Katzenfotos und Koffer: Sketche übers Dating
Jugendliche von queerblick e.V. drehen Film über „10 Dinge, die du nicht tun solltest, wenn du ein lesbisches Date hast"
l-mag.de 30.7. – Es gibt Dinge, die sollte Frau beim ersten Treffen mit Frau niemals tun – etwa prüfen, ob die Sternzeichen zusammenpassen, die Fotogalerie der geliebten Schmusekatzen zeigen oder gar mit großem Gepäck fürs Ein-paar-Tage-länger-bleiben anreisen. Jugendliche des Medienvereins queerblick aus Dortmund haben all diese No-Gos in einem Video zusammengetragen – mit Erfolg: „10 Dinge, die du nicht tun solltest, wenn du ein lesbisches Date hast" wird rund 500.000 Mal im Monat auf youtube angeklickt.
Im Herbst 2012 hatten junge Lesben und Schwule – es gibt auch die Date-Anleitung für Schwule – in einer Fernsehwerkstatt des queeren Jugendzentrum "Sunrise" in Dortmund diskutiert, ihre eigenen Erfahrungen zusammengetragen, bestehende Klischee und Sterotypen eingebaut. Schauspiel, Dreh, Schnitt – alles entstand in Eigenregie. „Unsere satirische Anleitungssatire ist keine Fibel für's richtige Flirten“, sagt Projektleiter Falk Steinborn. „Es geht lediglich darum, einen humoristischen und überzeichneten Blick auf etwas zu ermöglichen, was sonst im Fernsehen nicht vorkommt - nämlich lesbisches Dating.“ 900 Euro gab es als Unterstützung fürs Projekt von der Werkstatt vom Schwulen Netzwerk NRW e.V.
Der Verein queerblick ist ein Medienprojekt für schwule, lesbische, bisexuelle und transidente Jugendliche. Falk Steinborn hält hier alle Fäden zusammen. Er will seit vier Jahren mit seinem Engagement dazu beitragen, dass junge Homosexuelle ihre Sexualität als Chance und nicht als Last empfinden. „Mit den Medien Film und Fernsehen können sie ihrer eigenen Lebenssituation Ausdruck verleihen“, sagt Steinborn. „Die produzierten Filme helfen anderen Jugendlichen im Coming-out.“ Jahr 2011 war das Projekt "Ausgewählter Ort im Land der Ideen", im Frühjahr dieses Jahres gab's die Auszeichnung vom Bündnis für Demokratie und Toleranz und im Juli wird Falk Steinborn auf dem CSD Köln mit dem Ehrenamtspreis "Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW" ausgezeichnet.
Auch wenn es vor allem überspitzte Sprüche sind, die in der Video-Flirtanleitung zu sehen sind – die Ernsthaftigkeit hat auch ihren Platz, etwa wenn die fragt, seit wann ihr Gegenüber denn Lesbisch sei und diese antwortet „ich bin BI“ - und dafür ein großes „Ihgitt!“ bekommt. Die Videos gibt’s auch in Spanisch, Türkisch und Russisch. Französisch und Chinesisch sollen folgen. Jana Schulze
Weitere Infos: schwul-nrw.de
Spenden für neue Videoworkshops: betterplace.org
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