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Hungerstreik von Frauen im Abschiebeknast

Vor 18 Tagen begannen 120 Frauen, darunter viele Lesben und Opfer sexueller Gewalt, einen Hungerstreik, um gegen die Bedingungen in einem britischen Abschiebegefängnis zu protestieren. Das Innenministerium droht derweil mit beschleunigter Ausweisung.

Von Katrin Kämpf

10.3.2018 - "Alles, was ich brauche ist Sicherheit vor der Verfolgung durch meine Familie in Uganda. Seit meinem Coming Out, war das alles kein sicherer Weg für mich. Und jetzt habe ich das Gefühl, dass ich von dem einen Land, das mich eigentlich schützen sollte, bestraft werde", so das Statement einer im "Immigration Removal Center Yarl's Wood" inhaftierten lesbischen Aktivistin, das auf der Webseite "Detained Voices" publiziert wurde.

Am 21. Februar 2018 traten circa 120 der in Yarl's Wood inhaftierten Frauen in Hungerstreik, um gegen die Haftbedingungen und den unbefristeten Freiheitsentzug zu protestieren.

Yarl's Wood in Bedfordshire/England ist eine Mischung aus Abschiebegefängnis und Transithaftanstalt. Dort sind auch MigrantInnen, deren Asylanträge noch geprüft werden, inhaftiert - unbefristet und ohne irgendeiner Straftat angeklagt worden zu sein. Darunter auch etliche Lesben.

Sexuelle Identität soll in Asylanträgen nicht angezweifelt werden

Die Überprüfung von Asylanträgen von Menschen, die aufgrund ihrer Sexualität verfolgt werden, ist oft langwierig und mit Komplikationen verbunden, da die Behörden Angaben zur Sexualität in Zweifel ziehen, so zum Beispiel bei Lesben, die Kinder geboren haben. Dementsprechend gehört zu den Forderungen der Streikenden nicht nur die Abschaffung der unbefristeten Haft bei noch laufenden Asylanträgen und eine Amnestie für Menschen, die seit über 10 Jahren in Großbritannien leben, sondern auch, dass sexuelle Selbstverortung in Asylverfahren nicht mehr angezweifelt werden solle.

Die Berichterstattung aus Yarl's Wood ist generell schwierig, da dort keine Presse zugelassen ist und parlamentarische BeobachterInnen nur selten Zutritt bekommen.

Trotzdem geriet die Haftanstalt in den letzten Jahren immer wieder in die Schlagzeilen. Die Inhaftierten berichteten über Vorfälle rassistischer und sexualisierter Gewalt durch das Haftpersonal und mangelnde medizinische Versorgung. Außerdem werden dort – trotz jahrelanger Kritik an dieser Praxis – auch Frauen, die sexualisierter Gewalt oder Menschenhandel ausgesetzt, Lesben, die von sogenannten "korrektiven Vergewaltigungen" betroffen waren, und Menschen, die gefoltert wurden, eingesperrt.

Innenministerium will die Streikenden beschleunigt abschieben

Draußen unterstützen Gruppen wie "Lesbians and Gays Support the Migrants" oder "Women for Refugee Women" die Streikenden und organisierten zum internationalen Frauentag Solidaritätsdemonstrationen und die Verlesung eines Statements der Streikenden im Parlament.

Offizielle politische Reaktionen auf den Streik fielen bislang allerdings spärlich aus. Labour-Abgeordnete zeigten sich erschüttert über die Haftbedingungen. Das britische Innenministerium drohte indessen den Streikenden mit beschleunigten Abschiebungen, sollten sie den Hungerstreik nicht abbrechen.

Statements und Forderungen der Hungerstreikenden dokumentiert die Webseite „Detained Voices“.

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