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Hamlet und Lebenslügen in Sydney

"Around the Block" mit Christina Ricci ist kein klassischer Lesbenfilm, sondern ein Sozialdrama mit einer bisexuellen Hauptfigur. Der australische Film einer lesbischen Regisseurin läuft in diesem Monat in der L-Filmnacht.

Leider eine viel zu kurze Szene im Film: Dino (Christina Ricci) und Hannah (Ruby Rose) in der Homo-Bar - Foto: Salzgeber Filmverleih

Von Karin Schupp

l-mag.de, 7.4.2015 – Dino (Christina Ricci), Lehrerin an einer Problemschule in Sydney, erntet Skepsis und rassistische Bemerkungen, als sie mit ihren Schülern, überwiegend Aborigines, Shakespeares „Hamlet“ inszenieren will. Und während sie die Teenies dazu ermutigt, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und sich selbst treu zu bleiben, merkt sie, dass sie in ihrem konventionellen Mittelschichtsleben mit Verlobtem und Eigenheim-Plänen selbst eine Lüge lebt. Das ist allerdings ein Luxusproblem im Vergleich zu den Sorgen ihres begabten Hauptdarstellers Liam (Hunter Page-Lochard): der erlebt in seiner Familie nämlich seine eigene Hamlet'sche Tragödie (zur Auffrischung: der Dänen-Prinz will seinen Vater rächen und stürzt dabei alle Beteiligten ins Unglück).

Kein klassischer Lesbenliebesfilm, eher Lesbenfilm 2.0...

Wieso der australische Film in der L-Filmnacht läuft, wird erst in der zweiten Hälfte klar: Dino ist bi, lässt sich in einer Bar von einer Frau abschleppen (Model/ DJ Ruby Rose in ihrem Kinodebüt) - die einzige Sexszene im Film! - und nimmt Kontakt zu ihrer Ex Kate (Andrea Demetriades) auf, ihrer „wahren Liebe“, wie die Regisseurin und Drehbuchautorin Sarah Spillane in einem Interview sagte. Eine klassische Lesben-Lovestory liefert sie allerdings nicht: dazu nimmt dieser Erzählstrang viel zu wenig Raum ein. Dennoch ist Around the Block durchaus ein Lesbenfilm - was sonst? Spillane ist lesbisch (und war Lehrerin in dem Viertel, in dem die Handlung spielt), ihre Hauptfigur ist bisexuell - und sie castete dafür Christina Ricci, die bei Lesben nicht erst beliebt ist, seit sie als Charlize Therons Loverin in Monster überzeugte.

Vor allem ist Around the Block aber ein mainstreamiges Sozialdrama, das trotz seiner vorhersehbaren Handlung (selbst wenn man „Hamlet“ nicht kennt) recht unterhaltsam und gut gespielt ist und einmal eine andere Seite von Sydney jenseits der Postkartenbilder von Bondi Beach und Opernhaus zeigt. Wenn "Lesbenfilm 2.0" bedeutet, dass Hauptfiguren ganz selbstverständlich queer sind, ohne dass ihre Sexualität im Mittelpunkt steht, dann ist Around the Block wohl einer der ersten Vertreter dieses neuen Trends!

Die L-Filmnacht zeigt Around the Block ab dem 8. April in 23 deutschen Städten (alle Termine findet ihr hier).

Around the Block, Australien 2013, Buch/ Regie: Sarah Spillane, mit Christina Ricci, Hunter Page-Lochard u.a., 104 Min., OmU

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