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Jenseits von "The L Word": 7 lesbische TV-Serien

Eine Clique in Glasgow, eine schüchterne Tierärztin, eine Dokuserie über Lesben in L.A. - es müssen nicht immer Bette, Tina, Alice und Shane sein: Wir stellen sieben Lesbenserien vor, die bei Streamingdiensten abrufbar sind.

BBC Three Der Cast von Lip Service: Heather Peace, Natasha O'Keefe, Ruta Gedmintas, Fiona Button, Laura Fraser, Anna Skellern (v.l.n.r.)

Von Karin Schupp

l-mag.de, 13.8.2017 - Habt ihr Orange is the New Black (Netflix) und Transparent (Amazon) schon rauf und runter geschaut, oder sind euch diese Serien nicht lesbisch oder unterhaltsam genug? Da gibt es Alternativen bei den zahlreichen Streamingdiensten, die - anders als die Fernsehsender - auch vor Lesbenserien nicht zurückschrecken und einige Geheimtipps im Angebot haben (nur The L Word gibt’s leider nach wie vor nur auf DVD!).

1. Lip Service (GB, 2010-2011)

Worum geht's? „Talking, laughing, loving, breathing/ Fighting, fucking, crying, drinking..." in Glasgow: Im Mittelpunkt stehen die coole Aufreißerin Frankie (Ruta Gedmintas) und ihre Ex Cat (Laura Fraser), die noch Gefühle füreinander haben, und die chaotische Tess (Fiona Button) mit ihrem Händchen für die falschen Frauen. Die BBC-Serie der lesbischen Drehbuchautorin Harriet Braun ist mindestens so sexy wie The L Word, aber weniger glamourös (es wird sogar gearbeitet!), und im Hauptcast sind auch zwei Heteromänner.

Die Stars: Ruta Gedmintas hat Shane-Potenzial und spielte auch in der US-Serie The Strain eine bisexuelle Rolle. Heather Peace, die einzige offen lesbische Hauptdarstellerin, ist mittlerweile auch als Musikerin erfolgreich.

Wo? 2 Staffeln à 6 Folgen (OmU) bei Flimmit und Juke

2. One Big Happy (USA, 2015)

Worum geht's: Die lesbische Lizzy (Elisha Cuthbert) und ihr bester Hetero-Freund und Mitbewohner Luke (Nick Zano), beide Single, wollen zusammen ein Kind. Aber kaum ist Lizzy schwanger, zieht die Britin Prudence (Kelly Brook) ein, die Luke bei ihrem zweiten Date spontan geheiratet hat. Die von Ellen DeGeneres produzierte Comedyserie der lesbischen Drehbuchautorin Liz Feldman floppte beim großen US-Sender NBC - und das nicht zu Unrecht: Sie war einfach nicht witzig genug (und bekam leider keine Zeit eingeräumt, um sich weiterzuentwickeln).

Die Stars: Elisha Cuthbert wurde als Jack Bauers Tochter in 24 bekannt und spielte in der (ebenfalls kurzlebigen) Sitcom Happy Endings mit. Feldman schrieb Gags für The Ellen DeGeneres Show, mehrere Oscar-Verleihungen und Two Broke Girls und begrüßt in ihrer lesbischen Webshow This Just Out Gäste wie Kate Moennig, Clea DuVall und Sara von Tegan & Sara.

Wo? 1 Staffel (6 Folgen; nur in engl. OV; Trailer) bei Amazon, Maxdome, iTunes, Microsoft

NBC

3. The Real L Word (USA, 2010-2012)

Worum geht's? Diese Dokuserie ist die trashige kleine Schwester von The L Word. Deren Ex-Boss Ilene Chaiken begleitet echte Lesben in Los Angeles und - in Staffel 3 - auch in New York: Jill und Nikki planen ihre Hochzeit, Kaci und Cori wollen ein Baby, die dreadlockige Whitney jongliert ihre diversen Loverinnen (siehe Clip, in engl. OV)... Wir sehen Parties, Dramen, Eifersucht und Sex (ja!). Das ist, wie in den USA üblich, so dramatisiert und inszeniert, wie sich deutsche Sender das niemals trauen würden - man nennt das guilty pleasure: wie ein Big Mac-Menü mit großer Pommes und Milkshake (und danach ist einem auch ein kleines bisschen schlecht…)

Die Stars: Whitney Mixter taucht als einzige Hauptprotagonistin in allen drei Staffeln auf und machte – zum Teil mit ihrer Loverin (und späteren Frau und jetzigen Ex-Frau…) Sara Bettencourt - das beste aus ihrem B-Promilesben-Status. Die Band Hunter Valentine (Staffel 3) - wir kennen sie von L-Beach - hatte schon vorher einen gewissen Bekanntheitsgrad.

