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Hongkong: Banken und Menschenrechtler kämpfen für Bleiberecht einer lesbischen Ehefrau

Weil ihre Ehe in Hongkong nicht anerkannt wird, soll die Frau einer Britin, die dort arbeitet, ausgewiesen werden. Doch das Paar bekommt Unterstützung von großen Banken und Anwaltskanzleien, für die „Diversity“ eine wichtige Rolle spielt.

Von Michael Lenz

15.4.18 - Nur die Liebe zählt. Das findet auch eine lesbische Engländerin, die 2011 eines gut bezahlten Jobs wegen von London nach Hongkong zog und ihre Ehefrau mitnahm. Für die Einwanderungsbehörde der chinesischen Sonderverwaltungszone zählt aber nur die heterosexuelle Liebe, und so verweigerte sie der Gattin die Aufenthaltsgenehmigung. Die Frau mit dem Job, deren Namen aus rechtlichen Gründen nur unter der Abkürzung QT bekannt ist, klagte und bekam Recht. Die Einwanderungsbehörde legte aber Berufung ein.

Unterstützung von unerwarteter Seite

Jetzt bekommt die Klägerin machtvolle Unterstützung von einer Seite, die man nicht erwarten würde, in Hongkong aber nicht wirklich überraschend ist. Fünfzehn große internationale Banken und sechzehn Anwaltskanzleien stehen ihr - neben Amnesty International - in dem Verfahren vor der letzten Instanz zur Seite. Darunter sind Schwergewichte wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Deutsche Bank AG Hong Kong Branch.

„Die internationalen Finanzinstitute und Anwaltskanzleien, darunter die Firmen des ‚magischen Zirkels’ (Anm.: die wirklich wichtigen), haben beträchtliche geschäftliche Interessen, Tätigkeiten und viele Mitarbeiter in Hongkong. Im Fall des Sektors der Finanzdienstleistungen repräsentieren sie einen signifikanten Anteil der Wirtschaft Hongkongs“, heißt es auf der Facebookseite der Anwaltsseite Vidler & Co., die QT vertritt. Die Visumsbestimmungen würden gleichgeschlechtliche Paare diskriminieren.

Hongkongs Banken vertreten das Prinzip "Diversity"

Hongkong hat eine sehr aktive Lesben- und Schwulenbewegung. Viele Lesben und Schwulen arbeiten im Bank- und Finanzsektor der Millionenstadt, die einer der wichtigsten Finanzplätze Asiens ist. Nirgendwo sonst in Asien bekennen sich die Banken so eindeutig zum Managementprinzip des „Diversity“, das ausdrücklich die LGBT-Community einbezieht. 2022 ist Hongkong als erste asiatische Stadt Gastgeberin der Gay Games.

Das „Coming Out“ der Banken kam 2014 bei der ersten „Out on the Street Asia“-Konferenz (OOTS). „Wir waren so überrascht, dass die Banken durch ihre CEOs und Vorsitzenden als Redner und Teilnehmer absolut hochrangig vertreten waren. Das zeigt die Bedeutung, die sie diesem Thema für ihre Geschäftspolitik zumessen“, sagte seinerzeit ein OOTS-Sprecher.

Die Banken und Anwaltsfirmen, die die lesbische Frau bei ihrem Kampf um das Aufenthaltsrecht ihrer Ehefrau unterstützen, stehen alle auf der Kandidatenliste der „2018 Hong Kong LGBT + Inclusion Awards“, die bei einem festlichen Galadinner zum „Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie“ (IDAHOT) am 15. Mai vergeben werden.

Veranstalter der Gala ist „Community Business“ aus Hongkong mit Vertretungen in Großbritannien und Indien. Die Nonprofitorganisation unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung von Strategien zur Wahrnehmung einer Führungsrolle bei gesellschaftlichen Themen sowie bei der Verankerung des „Diversity“-Prinzips bei der Personalpolitik.

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