L-Mag

Frauenfußball-EM: Aus im Viertelfinale – wie konnte das passieren?

Der amtierende Europameister und Olympiasieger Deutschland flog schon im EM-Viertelfinale raus. L-MAG-Fußballexpertin Uta Zorn analysiert, wie es dazu kommen konnte, und fragt Richtung WM 2019: War es ein Dämpfer zum richtigen Zeitpunkt?

Uta Zorn Steffi Jones ratlos nach dem Aus gegen Dänemark

Aus Rotterdam Uta Zorn

l-mag.de, 1.8.2017 - Steffi Jones und ihr Team sind angetreten, um die Europameisterschaft zu gewinnen. Jetzt war bereits nach dem Viertelfinale am Sonntag Schluss – wie konnte das passieren?

Nun, die Däninnen waren ganz einfach besser! Und vor allem war das DFB-Team durch die Auftritte in der Vorrunde leicht für die Gegnerinnen auszurechnen. Die deutschen Frauen verrieten schon früh im Turnier, wie ihre Angriffsbemühungen zu verteidigen sind und dass ihre Abwehr anfällig ist. Die sonst übliche Steigerung von Spiel zu Spiel stellte sich nicht ein. Die Spielerinnen ließen nicht erkennen, dass sie unbedingt gewinnen wollten. Mit einer Ausnahme: Almuth Schult. Die Torfrau war auch die einzige Spielerin, die ihre Leistungen abrufen konnte. Alle anderen zeigten nur stellenweise ihr Potenzial, und zudem wurde deutlich, dass diesem jungen Team noch die nötige Erfahrung fehlt.

Das neue Spielsystem war noch nicht EM-reif

Steffi Jones hat nach ihrer Amtsübernahme vor neun Monaten so einiges verändert, vor allem das Spielsystem. Offensiver, variabler Angriffsfußball, angetrieben durch eine Raute im Mittelfeld sollte es werden. Ballbesitzfußball ist das Zauberwort.

Doch diese Spielweise braucht einige Zeit, bis Teams sie erfolgreich umsetzen können. Dazu gehört auch, dass die Spielerinnen sich aufeinander einstellen können und die Laufwege ihrer Nebenfrau im Schlaf kennen. Vielleicht verhinderten die häufigen Rotationen bei der EM genau das.

Das Team steht hinter Steffi Jones

Gleich nach Schlusspfiff in Rotterdam wurde die Trainerfrage gestellt. DFB-Präsident Reinhard Grindel meldete sich aus dem Urlaub per Facebook und ließ öffentlich keine Rückendeckung für Jones erkennen. Das Team steht allerdings voll und ganz hinter ihrer Trainerin und möchte mit ihr weiterarbeiten. Auch die Verantwortlichen vieler Bundesligavereine, sonst die Hauptkritiker, sprachen sich für den Verbleib von Jones und die Fortsetzung des eingeschlagenen Wegs aus.

So enttäuschend das Abschneiden des DFB-Teams auch sein mag: Für die Zukunft des deutschen Frauenfußballs könnte es der Dämpfer zum passenden Zeitpunkt sein. Bis zur Weltmeisterschaft in Frankreich sind es noch zwei Jahre – Zeit genug, um das geplante Spielsystem zu trainieren und den begonnenen Prozess zu optimieren.

Bis auf England sind alle Titel-Favoriten ausgeschieden

Auch die Mitfavoriten auf den Titel - Frankreich, Schweden, Norwegen und Spanien - sind bereits ausgeschieden, einzig England wurde seiner Favoritenrolle gerecht.

Im Halbfinale stehen auch überraschend die Österreicherinnen mit einem erfrischend mutigen Spiel und einer kompakten Abwehr. Auch die Holländerinnen legen großen Wert auf die Verteidigung, verzichten auf viel Tiki-Taka und spielen lieber mal den langen Pass – mit Erfolg. Wie heißt es doch so schön: Angriff gewinnt Spiele, Verteidigung Turniere.

Am Donnerstag stehen sich Dänemark und Österreich im ersten Halbfinale um 18.00 Uhr gegenüber. Um 20.45 Uhr treffen die holländischen Gastgeberinnen auf England. Beide Partien werden in der ARD und bei Eurosport übertragen. Und wer schafft es ins Finale? Holland und Österreich, wünscht sich die Autorin.

Videos

L-MAG TV

... mit allen Videos vom L-MAG Youtube-Kanal Hier zum L-MAG TV Kanal




L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

L-MAG.de finde ich gut!

Diese Website verwendet Cookies und Google Analytics. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, stimmen Sie dem zu.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

Nein Danke, möchte ich nicht | Hab schon!

L-MAG.de finde ich gut!
x