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"Homosexuelle sind gestört" - Strafanzeige gegen Bischof

Der katholische Bischof Andreas Laun veröffentlichte auf der Webseite kath.net einen „Hirtenbrief“, in dem er Homosexuelle als „gestört“ und „mit anatomischer Missbildung“ bezeichnet. Mehrere SPD-Politker haben ihn nun angezeigt.

Bolton/ CC-BY-NC-ND Ja, es stimmt: Gott hasst hasserfüllte Christen!

UPDATE, 17.4.: Die Erzdiözese Salzburg nimmt Bischof Laun in Schutz, schließlich handele es sich dabei nur um seine Privatmeinung: "Das ist sein gutes Recht", sagte deren Pressesprecher Wolfgang Kumpfmüller gegenüber dem Kurier. Konsequenzen habe Laun keine zu befürchten. Für einen Skandal hält das der Salzburger LGBT-Verein HOSI e.V.. „Wir fordern weiterhin eine klare Positionierung und eine Entschuldigung von Erzbischof Franz Lackner und Kardinal Christoph Schönborn", sagte HOSI-Obmann Josef Lindner in einer Erklärung. Gerade die katholische Kirche stehe "in der Verantwortung, sich aktiv gegen Hassreden aus den eigenen Reihen zu wenden."

Sabine Mahler

l-mag.de, 15.4.2017 – Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun machte bereits in der Vergangenheit Schlagzeilen wegen homophober und menschenrechtsverletzender Äußerungen. Am 24. März 2017 holte er aber zu einem besonders harten Schlag aus: Auf der Homepage kath.net lud er einen regelrechten Hetzartikel gegen Homosexuelle hoch. In diesem angeblichen „Hirtenbrief“ werden Homosexuelle in die Nähe von Pädophilen gedrängt, als „irgendwie gestört“ und „mit anatomisch einer kleinen Missbildung“ bezeichnet. Außerdem fordert der Bischof darin dazu auf, Homosexualität mit gottgegebenen Waffen zu bekämpfen.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben daraufhin mehrere deutsche Politiker bekannt gegeben, Strafanzeige gegen Andreas Laun gestellt zu haben. Zu ihnen gehören die Bundestagsabgeordneten Karl-Heinz Brunner, Dr. Eva Högl und Johannes Kahrs sowie Christopher Jäschke, der stellvertretende Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft SPDqueer Berlin. Alle vier gehören der SPD an (und nicht beispielsweise der CDU – nur falls es da draußen tatsächlich eine Person gibt, die das ernsthaft in Erwägung gezogen hatte).

"Menschenverachtende und hetzende Äußerungen"

Jäschke äußerte sich klar zu den Vorfällen: „Bei solchen menschenverachtenden und hetzenden Äußerungen ist auch strafrechtlich gegen einen Bischof der katholischen Kirche vorzugehen.“ Darüber hinaus wird es auch ein rechtliches Nachspiel für das von Laun geleitete Internetportal geben: Der Vorwurf der Verbreitung und Veröffentlichung von Schriften die zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufrufen, sind Bestandteil des Strafantrags.

Der sogenannte „Hirtenbrief“ ist noch auf kath.net zu finden, und wer sich Ostern verderben möchte, kann ihn und viele weitere Artikel zum Thema Homosexualität auf besagter Seite lesen (wir möchten sie nur nicht hier verlinken!). Die katholische Kirche hat sich bisher nicht dazu geäußert.

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