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Ein „sichtbares Zeichen“: Mannheim erklärt sich zur LGBTI*Q Freedom Zone

Freiheitsraum für LGBTI*Q mitten in Baden-Württemberg: Die Stadt Mannheim hat sich als eine der ersten europäischen Städte zur „Freedom Zone“ für LGBTI*Q-Personen erklärt - rechtzeitig vor dem CSD Rhein-Neckar.

Stadt Mannheim/ Sören Landmann Mannheim: Rathausbeflaggung zum IDAHOBIT-Tag 2021

Von Kerstin Fritzsche

8.8.2021 - Ende Juli beschloss der Mannheimer Gemeinderat, die Stadt zum Freiheitsraum für LGBTI*Q-Personen zu erklären und folgt damit einer Entschließung des Europäischen Parlaments. Dieses hatte die Europäische Union am 11. März zur „LGBTI*Q Freedom Zone“ ausgerufen und damit auf die zunehmend queerfeindliche Politik der Mitglieder-Staaten Polen und Ungarn reagiert.

Mit der Ausrufung verpflichtet sich die Stadt Mannheim zu öffentlichen Maßnahmen zur Förderung und zum Schutz der Rechte von LGBTI*Q-Personen. Ob und wie Städte und Kommunen auf Polens Politik Einfluss nehmen können, hatte im Sommer letzten Jahres auch der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) abgefragt. Der Bundesverband und die Landesverbände hatten deutschlandweit die Kommunen angeschrieben, die Städtepartnerschaften mit polnischen Kommunen unterhalten und um eine Stellungnahme bzw. Sensibilisierung für LGBTI*Q-Rechte im Rahmen des Partnerschaftsaustauschs gebeten.

Gesellschaftliche Herausforderungen auf lokaler Ebene lösen

Schon hier hatte Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) sofort reagiert. Zwar gehöre Mannheims Partnerstadt Bydgoszcz nicht zu den Städten, die sich der LGBTI*Q-freien Zone angeschlossen haben. Aber das Thema sei dennoch ernst zu nehmen. „In unserer internationalen Arbeit sind wir als Stadt immer klar werteorientiert. Wir haben daher auch schon gezielt LSBTI-Aktivist*innen, darunter auch aus Bydgoszcz, zu uns nach Mannheim eingeladen“, ließ Kurz seinen entsprechenden Fachbereichsleiter antworten.

Weil das Thema leider auch mehr als ein Jahr später immer noch brisant sei, sei es wichtig, ein „sichtbares Zeichen“ zu setzen. „Große gesellschaftliche Herausforderungen können nicht ohne eine Umsetzung auf lokaler Ebene erfolgreich gelöst werden“, so Kurz in einer Presseerklärung Ende Juli.

CSD am 14. August als Fahrrad-Demo mit Kundgebung

Mannheim hat zwei hauptamtliche städtische LGBTI*Q-Beauftragte und engagiert sich seit vielen Jahren auf lokaler Ebene und in der internationalen Zusammenarbeit für die Chancengleichheit von LGBTI*Q-Personen. Die Stadt ist beispielsweise aktives Mitglied im weltweiten Rainbow Cities Network. Am 14. August findet in der Rhein-Neckar-Metropole der CSD statt. Aufgrund der Corona-Bedingungen soll es keine Parade, aber eine Fahrrad-Demo mit Kundgebung, Musik und Redebeiträgen geben. Natürlich wird auch kurz über die Brücke ins rheinland-pfälzische Ludwigshafen geschwenkt. Wer kein eigenes Rad hat, kann sich eines leihen. Alle Infos auf der Webseite des CSD Rhein-Neckar e.V.


Queeres Kino in Mannheim,19.-21. August im Sommerkino Open Air (Dachterrasse Cinema Quadrat, K1-Gebäude): Die US-Komödie L Bomb über eine Schranklesbe, deren geplantes Coming Out zu Thanksgiving schnell im Familien-Chaos versinkt (unsere Filmkritik). Die dänische Tragkomödie Eine total normale Familie  über eine 11-Jährige, deren Vater trans ist, und das Schweizer Drama Beyto, in dem ein Schwuler mit türkischen Wurzeln in der Türkei verheiratet werden soll. Mehr Infos und Tickets gibt’s hier.

 

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