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Homo- und transphobe Hasskriminalität in Deutschland gestiegen

In Deutschland wächst die Zahl der Gewalttaten aufgrund der sexuellen Orientierung oder Identität. Die grüne Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws fordert daher einen bundesweiten Aktionsplan mit konkreten Maßnahmen gegen Homo- und Transphobie.

6.2.19 - Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit mehr homo- und transphobe Gewalttaten registriert als im Jahr zuvor.

2018 wurden 313 Taten unter dem Begriff “Sexuelle Orientierung/ Hasskriminalität” erfasst, darunter waren 91 gewalttätige Übergriffe. 2017 lag die Gesamtzahl zwar ebenfalls bei 313, die Zahl der Gewalttaten war mit 74 aber geringer. Die Aufklärungsrate sank hingegen: Für 2018 wurden bisher 167 Tatverdächtige ermittelt, im Vorjahr waren es 192.

Diese Zahlen veröffentlichte das Bundesinnenministerium auf Anfrage der Grünen-Abgeordneten Ulle Schauws.

"Extrem hohe Dunkelziffer"

„313 homophobe und transphobe Straftaten sind 313 zu viel. Und jede macht mich fassungslos und wütend“, sagte die lesbische Bundestagsabgeordnete der Frankfurter Rundschau und fügte hinzu, dass zudem die Dunkelziffer „extrem hoch“ sei: So zählte das Berliner Anti-Gewalt-Projekts Maneo 2017 allein in der Hauptstadt 324 Gewalttaten.

Die Differenz ergibt sich daraus, dass offensichtlich nach wie vor viele Betroffene nicht zur Polizei gehen und die meisten Bundesländer Straftaten gegen LGBTI nicht explizit erfassen. Berlin sei bisher das einzige Bundesland, das in seiner Kriminalitätsstatistik homo- und transphobe Taten gesondert veröffentliche, so Schauws.

Die Grünen fordern Aktionsplan und Schulung der Polizei

Die Grünen-Politikerin richtet ihre Kritik vor allem an die Bundesregireung. „Von politischer Seite brauchen wir dringend einen bundesweiten wirksamen Aktionsplan für die Vielfalt und gegen Homo- und Transphobie mit konkreten Maßnahmen“, sagte sie der FR. „Aber auch die Polizei muss entsprechend geschult sein, um solche Straftaten und deren menschenverachtenden Charakter zu erkennen und die Opfer mit entsprechender Sensibilität zu behandeln.“

Ein Vorbild könnte Berlin sein, wo es mit der LKA-Beamtin Anne Grießbach-Baerns eine Ansprechpartnerin für LGBTI-Personen gibt und sich eine eigene Abteilung der Staatsanwaltschaft um Hasskriminalität aufgrund der sexuellen oder geschlechtlichen Identität kümmert.

Ebenfalls in Berlin gibt es mit L-Support das bundesweit einzige Projekt, das sich ausdrücklich an gewaltbetroffene lesbische, bisexuelle und queere Frauen wendet (Hilfe und Beratung: L-SUPPORT@L-SUPPORT.net oder 030-2162299, Sa/So 17-19 Uhr oder Mailbox mit Rückruf)

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