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Die Niederlande sind der queerfreundlichste Staat der Welt, Deutschland auf Platz 10

In einem Vergleich der Rechte von LGBTQ+ in 50 Ländern schafft es Deutschland gerade so in die Top 10. Ganz hinten liegen Katar und Afghanistan.

Canva

Von Sabine Mahler

6.4.2022 - Anlässlich der hier in Deutschland angestrebten Reform des so genannten Transexuellengesetzes hat die internationale Online-Plattform Preply ein Ranking von 50 Staaten in Bezug auf die rechtliche Gleichstellung von LGBTQ+ erstellt. Das Ranking basiert auf einer Auswertung der aktuell geltenden Gesetzeslage im jeweiligen Land in verschiedenen Punkten.

Den ersten Platz in diesem Ranking belegen die Niederlande, gefolgt von Norwegen auf Platz zwei und Spanien auf Platz drei. Deutschland belegt lediglich den zehnten Platz, damit liegt es noch hinter Schweden (4.Platz), Südafrika (5. Platz), Belgien (6.Platz), Kanada (7. Platz), Island (8. Platz) und Frankreich (9. Platz).

Deutschland bietet noch nicht alle potenziellen Rechte

Deutschland gelang nur der Einzug auf Platz 10, weil queere Menschen hier zum einen erst seit relativ kurzer Zeit rechtlich weitgehend gleichgestellt sind. Und zum anderen werden nicht alle möglichen Rechte und Schutzmechanismen vom Staat angeboten. Anders ist das bei den beiden erstplatzierten Staaten: Die Niederlande und Norwegen gewähren ihrer LGBTQ+ Community sämtliche für die Studie untersuchten Rechte und Schutzmechanismen.

Je schlechter ein Staat rankt, desto weniger können sich queere Personen dort geschützt fühlen, bzw. desto weniger Rechte haben sie. Mit den Philippinen (Platz 32), Sri Lanka (Platz 44) und den Schlusslichtern Singapur (Platz 46), Iran (Platz 47), Vereinigte Arabische Emirate (Platz 48), Katar (Platz 49) und Afghanistan (Platz 50) gibt es in der Aufzählung sogar noch sieben Staaten, in denen Homosexualität unter Strafe steht.

In der Studie wurden folgende Kriterien ausgewertet: Strafbarkeit homosexueller Aktivitäten, Ehe für Alle, Adoption für Alle, Schutz vor Diskriminierung, Schutz vor Diskriminierung am Arbeitsplatz und das Recht auf die Änderung des Gender-Eintrags in offiziellen Dokumenten.

Frankreich Vorreiter in der Entkriminalisierung von Homosexualität

Hinzu kam der Punkt „Gesellschaftliche Akzeptanz“, ein relativer Richtwert, der die öffentliche Akzeptanz von queeren Personen und ihren Rechten beschreibt. Der Wert wurde dem Global Acceptance Index der UCLA School of Law entnommen.

Zudem gab es ein besonderes Merkmal des Vergleichs: Es wurde nicht nur berücksichtigt, ob queere Menschen rechtlich gleichgestellt sind, sondern auch seit wann die Gleichstellung offiziell gilt.

So zeigt die Studie zum Beispiel, dass Frankreich ein absoluter Vorreiter in der Entkriminalisierung von Homosexualität war. Dort ist schon seit 1791 Homosexualität nicht mehr strafbar. Im Vergleich: In Deutschland ist Homosexualität gerade mal seit 53 Jahren nicht mehr strafbar.

Den kompletten LGBTQ+ Rights Index findet ihr hier.

 

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