L-Mag

Interview mit LP: „Mein bloßes Auftreten ist ein Leuchtturm der Gayness“

Songs über Liebe und Verlust: Die lesbische Singer-Songwriterin LP spricht im L-MAG-Interview über ihr Album „Churches“, ihre Songs, die lesbisch und zugleich universell sind, und mit welchem Deutschen sie gerne mal Musik machen würde.

Ryan Jay

Von Annabelle Georgen

10.2.2022 - Die lesbische italienisch-amerikanische Songwriterin und Sängerin LP ist sowohl für ihre melancholischen Songs, ihre kräftige Stimme als auch ihren wilden androgynen Look bekannt.

Anlässlich der Veröffentlichung ihres sechsten Albums „Churches“ gibt sie drei Konzerte in Deutschland (in Köln, Berlin und Frankfurt am Main), die wegen der Pandemie leider vom Winter in den Sommer verschoben werden mussten (neue Termine: siehe unten).

 

L-MAG: In deinem neuen Album geht es viel um Liebe und Verlust. War deine Trennung von der Musikerin Lauren Ruth Ward (K-Word #437) der Anlass für „Churches“?

LP: Ich weiß nicht, ob es ein Trennungsalbum ist, aber es reflektiert mein Leben in den letzten Jahren. Trennungen sind hart. Meine Songs sind immer noch voller Liebe und Freundlichkeit gegenüber dieser Person. Sie bedeutete mir viel. Manchmal funktionieren die Dinge einfach nicht, und ich schreibe über Dinge, die in meinem Leben eine große Bedeutung und Tiefe haben. Davon wird man auf dieser Platte etwas spüren...

Für dich war es nie eine große Sache, lesbisch zu sein, wie du bereits in vielen Interviews gesagt hast, aber für L-MAG ist es ja eine!

Ich denke, dass mein bloßes Auftreten bereits ein Leuchtturm der Gayness ist. Ich versuche also nicht, offene Türen einzurennen. Aber ich will mich auch nicht nur darauf beschränken. Es ist ein Teil von mir, aber nicht, wer ich bin. Meine Songs handeln davon, lesbisch zu sein, und das werden sie auch weiterhin tun. Sie sind aber auch universell! Wie man so schön sagt: Liebe ist Liebe. Die Leute mögen es vielleicht nicht glauben, aber lesbische romantische Beziehungen sind das Gleiche wie heterosexuelle Beziehungen. Und wenn du das nicht glaubst, solltest du selbst eine lesbische Beziehung eingehen!

Bevor du berühmt wurdest, hast du lange für andere Künstler:innen Songs geschrieben. Schreibst du auf die gleiche Weise, wenn du einen Song für Rihanna oder einen für dein eigenes Album schreibst?

Als ich angefangen habe, für andere Leute zu schreiben, dachte ich über ihr Leben nach. Das mache ich immer noch. Ich denke über ihr Wesen und ihre Musik nach, aber generell versuche ich, universell zu sein.

2018 hast du den Song „N‘oublie pas“ mit der französischen Sängerin Mylene Farmer aufgenommen, einer Ikone der LGBTIQ*-Community. Wie entstand diese Zusammenarbeit?

Wir haben uns durch das Musik-Business kennengelernt. Die Leute, die uns vorgestellt haben, dachten, dass wir uns mögen würden, und es passte sofort! Ich liebe sie und respektiere sie sehr. Ich habe gerne mit ihr gearbeitet und hoffe, dass wir noch mehr zusammen machen werden. Sie ist wirklich cool und ich liebe, was wir schon gemacht haben!

Gibt es eine deutsche Musiker:in, mit der du gerne mal zusammenarbeiten möchtest?

Ich habe gehört, dass der Musikproduzent Zedd deutsch ist, und ich liebe seine Arbeit. Ich würde gerne mit ihm arbeiten. Und auch mit Beethoven, wenn ich auf der anderen Seite angelangt bin – vielleicht werde ich zu einem seiner Lieder singen.

 

Tour-Termine:

4. Juli 2022: Frankfurt/M., Batschkapp (verlegt vom 6. Mrz. 2022)

7. Juli 2022: Köln, Palladium (verlegt vom 30. Jan. 2022)

12. Sept. 2022: Berlin, Columbiahalle (verlegt vom 23. Feb. 2022)

 

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