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Erstmals lesbisches Königinnenpaar auf Schützenfest

Eine kleine Revolution im Sauerland: Jennifer Wegfraß ist die erste lesbische Schützenkönigin in der Kleinstadt Fröndenberg. Auf den Thron begleitet wird sie von ihrer Freundin.

Schützenverein Adler Hohenheide/ FB Schützenkönigin Jenny Wegfraß (l.) und ihre Lebensgefährtin Anke Mannertz

Von Julius Brockmann

27.08.17 - Das Schützenfest hat in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen eine lange Tradition. Höhepunkt des Volksfests ist das so genannte Vogelschießen. Dabei wird - in der Regel von einer Männerrunde - so lange auf einen Holzvogel geschossen, bis dieser herunterfällt. Der Schütze wird zum Schützenkönig ernannt und wählt einen Hofstaat. Nur selten nehmen Frauen an diesem Wettbewerb teil. Deshalb gibt es auch sehr selten eine Schützenkönigin. Noch seltener ist es, dass diese dann eine Frau mit auf den Thron nimmt. So geschehen unlängst im Ort Fröndenberg.

Möglich macht das die Satzung des Vereins "Adler Hohenheide", aus der in diesem Jahr der Passus gestrichen wurde, dass ein Paar aus Frau und Mann zu bestehen hat. Auch nicht-christliche Schützen sind zugelassen - offenbar ebenfalls keine Selbstverständlichkeit. Aber der Kleinstadt-Verein setzt auf Toleranz und ein buntes, offenes Fest.

"Dass die Leute sehen, dass es auch anders geht"

Die neue Königin Jennifer ist bereits seit 17 Jahren bei "Adler Hohenheide" Mitglied. Im Ort gebe es nur wenige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, erzählte sie RP online. Mit ihrem Sieg verbindet sie die Hoffnung, "dass die Leute sehen, dass es auch anders geht und man sich einfach mal etwas trauen muss. Nur weil man lesbisch oder schwul ist, ist man deswegen doch kein anderer Mensch."

Schützenköniginnen fallen in der Regel nicht vom Himmel. Jennifer Wegfraß konnte sich die Entscheidung deshalb mit ihrer Freundin Anke Mannertz vorher gut überlegen. Denn nicht alle Einwohner sind von dem Königinnenpaar begeistert. Der Großteil der Bevölkerung stehe aber hinter ihnen, sagte sie der Lokalpresse.

Die Erzieherin fällt im Ort nicht nur wegen ihrer Partnerin auf, auch die traditionelle Schützenkette trägt sie anders: als Gürtel statt um den Hals. "Sonst hätte der Schmuck einfach nicht zum Kleid gepasst", wird die 28-Jährige zitiert. Auf Facebook veröffentlichte der Verein ein Foto des lesbischen Paars, das über 500 Likes bekam – mehr als die Seite Fans hat!

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