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Drei Ausstellungen zu lesbischer und queerer Sichtbarkeit: Mut, Empowerment, einsame Herzen

Nach der langen Pandemie-Pause endlich mal wieder in eine Ausstellung gehen: In München, Berlin und Köln präsentieren drei Schauen Fotos, Collagen, Texte und mehr zu lesbischer und queerer Sichtbarkeit.

Bethel Fath Sabine und Franziska: zwei von zwanzig Lesben in der Ausstellung „Mut der Generationen“

Von Karin Schupp

18.8.2021 - In München, Berlin und Köln finden drei Ausstellungen zum Thema lesbischer und queerer Sichtbarkeit statt: in der Fotoausstellung „Mut der Generationen“ treffen Lesben aus verschiedenen Generationen aufeinander, in „lonely hearts“ geht’s um lesbische Kontaktanzeigen von gestern bis heute, und „pain pride pose“ zeigt queere Menschen aus 12 Herkunftsländern.

 

München:  Mut der Generationen. Lesbisches Selbstverständnis im Wandel der Zeit

Porträts und Lebensgeschichten von 20 lesbischen Frauen zwischen 17 und 87 Jahren zeigen, wie bunt und vielfältig lesbische Lebensentwürfe sind und wie sich das lesbische Leben heute von dem vor 40, 50 Jahren unterscheidet. Das Besondere daran: Die Fotografin Bethel Fath und die Ethnologin Gertraud Rieger luden jeweils zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen, die sich vorher nicht kannten, zu einem Gespräch ein und fotografierten sie danach an einem Ort, die für eine der beiden eine besondere Bedeutung hat. Die „Blind Dates“ führten „zu höchst spannenden und aufschlussreichen Dialogen“, sagt Gertraud Rieger im Begleittext. Bethel Fath und sie erlebten „große Emotionen, Aha-Momente, Kontroversen, aber auch viel gemeinsames und natürlich befreiendes Lachen.“ Die Ausstellung des städischen Alten- und Pflegeheimbetreibers Münchenstift wurde durch die Münchner Regenbogenstiftung und die Stadt München gefördert.

Münchenstift-Hauptverwaltung, Kirchseeoner Straße3, 81669/ Haus Heilig Geist, Dom-Pedro-Platz 6, 80637 München, bis Herbst, barrierefreier Zugang, Eintritt frei

Irène Mélix/ F. Ng'uni „lonely hearts“: links Kontaktanzeigen, rechts Irène Mélix

Berlin: lonely hearts

Die Künstlerin Irène Mélix hat über 800 Kontaktanzeigen von Lesben und Queers gesammelt, die sie in historischen Zeitschriften, queeren Archiven und auf Online-Plattformen in aller Welt fand: Sie erzählen von den Sehnsüchten der anonymen Liebessuchenden, aber auch ihrem Leben, ihrer ökonomischen Lage und und ihren Diskriminierungserfahrungen und füllen damit eine Leerstelle in der queeren Geschichtsschreibung, die allzu oft lesbische Frauen ignoriert. Mélix lässt ihre Geschichten auch in Fotos, Installationen, Audios und Texten sowie einem Bar-Setting auftauchen. Online kann man das „lonely hearts“-Archiv durchstöbern, auf Kontaktanzeigen von vor 100 Jahren bis heute antworten (und auch die Antworten der anderen lesen).

Schwules Museum, Lützowstraße 73, 10785 Berlin, bis 18. Okt., Eintritt: 9 €/ ermäßigt 3 € (gültig für alle vier aktuelle Ausstellungen)

Marvin Ruppert „pain pride pose“-Fotografin Nora Hase

Köln: pain pride pose - about queerness, discrimination and empowerment

Ein klares Statement für Sichtbarkeit: Die Foto-Ausstellung zeigt 15 Lesben, Schwule, Trans*, Queers und Non-Binarys aus 12 verschiedenen Herkunftsländern auf großformatigen Bild-Collagen von Nora Hase. Daneben stehen eigene Texte über ihren Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus und für das Recht auf einen Platz in der Gesellschaft, die entstanden, nachdem sich die Porträtierten ein Jahr lang über ihre Identitäten, Biografien und die Gesellschaftsverhältnisse ausgetauscht haben. Dieser Austausch und die dabei entstandenen Collagen und Texte waren für die Schwarze Fotografin Nora Hase die Basis für ihre eigenen digitalen Collages. Das Projekt unter dem Dach des Offenes Treffs baraka – a place for international queers im rubicon e.V. und dem Antidiskriminierungsbüro ADB rubicon will anderen internationalen Queers zeigen: Ihr seid nicht allein! Das LGBTQ*-Beratungszentrum Rubicon organisierte die Ausstellung gemeinsam mit der Vollkshochschule Köln.

VHS Studienhaus am Neumarkt, Cäcilienstr. 35, 50667 Köln, 28. Aug.- 8. Okt. 2021, barrierefreier Zugang, Eintritt frei

 

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