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Kampagne fordert Verbot von „Homoheilungs“-Therapien in Deutschland

„Stoppen Sie die selbsternannten Homoheiler!“ - Diese Forderung richtet eine Petition an Gesundheitsminister Jens Spahn. Die Kampagne will erreichen, dass so genannte „Konversionstherapien“ in Deutschland verboten werden.

Von Julius Brockmann

13.5.18 - Ist Homo- und Transsexualität eine Störung, die behandelt werden kann? Dieser Ansicht sind nach wie vor einige Organisationen und Ärzte. In so genannten „Konversionstherapien“ versuchen sie, Menschen heterosexuell „umzupolen“. Klingt ziemlich schräg und wie aus einem anderen, fernen Jahrhundert?

Tatsächlich beziehen sich die LGBT-Organisationen All Out, Aktionsbündnis gegen Homophobie e. V. und Enough is Enough! in ihrer Online-Petition "Homoheiler stoppen!" auf einen aktuellen Fall aus dem Südharz: Der Verein „Gesellschaft für Lebensorientierung - Leo e.V.“ bietet dort ein regelmäßig stattfindendes Seminar zur Behandlung von „innerseelischen Störungen“ an. Darin wird, wie den Seminarunterlagen zu entnehmen ist, Homo- und Transsexualität als „Störung“ eingestuft und auf eine Stufe mit Pädophilie gestellt.

„Homoheiler“-Verein ist ein Freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe

Der Verein um Pfarrer Bernhard Ritter machte bereits im Jahr 2014 zum gleichen Thema bundesweit Schlagzeilen. Die Debatte endete damals damit, dass der Landkreis Mansfeld-Südharz dem Verein die Anerkennung als Freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe entzog. Der klagte dagegen und darf sich heute wieder als Freier Träger bezeichnen.

Diese dubiosen Praktiken sind laut All Out "nur die Spitze des Eisbergs": Auch Organisationen wie die „Offensive Junger Christen“ und „Wüstenstrom“ sollen demnach seit Jahren die so genannten „Konversions- bzw. Reparativtherapien“ unterstützen.

In Europa verbietet nur Malta „Konversionstherapien“

Ärzte und Psychologen warnen ausdrücklich davor, LGBT*-Jugendliche „heilen“ zu wollen. Der Weltärztebund erklärte Homosexualität im Jahr 2013 als eine „natürliche Variation menschlicher Sexualität“. Und auch All Out weist auf die Gefahren für die Gesundheit junger Menschen wie Depressionen, Angstzustände und Suizidgedanken durch eine „Konversionstherapie“ hin.

Bei Erfolg der Kampagne, die vom (selbst offen schwulen) Gesundheitsminister Jens Spahn fordert, "diesem Treiben ein Ende zu bereiten", hoffen die Macherinnen und Macher auf eine Signalwirkung für ganz Europa. Bislang hat lediglich Malta als erstes europäisches Land „Konversionstherapien“ verboten.

Zur Online-Petition mit weiteren Informationen geht es hier.

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