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Frühjahrserwachen im Frauenfußball

Algarve Cup, SheBelieves Cup und weitere Fußballländerspiele: wie sieht's aus im internationalen Frauenfußball, und wie macht sich das DFB-Team auf dem Weg zur EM 2021? Unsere Fußballexpertin Uta Zorn zieht eine Zwischenbilanz.

Uta Zorn Svenja Huth beim WM-Gruppenspiel 2019 gegen China

Von Uta Zorn

12.3.2020 - Der Algarve-Cup wurde früher einmal als Mini-WM bezeichnet, weil sich die besten Teams der Welt im Frühjahr dort zum Kräftemessen trafen. Die USA gewann den Cup an der portugiesischen Algarve Küste zehn Mal, bis sie ab 2016 selbst zum SheBelieves Cup einluden. Ein Vier-Nationen Turnier, bei dem jeder gegen jeden spielt. In diesem Jahr nahmen England, Japan und Spanien teil, hatten aber gegen die Weltmeisterinnen und Megan Rapinoe keine Chance.

Frankreich startete in diesem Jahr in ähnlicher Form das Tournoi de France mit Niederlande, Brasilien, Kanada – und damit vier der zehn besten Teams der Welt. Auch hier gewannen die Gastgeberinnen, allerdings konnten sie gegen die Vizeweltmeisterinnen aus den Niederlanden nicht gewinnen (3:3).

Die Schweiz und Österreich trafen sich in Marbella zum Länderspieldoppel, was die Schweiz knapp für sich entscheiden konnte (1:1, 2:1). Sarah Puntigam (die sich im Dezember outete) wurde dabei für ihr 100. Länderspiel ausgezeichnet.

Das deutsche Team kam regelmäßig an die Algarve, gewann dreimal den Titel (2006, 2012, 2014), nahm aber in den letzten Jahren die Einladung der Amerikanerinnen an. Jetzt kehrte das Team von Martina Voss-Tecklenburg zurück „um auf internationalem Niveau personell und taktisch einiges auszuprobieren“ wie MVT auf dfb.de verkündete.

Gesagt, getan: Im ersten Spiel war die erste Elf gut auf- und eingestellt, Schweden durch ein Tor von Svenja Huth (der einzigen offen queeren Spielerin im Team) mit 1:0 geschlagen. Im Halbfinale wurden neue elf Spielerinnen, zum Teil auch umpositioniert, aber wieder bestens vorbereitet gegen Norwegen auf den Rasen geschickt und zogen souverän mit 4:0 ins Finale ein. Doch den Titel gab es ohne Spiel. Die Finalistinnen aus Italien konnten wegen der Corona bedingten Rückreiseschwierigkeiten gar nicht erst antreten. Virtuell teilten die DFB-Frauen fair den Titel:

Während in allen anderen Ländern die Spiele ihrer Frauenteams, unabhängig bei welchem Turnier, im Fernsehen zu sehen waren, fand sich in Deutschland kein Sender für die Übertragung. Auf den letzten Drücker organisierte der DFB einen Livestream auf seinen eigenen Kanälen. 50 Jahre nach Aufhebung des Frauenfußballverbots hatte sich der DFB eigentlich mehr vorgenommen. Zurück in die Weltspitze ist das Ziel, doch dazu gehört mehr, vor allem neben dem Platz.

Auf dem Platz sind die Fortschritte erkennbar. Nach dem WM-Aus hat sich das Team in allen Bereichen stabilisiert, die jungen Talente haben einen festen Platz im Team. Die jüngste, Lena Oberdorf (18), organisiert souverän die Abwehr, auch wenn am nächsten Tag eine Abiprüfung ansteht. Die Kapitäninnen Alex Popp und Svenja Huth gehen mit der nötigen Ausstrahlung voran und das Toreschießen wird nicht mehr vernachlässigt. So kann es weitergehen in der Vorbereitung auf das nächste große Turnier, der EM 2021 in England. Dort wird dann die Frage nach der Weltspitze beantwortet.

 

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