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Gegenwind für LGBT in den USA: Homo- und transphobe Gesetze in Planung

Texas will zwei homo- und transphobe Gesetze beschließen - nachdem Präsident Trump gestern ein Dekret zum Schutz von Transgender strich. Dagegen protestieren auch viele Promis, darunter Jennifer Lawrence, Emma Stone, Ariana Grande und Britney Spears.

Screenshot "Taking a Seat, Making a Stand" Ein texanisches Gesetz will Transmenschen bis auf die Toilette verfolgen

Von Karin Schupp

l-mag.de, 23.2.2017 - Gestern zog die Trump-Regierung eine von Barack Obama erlassene Anordnung zurück, die es Transgender an Schulen und Unis erlaubte, die Toiletten oder Umkleideräume ihrer Wahl zu benutzen. Statt dessen liegt diese Entscheidung jetzt wieder in den Händen der jeweiligen Gouverneure und Schulbezirke - was in den so genannten "roten" (republikanisch regierten) und oft erzkonservativen Bundesstaaten für Begeisterung sorgen wird, denn dort gibt es immer wieder homo- und transphobe Vorstöße (wir berichteten).

Aktuell ist es in 28 US-Staaten gesetzlich erlaubt, LGBT aus „religiösen Gründen“ zu diskriminieren, und in den letzten zwei Jahren versuchten zehn Staaten, so genannte "Bathroom Bills" zu beschließen, die bestimmen, dass man die Toilette nutzen muss, die dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht.

Dank politischem Gegenwind und erfolgreicher Klagen gilt das Toiletten-Gesetz zurzeit nur in North Carolina, was Texas aber nicht davon abhält, jetzt ähnliche Gesetze zu verhandeln - und seit gestern mit freundlicher Unterstützung der US-Regierung. 

Aktuell werden in Texas zwei Gesetzesvorlagen diskutiert: „Senate Bill 6“ ist eine klassische „Bathroom Bill“, die für alle Toiletten in Behörden, Schulen, Universitäten, Bibliotheken etc. gelten und privaten Unternehmen die Regelung freistellen würde. Und „House Bill 1362“ würde Lehrpersonal dazu zwingen, LGBTQ-Schüler_innen bei deren Eltern zu outen.

Offener Brief von queeren und heterosexuellen Promis

Dagegen rührt sich jetzt lautstarker Protest, unterstützt von zahlreichen Stars aus dem Musik-, TV- und Filmgeschäft. Ein offener Brief, verfasst von Jack Antonoff, Leadsänger der Bleachers, bekam über 140 Unterschriften und seitdem viel öffentlichen Zuspruch. 

Zu den Unterzeichnenden gehören queere Promis wie Tegan and Sara, Sia, Lady Gaga, Carrie Brownstein, Sara Ramirez (Grey’s Anatomy), Laverne Cox (Orange is the New Black), Troye Sivan, the B-52’s, Amanda Palmer, St. Vincent und Kristen Stewarts aktuelle Freundin Stella Maxwell, und etliche Heteros wie Jennifer Lawrence, Britney Spears, Ariana Grande, Emma Stone, Whoopi Goldberg, Cyndi Lauper, Carly Rae Jepsen, Alicia Keys, Chvrches, Sting, Ewan McGregor, Panic! At the Disco, Amy Schumer und Lena Dunham (die Freundin des Initiators Jack Antonoff).

Der texanische Regisseur Richard Linklater (Before Sunrise, Boyhood) drehte einen humorvollen Clip (s. oben) gegen das Toilettengesetz (“Hier geht’s nicht um Intimsphäre. Hier geht’s um Diskriminierung.”), und eine ganz andere Form von Protest ist für heute Abend geplant: Vor der Villa des Gouverneurs in Austin wird eine LGBT-Tanzparty stattfinden.

Der Preis für Homo- und Transphobie ist hoch!

Ganz einig ist sich die Politik aber nicht: Joe Straus, republikanischer Sprecher des texanischen Repräsentantenhauses, stellte sich gegen die Pläne seiner Partei, weil er wirtschaftliche Nachteile befürchtet. Das unrühmliche Vorbild North Carolina entgingen nämlich im letzten Jahr über 630 Mio. $ Einnahmen und über 1000 Arbeitsplätze, da Firmen sich von dort zurückzogen und viele Pop- und Rockstars und Sport-Events den Staat boykottierten.

Donald Trump hat mit seiner gestrigen Amtshandlung hingegen endgültig bewiesen, dass er nicht der LGBT-Freund ist, als der es sich im Wahlkampf dargestellt hatte. Das war allerdings auch schon vorher zu erkennen: Im letzten Jahr sprach er sich im Fall North Carolina zunächst gegen und später für das Toiletten-Gesetz aus.

Eins ist jedoch klar: Die Augen sind auf Texas gerichtet, und der Preis für homo- und transphobe Gesetzgebung ist hoch!

Hier steht der offene Brief mit allen Namen der Erstunterzeichnenden.

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