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Homophobie ist eine Persönlichkeitsstörung

Lesben- und schwulenfeindliche Menschen leiden häufig an psychischen Auffälligkeiten wie Aggressivität und Gefühlskälte. Das fanden jetzt Wissenschaftler in Italien heraus.

Foto: Cephir/ Flickr, CC-BY-NC-ND

Von Karin Schupp

l-mag.de, 15.9.2015 - Aggressive, emotionslose, egozentrische und antisoziale Menschen sind überdurchschnittlich homophob. Das ergab eine Studie in Italien, die letzte Woche im „Journal of Sexual Medicine” veröffentlicht wurde. Die Forscher_innen der Universität Rom untersuchten 551 Studierende (davon 97% heterosexuell), die mehrere psychologische Tests durchliefen und zu ihren Einstellungen gegenüber Lesben und Schwulen befragt wurden.

Dabei stellten sie einen Zusammenhang zwischen Homophobie und Persönlichkeitensstörungen fest. Konkret bringen sie Lesben- und Schwulenfeindlichkeit mit den oben genannten Charaktereigenschaften, die als „Psychotizismus“ bezeichnet werden, in Verbindung.

Auch Menschen mit unreifen Abwehrmechanismen - das heißt: der Umgang mit Stress und unangenehmen Situationen verläuft auf dem Niveau eines Kindes - lehnen Homosexuelle stärker ab als andere.

Unterdurchschnittlich homophob waren hingegen Personen mit depressiven Symptomen.

Nebenbei wurde auch die These belegt, dass das Geschlecht einen Einfluss hat: Männer sind deutlich homophober als Frauen.

“Nachdem wir jahrhundertelang diskutiert haben, ob Homosexualität eine Krankheit ist, haben wir erstmals bewiesen, dass die wahre Krankheit, die geheilt werden muss, die Homophobie ist, die mit potenziell ernsthaften psychischen Problemen einhergeht“, sagte Studienleiter Emmanuele Jannini der Webseite Medical Daily.

Wie die Krankheit Homophobie geheilt werden kann, war nicht Teil der Studie. Sichtbarkeit und ein selbstverständlicher öffentlicher Umgang mit Homosexualität gehören aber sicherlich dazu.

Hier die Studie zum Nachlesen (in englischer Sprache).

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