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Filmfestival IFFF: 5 lesbische und queere Highlights

Am Mittwoch beginnt in Köln das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund/Köln (IFFF). Gezeigt werden über 90 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen von Frauen. Wir stellen fünf lesbische und queere Highlights aus dem Programm vor.

IFFF Yang Mal-bok (Mitte) in „Manok“

Von Karin Schupp

20.4.2026 - Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund/Köln IFFF (22.-26. April) ist seit Jahrzehnten die bedeutendste Plattform für feministische Filmkunst in Deutschland und Europa. Das Festival, das abwechselnd in Dortmund und – wie in diesem Jahr– Köln stattfindet, präsentiert Werke von Frauen*, vor allem von Regisseur:innen, gestärkt werden hier aber auch Bildgestalter:innen, Drehbuchautor:innen, Produzent:innen, Komponist:innen und Schauspieler:innen.

In mehreren Sektionen laufen über 90 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme, daneben gibt es Panels, Workshop und Gespräche mit Filmschaffenden.

Die Sektion „Begehrt! Filmlust Queer“ trägt in diesem Jahr den Untertitel „Dancing With Tears in My Eyes“. Die Kurator:innen Karin Michalski und Jules Bieber stellen die Frage, „wie wir eine lebbare Realität schaffen können, ohne uns von dem aktuellen Backlash mit Maßnahmen wie der Rücknahme von Transrechten oder brutalen Abschiebungen einschüchtern zu lassen.“

Wir stellen fünf Highlights aus dem Programm vor:

1. Manok (Südkorea 2025), Regie/Buch: Yu-jin Lee, 108 min.

Komödie, präsentiert von L-MAG: Im Mittelpunkt steht Manok (Yang Mal-bok), eine lesbische Barbesitzerin mittleren Alters. Nach dem Tod ihrer Mutter lässt sie die queere Szene in Seoul hinter sich und kehrt in ihr konservatives Heimatdorf zurück, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Welten prallen aufeinander, aber Manok lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen und trifft auch auf neue Verbündete. Als die Bürgermeisterwahl ansteht, tritt sie gegen den Amtsinhaber an – ihren unfähigen Ex-Mann. 

2. Lesbians Free Everyone – The Beijing Retrospective (Südafrika 2020), Regie: Beverley Palesa Ditsie, 57 min.

Lesbische Herstory: Ein Blick zurück auf die 4. UN-Weltfrauenkonferenz, die im September 1995 stattfand. Über 6000 Delegierte, überwiegend männlich, tagten damals in Peking - und lesbische Frauen nahmen die Gelegenheit wahr, wichtige Forderungen einzubringen, so auch Dr. Beverley Ditsie: In einer historischen Rede konstatierte die südafrikanische Queer-Aktivist:in, dass „Lesbenrechte Frauenrechte sind und Frauenrechte Menschenrechte“. 25 Jahre später blicken die Mitstreiter:innen von damals gemeinsam zurück. Im Anschluss: Gespräch und Diskussion mit Ditsie.

3. Niñxs (Mexiko/Deutschland 2025), Regie: Kani Lapuerta, 82 min.

Trans Jugend in der Provinz: Karla ist 15 und wächst mit ihren Eltern in der mexikanischen Kleinstadt Tepoztlán auf. Sie liebt Mode und Make-up und sie ist trans. Der Filmemacher, der selbst trans ist, begleitete Karla über acht Jahre hinweg in ihrem Alltag. Die Doku, die in enger Zusammenarbeit mit der Teenagerin entstand, startet am 14. Mai auch im Kino. Im Screening läuft auch der Kurzfilm Genderf***ckers von Majana Ellie Urban (D 2025).

4. Between Goodbyes (Südkorea/USA 2024), Regie: Jota Mun, 96 min.

Transnationale Adoption: Mieke Murkes ist eine queere Adoptierte, die in den Niederlanden aufwuchs. Als Erwachsene kehrt sie in ihr Herkunftsland Südkorea zurück und lernt ihre koreanischen Eltern und Geschwister kennen. Nach dem Screening gibt es ein Gespräch mit der Protagonistin der vielfach ausgezeichneten Dokumentation.

5. Kurzfilmprogramm „Holding Together“

Vier Kurzfilme aus Deutschland: In Hanteln für Heten betritt die lesbische Fabi ein wenig nervös zum ersten Mal ein queeres Gym. Doch von einigen wird sie argwöhnisch als hetero gelesen... Şirin und ihre Tante fahren an einem Sommertag raus aus Berlin. In Wie die Nelken geht's um queere Lebensfreude, Spannungen zwischen den Generationen und verdrängte Erinnerungen an die Migration. In Floraison entdeckt Wes in der queeren Ballroom-Szene eine Community, in der er sich zum ersten Mal wirklich gesehen fühlt. Zwei deutsche Pässe, eine Taxifahrt und der Beginn einer Reise ins Ungewisse: Sinkflug zeigt eine dystopische Zukunft, in der die Beziehung zwischen Eli und Mimi vor der Zerreißprobe steht. Gäste beim Screening: Emine Demir (Wie die Nelken) und Hoàng Quỳnh Nguyễn (Sinkflug).

Daryna Snizhko „Sinkflug“ von Hoàng Quỳnh Nguyễn

* Das IFFF versteht unter dem Begriff „Frauen“ nicht die biologische Definition, sondern Menschen, die sich ihrer Selbstdefinition nach als Frauen lesen.

 

IFFF Dortmund+Köln, 22.-26. April 2026 in Köln, alle Infos und Ticketvorverkauf

 

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