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Köln hat die LGBTQ+-freundlichsten Unis

Wie LGBTQ+-inklusiv sind unsere Hochschulen? Der erste „LBGTIQ+ Campus Index“ stellte die Unis im deutschsprachigen Raum auf den Prüfstand und verteilte an 14 Einrichtungen ein Lob.

Universität zu Köln (Foto: Tim Bartel, CC-BY-SA, Regenbogen: torbakhopper, CC-BY-SA-ND)

15.8.2021 - Die Universität zu Köln und die Cologne Business School (CBS) sind gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die LGBTQ+-freundlichsten Unis in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ergab eine Befragung der Berliner Uhlala Group (die u.a. auch die queere Jobmesse Sticks & Stones veranstaltet).

Im ersten „LGBTIQ+ Campus Index“ beantworten Hochschulen und Akademien insgesamt 45 Fragen nach ihrem Engagement für LGBTIQ+, etwa dem Diversity Management, Diskriminierungsschutz und Beratungsangeboten.

Von 550 Unis nahmen nur 62 teil - und einige reagierten verärgert

Ein Wermutstropfen: Angefragt wurden über 550 Hochschulen und Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, beteiligt haben sich aber nur 62 Universitäten, also nur gut 10 Prozent. Wie die Uhlala Group in ihrer Pressemitteilung erklärte, gab es zum Teil „heftige Reaktionen“, einige Hochschulen hätten sich „bedrängt und bevormundet [gefühlt] und lehnten eine Teilnahme vor diesem Hintergrund mit Nachdruck ab.“

Dabei gibt es angesichts von 7 bis 10 Prozent LGBTIQ+-Abiturient:nnen im deutschsprachigen Raum (Quelle: Dalia Research) durchaus Gründe dafür zu prüfen, wie offen Unis und Hochschulen bezüglich sexuellen Orientierungen und geschlechtlicher Identität sind – in den USA und Großbritannien gibt es solche Übersichten bereits.

Uhlala GroupZum LGBTI+-Campus Index (als PDF) mit vergrößerbarer Karte gelangt ihr durch Klick auf das Bild

14 Unis mit LGBTQ+-freundlicher Campuskultur

14 der teilnehmenden Einrichtungen erzielten mehr als 60% Punkte des Audits bieten also eine Campuskultur, die als besonders LGBTQ+-inklusiv und wertschätzend gelten kann: die Unis Bochum, Göttingen, Leipzig, Witten-Herdecke und Lausanne (Schweiz), die BTU Cottbus-Senftenberg, die ESMT Berlin, die Polizeiakademie Niedersachsen, die HSWT Weihenstephan-Triesdorf, die TH Deggendorf, die Katholische Privat-Universität Linz (Österreich) und die drei oben genannten Hochschulen in Köln und Halle-Wittenberg, die als einzige bei über 80% lagen.

Schlusslichter sind die International School of Management in Dortmund (ISM) mit 18,1%, die Hochschule Esslingen und die Berliner Akkon-Hochschule mit je 19,7% sowie zwei Schweizer Unis: Die Fernuni Schweiz im Wallis (16,2%) und das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) mit nur 9,8 Prozent.

Größere Unis inklusiver als kleinere?

Aus ihrer noch recht schmalen Datenbasis folgern die Autor:innen, dass größere Hochschulen (>1500 Studierende) höhen im Ranking landen (im Durchschnitt 49,5%) als kleinere (37,7%). Diese These müsste bei einer hoffentlich höheren Beteiligung im nächsten Jahr überprüft werden.

Uhlala-Ceo Stuart Bruce Cameron ist mit seinem ersten Campus-Index zufrieden: „Egal, ob die Bildungseinrichtungen 80% oder 10% der Audit-Punkte erreicht haben: Sie alle haben mit ihrer Teilnahme bewiesen, dass sie sich im Bereich LGBTIQ+ messen und verbessern wollen“, sagte er in einer Presseerklärung. „Studierende sind im Schnitt acht Semester an ihrer Hochschule. Diese haben daher maßgeblich Einfluss auf die Studierenden, deren Entwicklung und ihren zukünftigen Werdegang.“

Im Nachgang zum Index findet am 22. Oktober 2021 der erste STICKS & STONES Student Summit (online, kostenlos) statt.

Der PROUDR LGBTQ+ Campus Index 2020 hier als PDF.

 

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