick Mythen widerlegen, Scham abbauen und Heteronormen hinterfragen (wir berichteten).

 

Dezember:

Screenshot Trailer Altbekannte und neue Gesichter in „The L Word: Generation Q“

Europa: Beim Europäischen Filmpreis räumt die lesbische Komödie The Favourite ab und gewinnt in acht Kategorien, darunter als „Spielfilm des Jahres“ und „Komödie des Jahres“, und Olivia Colman (siehe Februar) wird ein weiteres Mal zur besten Hauptdarstellerin gekürt. Céline Sciamma wird für das Drehbuch ihres Lesbendramas Porträt einer jungen Frau in Flammen (siehe Mai) ausgezeichnet.

Finnland: Die neue Regierungschefin Sanna Marin (34) wird das jüngste Staatsoberhaupt der Welt und wohl das erste, das in einer Regenbogenfamilie aufwuchs (K-Word #330): Wie die Sozialdemokratin schon 2015 in einem Interview erzählte, lebte ihre Mutter seit der frühen Trennung von Sannas Vater mit einer Frau zusammen.

USA: Am 8. Dezember hat das heiß ersehnte Serien-Reboot The L Word: Generation Q beim US-Sender Showtime Premiere (wir berichteten). Bei uns kommen die acht neuen Folgen voraussichtlich im Frühjahr zu Sky, einen offiziellen Starttermin gibt's aber noch nicht.

Welt: Erstmals in der 67-jährigen Geschichte der Miss Universe-Wahlen tritt eine offen lesbische Kandidatin an: Miss Myanmar aka Swe Zin Htet outete sich vor dem Finale in Atlanta/ Georgia als lesbisch, Siegerin des anachronistischen Schönheitswettbewerbs wird sie allerdings nicht (K-Word #330).

USA: Die US-Fußballstars und Weltmeisterinnen Ali Krieger und Ashlyn Harris heiraten am 28. Dezember. Die beiden sind seit 2010 liiert und outeten sich im März, in dem sie ihre Verlobung verkündeten (K-Word #293).

Deutschland: So genannte Konversionstherapien werden bald mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bestraft. Den entsprechenden Gesetzesentwurf legt Gesundheitsminister Jens Spahn - nach monatelangen Diskussionen - am 18. Dezember vor. „Umpolungstherapien“ von Homosexuellen und Transgender sollen dann bei Minderjährigen grundsätzlich verboten sein, bei Volljährigen nur dann, wenn sie der „Therapie“ nicht ausdrücklich und freiwillig zugestimmt haben – letzteres stößt noch auf Kritik. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland jährlich rund 2000 solcher Behandlungen. Das Verbot soll Mitte 2020 in Kraft treten.

 

 

 

Die aktuelle L-MAG: jetzt an jedem Bahnhofskiosk, bei Readly, im Abo oder als e-Paper-Abo.

Finde deinen Weg zum Heft…

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

L-MAG.de finde ich gut!

Diese Website verwendet Cookies, Google Analytics und den Adserver Google DFP. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, stimmen Sie dem zu.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

Nein Danke, möchte ich nicht | Hab schon!

L-MAG.de finde ich gut!
x