Wo? 3 Staffeln à 9 Folgen bei Sky Ticket, Sky Go

4. One Mississippi (USA, 2016)

Worum geht's? Die lesbische Radiomoderatorin Tig (Tig Notaro) kehrt nach dem Tod ihrer Mutter in ihren Heimatort zurück und muss sich dort mit ihrem ultrasteifen Stiefvater und ihrem Bruder, der das Elternhaus nie verlassen hat, zusammenraufen (unsere TV-Kritik). Die mit lakonischem Humor erzählte Dramedy basiert lose auf dem Leben der Hauptdarstellerin und schenkt ihr in den sechs Folgen drei Love Interests - eine davon spielt Notaros echte Ehefrau Stephanie Allynne. Staffel 2 kommt im September.

Der Star: Comedian Tig Notaro (die auch Tammys Ex in Transparent spielte) wurde 2012 schlagartig berühmt, als sie in ihrem Stand-Up-Programm begann, ihre Brustkrebserkrankung zu thematisieren. Seit ihrer Masektomie zieht sie auf der Bühne auch ihr Hemd aus, um ihre Narben zu zeigen.

Wo? 1 Staffel (6 Folgen) bei Amazon (den Trailer gibt's nur auf Englisch)

Amazon Tig Notaro (r.) und Stephanie Allynne - in "One Mississippi" flirten sie nur, im echten Leben sind sie verheiratet und Eltern von Zwillingen

5. Heading Out (GB, 2013)

Worum geht's? Eine charmante kleine Comedyserie über eine „Normalo"-Lesbe: Die Tierärztin Sara (Sue Perkins) kriegt Druck von ihren – überwiegend heterosexuellen – Freunden: Wenn sie sich bis zu ihrem nahenden 40. Geburtstag nicht bei ihren Eltern geoutet hat, machen sie‘s für sie! Und Eve (Shelley Conn), mit ihrem Hund Dauergast in Saras Praxis, bietet sich direkt auch schon als Schwiegertochter an – wenn sich Sara nur trauen würde…

Die Stars: Comedian Sue Perkins, die Heading Out auch selbst schrieb, ist selbst lesbisch und in Großbritannien vor allem als Moderatorin der beliebten Back-Show The Great British Bake Off bekannt. Shelley Conn küsste in dem Lesbenfilm Ninas himmlische Köstlichkeiten Laura Fraser, und deren Lip Service-Ko-Star Anna Skellern spielt eine Gastrolle als Saras Ex.

Wo? 1 Staffel (6 Folgen; nur engl. OV; Trailer) bei Amazon, iTunes

Screenshot Sue Perkins (r.) und Shelley Conn

6. Banana (GB, 2015)

Worum geht's: Im Mittelpunkt stehen die jungen LGBT-Nebenfiguren der Schwulenserie Cucumber (die in Großbritannien zeitgleich lief), in drei Folgen sind es Lesben: In Folge 2 verliebt sich Scotty (Letitia Wright) in eine viel ältere Frau, Folge 3, geschrieben von Sue Perkins (siehe oben), erzählt die Liebesgeschichte von Sian (Georgia Henshaw) und Violet (Hannah John-Kamen), in Folge 6 hat Amy (Charlie Covell) ihr erstes Date mit ihrer Online-Bekanntschaft Kay (T'Nia Miller). Die Folgen hängen nur sehr lose zusammen, sodass man sie auch unabhängig voneinander anschauen kann.

Die Stars: Serienschöpfer Russell T. Davies schrieb auch die bahnbrechende Schwulenserie Queer As Folk. Von den Schauspielerinnen startete Hannah John-Kamen am meisten durch: Sie spielte unter anderem eine Hauptrolle in der Science Fiction-Serie Killjoys.

Wo? 1 Staffel (8 Folgen) bei Amazon, Google Play, iTunes, nur in engl. OV: Microsoft

Screenshot Sian (Georgia Henshaw) und Violet (Hannah John-Kamen) in Folge 3

7. When We Rise (USA, 2017)

Worum geht's? Die ersten Gay Prides, die Aids-Krise, Konflikte zwischen unterschiedlichen politischen Ansätzen, zwischen feministischen Lesben und hedonistischen Schwulen: Der schwule Oscar-Gewinner Dustin Lance Black (Milk) erzählt die Geschichte der LGBT-Bewegung in den USA seit den 1960er Jahren anhand des Lebens von Cleve Jones (Guy Pearce), auf dessen Memoiren die Miniserie basiert, und weiteren lesbischen, schwulen und trans* Aktivist_innen, die tatsächlich leb(t)en. Spannend und lehrreich, wenn auch inhaltlich ein wenig überfrachtet – und die Lesben hätten jenseits der 80er Jahre ein wenig mehr Raum bekommen können.

Die Stars: Fast jede Rolle ist prominent besetzt, unter anderem spielen Whoopi Goldberg, Rosie O’Donnell, Carrie Preston (True Blood), Mary-Louise Parker und Rachel Griffiths mit.

Wo? 1 Staffel (10 Folgen; nur in engl. OV; Trailer) bei Amazon, iTunes, Google Play, Videoload

Screenshot Trailer Mary-Louise Parker und Rachel Griffiths als Lesbenaktivistinnen und Langzeitpaar


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