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Klimaschutz: „Wir haben nichts von Queer-Sichtbarkeit, wenn der Planet brennt“

Klimaschutz ist auch ein queeres Thema, findet das Team vom YouTube-Kanal „The Queer L-Vlog“ und setzt neben seinen lesbisch-queeren Alltagsthemen jetzt auch einen Klimaschwerpunkt mit konkreten Tipps und Ideen.

The Queer L-Vlog Anika, Naomy und Carina vom Queer L-Vlog-Team

Von Claudia Lindner

15.1.2020 - Das YouTube-Projekt The Queer L-Vlog (wir berichteten) beschäftigt sich mit lesbisch-queeren Alltagsthemen, und da die Klimakrise zweifellos mittlerweile bei den meisten Menschen im Alltag angekommen ist, hat sich das Thema für Steffi Weber und ihre Mitstreiterinnen als neuer Schwerpunkt ihres Videoblogs einfach aufgedrängt.

„Im Jahr 2019 haben sich die Ereignisse zugespitzt, das zeigen der IPCC-Bericht des Weltklimarats, die verfehlten Klimaziele, die Rekordhitze und ihre Auswirkungen auf uns, unsere Umwelt und die Lebewesen“, erklärt Steffi im L-MAG-Interview. „Einige aus unserem 10-köpfigen Projektkollektiv sind schon seit Jahren in der Klimabewegung unterwegs, andere erst, seitdem Greta Thunberg und Fridays for Future als Akteur*innen auf der Bildfläche erschienen sind. The Queer L-Vlog ist ja 2016 als YouTube-Sichtbarkeitsprojekt entstanden. Klima haben wir jetzt als weiteren Schwerpunkt dazu gesetzt, weil wir ganz realistisch anerkennen, dass wir nichts von unserer ganzen Queer-Sichtbarkeitsarbeit haben, wenn der Planet brennt und wir auch als Queer-Community nicht mehr in eine positive Zukunft sehen können.“

Schnittmengen mit queerem Aktivismus

Klimaschutz ist für sie nicht nur deshalb ein queeres Thema, sondern sie sieht auch viele Schnittmengen mit queerem Aktivismus: „Die Klimaschutzbewegung tritt nicht nur für ein Befreiungsthema ein, sondern für viele, und sie erklärt sich solidarisch mit anderen Bewegungen. Sie betont zum Beispiel, dass patriarchale und kapitalistische Strukturen einen großen Einfluss darauf haben, wie Klimapolitik im Jahr 2020 gestaltet wird und dass Menschenrechte global mit Füßen getreten werden“.

Zu den festen Bestandteilen des Klimaschwerpunkts auf The Queer L-Vlog gehört „Klimakochen“. Hier werden die Zuschauerinnen zurück zu den Wurzeln klimaschonenden Handelns gebracht. Steffi: „Beim Klimakochen geht es darum, mit wenig bis keiner Verschwendung von Ressourcen ein gutes und umweltfreundliches Produkt zu erstellen und zu vermitteln, wie einfach dieser ganze Nachhaltigskeitsbereich einfach ist und welche Freude er bereiten kann. Hier geht es ja nicht um Verzicht, sondern um Gewinn, denn Ressourcensparen macht tatsächlich dieses unbequeme schlechte Gewissen beim Einkauf als auch Konsum weg und gibt einem das Gefühl, etwas gut getan zu haben“, so Steffi Weber.

Klimaschutz auch in queere Zusammenhänge einbringen

Ein solches ressourcenschonendes und nachhaltiges Handeln im Alltag sind Dinge, die alle umsetzen können. Aber auch sonst gibt es für Lesben viele Möglichkeiten, sich beim Klimaschutz zu engagieren. „Eine gezielte queere Aktionsform kann sein, einzeln oder als Kollektiv beim kommunalen CSD-Organisator zu bitten, dass auf die großen LKWs, die in Schrittgeschwindigkeit stundenlang beim Pride unterwegs sind, im kommenden Jahr verzichtet wird, oder dass das Essensangebot bei queeren Veranstaltungen zu vegan zu verändert wird“, meint Steffi.

Ein wichtiger Punkt ist für sie auch, das Thema Klimaschutz in einer Art Mainstreaming überall in queere Zusammenhänge einzubringen. Das kann bedeuten, Klimaaktivistinnen zu Diskussionen in LGBTIQ*-Zentren einzuladen oder nachhaltige und vegane Angebote in der eigenen Einrichtung oder Queer-Gruppe anzubieten.

„Leugnen, verdrängen, ignorieren wird immer schwieriger“

Oder eben mit Klimaschutz als Schwerpunkt eines queer-lesbischen Videoblogs! Hier kommt in Kürze das Format „Bei Schnuppi auf der Couch“. Dabei wird es durchaus psychologisch um kollektive Verdrängungsmechanismen beim Klimawandel gehen. Eine Art Leugnung des Klimawandels praktiziert ja auch die Politik hierzulande mit ihrer Ignoranz der riesigen Klimaschutzbewegung.

Doch Steffi Weber ist da im Hinblick auf die Zukunft zuversichtlich: „Ich denke eher, dass diese Bewegung allgemein immer größer werden wird und es individuell immer schwieriger werden wird, auch für Politik und Konzerne, die Klimakrise zu leugnen oder zu verdrängen, sie zu ignorieren und kleinzureden. Es gibt global immer mehr Widerstand und Ungehorsam. Es wird noch mehr bekannte Role-Models und starke Aktivistinnen geben.“

Hier geht's zum  The Queer L-Vlog

 

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